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Gefallener Rathenower in Schottland geehrt

Zweiter Weltkrieg Gefallener Rathenower in Schottland geehrt

Die britische Aircrew Remembrance Society hat den in Schottland abgestürzten Rathenower Werner Walter geehrt, der 1943 als Besatzungsmitglied eines deutschen Bombenflugzeuges umgekommen ist. Er gilt als vermisst. Der Verein vermutet seine sterblichen Überreste noch in dem Wrack und hat für ihn ein Holzkreuz aufgestellt.

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Am Rande des Feldes, auf dem das Flugzeug abgestürzt ist, wurde für Werner Walter ein Holzkreuz aufgestellt.

Quelle: Aircrew Remembrance Society

Rathenow/Earlston. Ihrem Ziel, die sterblichen Überreste des Rathenowers Werner Walter aus schottischer Erde zu bergen, ist die britische Aircrew Remembrance Society (ARS) ein großes Stück näher gekommen. Auf dem Rückflug von einem Angriff auf die schottische Stadt Edinburgh war er im Zweiten Weltkrieg mit einem deutschen Bombenflugzeug vom Typ Ju 88 im März 1943 von einem britischen Nachtjäger abgeschossen worden. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Werner Walter war erst 20 Jahre alt. Die Leichen seiner drei Kameraden sind damals gefunden und bestattet worden. Der Rathenower wird aber bis heute als vermisst geführt. Deshalb vermutet die ARS seine sterblichen Überreste noch im Wrack, das nahe des Ortes Earlston liegt.

Am 26. September fand an der Absturzstelle eine Gedenkfeier statt

Der britische Verein hatte vor etwa einem Jahr die Stadt Rathenow um Mithilfe bei der Suche nach Angehörigen des Toten gebeten, um den Vorschriften entsprechend deren Zustimmung zur geplanten Bergung und Umbettung einzuholen (MAZ berichtete). Seine Eltern hatten keine weiteren Kinder, aber es gelang, Nachkommen von Geschwistern seiner Mutter zu finden. Weil der Absturzort auf einem Feld liegt, musste erst die Ernte abgewartet werden, um genauere Untersuchungen vorzunehmen. Wie Melvin Brownless von der ARS jetzt auf Nachfrage mitgeteilt hat, fand am 26. September nahe der Absturzstelle eine Gedenkfeier statt.

„Wir konnten den genauen Bereich der Absturzstelle finden“, erklärt er, „aber aus Zeitgründen müssen wir im nächsten Jahr noch einmal für mehrere Tage wiederkommen, um weitergehende Ausgrabungen vorzunehmen.“ Im Gedenken an Werner Walter sei ein hölzernes Kreuz nahe der Absturzstelle errichtet worden. Die örtliche Pastorin habe das Feld gesegnet, eine Gedenkrede gehalten und mit den Anwesenden ein Gebet gesprochen. Extra angereist aus Deutschland waren Irmtrud Arends, die Tochter des damaligen Piloten, und ihr Sohn Henning Hiestermann.

Das britische Verteidigungsministerium muss seine Zustimmung geben

Es sei begonnen worden, das Feld zu untersuchen, hat Henning Hiestermann berichtet. Mit entsprechenden Suchgeräten sei es gelungen, die Absturzstelle einzugrenzen und darüber hinaus noch einige Metallteile des Flugzeugs zu finden, die nahe der Oberfläche verschüttet lagen. Jetzt komme es darauf an, so Henning Hiestermann, ob das britische Verteidigungsministerium bereit sei, der Aircrew Remembrance Society die Genehmigung zu erteilen, im nächsten Herbst die Wrackteile und vielleicht auch die sterblichen Überreste von Werner Walter zu bergen. Er solle zu seinen drei Kameraden umgebettet werden, die auf dem Soldatenfriedhof Cannock Chase begraben sind.

Von Bernd Geske

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