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Geballtes Nein zu neuen Windrädern

MAZ-Serie „Zuhause in Wustermark“ Geballtes Nein zu neuen Windrädern

Fünf mehr als 200 Meter große Windkraftanlagen sollen in Buchow-Karpzow und Hoppenrade aufgestellt werden. Die Gemeinde Wustermark versucht, das zu verhindern. Entscheiden wird das Landesumweltamt.

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Helmut Lange ärgert sich über die Windräder.

Quelle: Jens Wegener

Wustermark. Wenn Helmut Lange und seine Frau Christel Rosenkranz im Garten auf ihrem Grundstück in der Wustermarker Rudolf-Breitscheid-Straße stehen und sich umblicken sehen sie vor allem eines: Windräder. In etwa 200 Meter Entfernung stehen die ersten. „Wir sind inzwischen eingekreist von den Dingern“, schimpft Rentner Helmut Lange.

Vor 23 Jahren kamen er und seine Frau aus Berlins „beschauliche Wustermark“. Sie waren begeistert von der Umgebung, von der Ruhe, haben ins gemeindliche Geschehen sowohl kulturell als auch politisch eingebracht. Und dann kamen die Windkraftanlagen. Ähnlich belästigt fühlen sich mehrere andere Teilnehmer an der MAZ-Umfrage im Zuge der Serie „Zuhause in...“. Sie wünschten sich weniger Windräder in der Gemarkung Wustermark und schon gar keine über 200 Meter hohen.

Obwohl sich die Gemeinde Wustermark seit Jahren gegen den Bau der Windkraftanlagen ausspricht, verhindern konnte sie die weißen Windmühlen nicht. „Inzwischen klagen viele Anwohner über gesundheitliche Schäden“, sagt Helmut Lange. Er selbst könne im bei offenem Fenster die Geräusche der Rotorblätter hören. „Von dem roten Blinken der Räder bei Dunkelheit mal ganz zu schweigen. Wir müssen die Vorhänge zuziehen, damit wir dieses nervige Licht nicht sehen“, sagt Lange.

Als wären die etwa hundert Windkraftanlagen auf der Nauener Platte nicht genug, liegt in der Wustermarker Verwaltung schon der nächste Antrag zum Aufstellen weiterer fünf Räder in der Gemarkung Buchow-Karpzow und Hoppenrade vor. Und die sollen nach den Vorstellungen der potenziellen Investoren möglichst 212 Meter hoch sein, also etwa 50 Meter höher als die bisher dort stehenden Anlagen.

Zwar haben die Gemeindevertreter sich dafür entschieden, eine negative Stellungnahme an das Landesumweltamt zu schicken und das gemeindliche Einvernehmen zum Bau der weißen Riesen nicht zu erteilen. Sie führen dazu mehrere Gründe an: zu geringe Abstandsflächen zur Wohnbebauung, im Brandfall wäre an den Standorten nicht genügend Löschwasser verfügbar, die Erschließung sei nicht gesichert, eine fehlende Schallschutz- und Schattenwurf-Prognose im Antrag der Investoren und eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung.

Ob das jedoch am Ende ausreicht, ist offen. Im aus Wustermarker Sicht schlimmsten Fall kann das Landesumweltamt auch ohne eine gemeindliche Zustimmung die neuen Windkraftanlagen genehmigen. Denn die besagten Flächen liegen im Windeignungsgebiet, das im neuen Regionalplan Havelland-Fläming 2020 ausgewiesen ist.

In Kenntnis dessen und aus Sorge vor weiteren Windrädern in ihrer Gemarkung hatten die Wustermarker Gemeindevertreter Ende 2015 beschlossen, einen neuen Teilflächennutzungsplan „Windenergienutzung” auf den Weg zu bringen. Den ersten Teilflächennutzplan der Gemeinde hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg für unwirksam erklärt.

Von Jens Wegener

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