Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Gedenktafel kehrt zurück

Unbekannte schändeten Denkmal in Ketzin/Havel, das ans Kriegsende erinnert Gedenktafel kehrt zurück

Noch in dieser Woche soll die Gedenktafel, die Unbekannte vor einigen Tagen auf dem Ketziner Markt von einem Granitblock gerissen hatten, wieder angebracht werden. Offenbar vermuteten die Täter, dass sie aus Bronze ist. Tatsächlich besteht die Tafel, die sie anschließend wegwarfen, aus Epoxidharz.

Ketzin/Havel 52.47503038229 12.842931747437
Google Map of 52.47503038229,12.842931747437
Ketzin/Havel Mehr Infos
Nächster Artikel
Wirte zahlen drauf

Im Jahre 2010 wurde auf Initiative des Heimatvereins die Kopie angebracht.

Quelle: Foto: Helmut Augustiniak

Ketzin/Havel. Noch in dieser Woche soll die Gedenktafel, die an den Zusammenschluss zweier sowjetischer Armeen zum Ring um Berlin im April 1945 erinnert, wieder ihren angestammten Platz erhalten. Das sagte jetzt Bürgermeister Bernd Lück. Unbekannte hatten die 60 Mal 50 Zentimeter große Platte am Markt vor einigen Tagen – in der Nacht vom 8. auf den 9. August – heruntergerissen. Einem Anwohner war dies aufgefallen. Abends hing die Tafel noch am Gedenkstein, morgens nicht mehr. Die Polizei fand die heruntergerissene Platte dann am Fuß des Steins.

Wie Sprecher Axel Schugardt gegenüber der MAZ sagte, wird jetzt wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung ermittelt. Warum die Unbekannten die Tafel heruntergerissen hatten, darüber will er nicht spekulieren. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gebe es nicht, so Schugardt. Vielleicht dachten die Täter, es handele sich um Metall. Die Tafel besteht jedoch aus Epoxidharz, versehen mit einem Bronzefarbton. Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert. Anschließend wurde die Tafel der Stadt zurückgegeben.

Bei der Tafel handelt es sich um eine Kopie des in der Wendezeit verschwundenen Originals aus Bronze. Dieses wurde 1975 auf Befehl der SED anlässlich des 30. Jahrestages der Befreiung errichtet. Im Raum Ketzin/Havel hatten sich zu Kriegsende die Armeen von Marschall Shukow und Marschall Konew – die 1. Belorussische Front und die 1. Ukrainische Front – vereinigt. Damit war Berlin eingeschlossen. Es war ein bedeutender Schritt zur endgültigen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

An der großen Einweihungsfeier am 25. April nahmen damals eine sowjetische Kampfeinheit, sowjetische Volkstanzgruppen, Junge Pioniere und auch die FDJ teil. An einem Granitsockel wurde eine Bronzetafel angebracht, die den Zusammenschluss der 1. Ukrainischen und der 1. Belorussischen Front symbolisch darstellte. Bis 1990 überstand dieses Denkmal die Jahre unbeschadet. Zur Wendezeit jedoch wurde die Bronzetafel gestohlen und ist nicht wieder gefunden worden.

Der Heimatverein Ketzin/Havel ließ dann 2010 eine neue Tafel anfertigen. Im Prinzip handelt es sich dabei auch um ein Original. Denn sie wurde in der gleichen Form gegossen, wie die erste Tafel. Die Gussform lagerte 35 Jahre lang im Archiv des Brieselanger Grafikers Volkmar Brandt, der die Tafel einst geschaffen hatte. Steinrestaurator Oliver Guhr fertigte dann eine neue an, die farblich der bisherigen entsprach. Kurz vor dem 65. Jahrestag des Zusammentreffens der beiden Fronten konnte die Tafel angebracht werden.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizeiinspektion Havelland unter (03321) 4000 entgegen.

Von Helmut Augustiniak und Andreas Kaatz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg