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Havelland Andrang an der Buga-Resterampe
Lokales Havelland Andrang an der Buga-Resterampe
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21:15 30.10.2015
Buga-Souvenirs fanden reißenden Absatz. Quelle: Markus Kniebeler
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Premnitz

Wer am Freitagvormittag die Premnitzer Vistrastraße entlangging, der hätte meinen können, in einen Flüchtlingstreck geraten zu sein. Menschen mit Tüten, Taschen und voll beladenen Bollerwagen waren unterwegs. Nur dass keine lebenswichtigen Habseligkeiten transportiert wurden, sondern alles Mögliche. Ventilatoren, Gartenstühle, Regenschirme, Lampen, Bilderrahmen und vieles mehr. Und aus jeder Ladung stach das typische Buga-Blau hervor: Zum letzten Mal wurden in der Werkhalle am Wasserturm neben Mobiliar der Gartenschau auch Taschen, Wimpel und Aufkleber mit dem Buga-Logo feilgeboten. Und die Menschen nutzten die Gelegenheit, sich ein Erinnerungsstück an die vor drei Wochen zu Ende gegangene Gartenschau zu sichern.

Mit dem Verkauf des Inventars über die Buga-Internetseite hatte der Zweckverband bereits Ende September begonnen. Der Andrang auf die Artikel, die in einem 172 Seiten starken Katalog aufgelistet waren, sei enorm gewesen, so Erhard Skupch, Geschäftsführer des Buga-Zweckverbandes. Vom Buga-Blechschild für 2 Euro bis zum massiven Stahltor für 8000 Euro habe nahezu jeder Posten einen Käufer gefunden. „Das Ziel, mit dem Verkauf 200 000 Euro zu erlösen, werden wir erreichen“, so Skupch. Denn auch für den mit 80 000 Euro teuersten Artikel, die 39 Meter lange Fußgängerbrücke, die Bugabesucher in Havelberg vom Friedhof zum Domgarten führte, gebe es drei ernsthafte Interessenten.

Helmut Feldmann aus Mögelin erkundigt sich bei Buga-Mitarbeiterin Heidemarie Popko nach dem Preis für den Ventilator. Quelle: Markus Kniebeler

Am Freitag war nach Abschluss des Internet-Verkaufs aber immer noch genug da, um Schnäppchenjäger glücklich zu machen. Die Souvenirs gingen weg wie warme Semmeln, fast jeder hatte ein Wilma-Wels-Maskottchen in der Tüte, das zum Preis von zwei Euro ja auch wirklich fast geschenkt war. Schnell verkauft waren Ventilatoren, und auch die Kräutertöpfe, die auf dem Außengelände feilgeboten wurden, fanden reißenden Absatz. Dass um 9.30 Uhr, also eine halbe Stunde nach Beginn der Veranstaltung, auch das Dutzend Megafone ausverkauft war, verwunderte Erhard Skupch dann doch ein bisschen. „Ich weiß nicht, was man als Privatmann mit einem Megafon macht“, sagte er. Jedenfalls seien die Flüstertüten ein echter Renner gewesen. Über das Interesse an den rund 80 Plastikstühlen, die am Freitag ruckzuck verkauft waren, staunte Skupch dagegen überhaupt nicht. Sitzmöbel seien schon bei der Internetaktion der Renner gewesen. Die Stühle, Bänke und Liegen, auf denen sich die Bugabesucher erholt haben, dürften jetzt so manches Gartengrundstück aufwerten.

Auch die Aktfotografien Klaus Enders konnten erworben werden. Quelle: Markus Kniebeler

Übrigens waren auch die großformatigen Aktfotografien von Klaus Ender zu erwerben, die im September in Premnitz ausgestellt waren und wegen der freizügigen Darstellung für einige Diskussion gesorgt hatten. Für 40 Euro konnte man sich einen Nackedei mit nach Hause nehmen. „Das wär was für meine Werkstatt“, murmelte ein älterer Herr, der jede Aufnahme eingehend betrachtete. Dann aber den Kopf schüttelte und im Weggehen die Erklärung für sein Handeln lieferte. „Wäre meine Frau wohl nicht so begeistert von“, sagte er. Und wandte sich den Strahlern zu. Die dürften, was die eheliche Harmonie angeht, eine weniger heikle Erwerbung gewesen sein.

Erfolgreiche Verkaufsaktion

172 Seiten stark war der Katalog, mit dem das Inventar der Buga bis Mitte Oktober im Internet zum Verkauf angeboten wurde.

85 Prozent der Artikel wurden nach Auskunft von Buga-Chef Erhard Skupch auf diesem Weg verkauft. Der Rest ging, bis auf wenige Ladenhüter, am Freitag in Premnitz weg. So gut wie kein Interesse bestand übrigens an Feuerlöschern, die für 35 Euro angeboten wurden.

200 000 Euro wurden mit der Verkaufsaktion erlöst. Das Geld fließt auf der Habenseite in den Buga-Etat. Zum Ausgleich des Millionendefizits wird es allerdings nicht reichen.

Von Markus Kniebeler

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