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Havelland Gedenktafel kehrt zurück
Lokales Havelland Gedenktafel kehrt zurück
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02:15 21.08.2015
Im Jahre 2010 wurde auf Initiative des Heimatvereins die Kopie angebracht. Quelle: Foto: Helmut Augustiniak
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Ketzin/Havel

Noch in dieser Woche soll die Gedenktafel, die an den Zusammenschluss zweier sowjetischer Armeen zum Ring um Berlin im April 1945 erinnert, wieder ihren angestammten Platz erhalten. Das sagte jetzt Bürgermeister Bernd Lück. Unbekannte hatten die 60 Mal 50 Zentimeter große Platte am Markt vor einigen Tagen – in der Nacht vom 8. auf den 9. August – heruntergerissen. Einem Anwohner war dies aufgefallen. Abends hing die Tafel noch am Gedenkstein, morgens nicht mehr. Die Polizei fand die heruntergerissene Platte dann am Fuß des Steins.

Wie Sprecher Axel Schugardt gegenüber der MAZ sagte, wird jetzt wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung ermittelt. Warum die Unbekannten die Tafel heruntergerissen hatten, darüber will er nicht spekulieren. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gebe es nicht, so Schugardt. Vielleicht dachten die Täter, es handele sich um Metall. Die Tafel besteht jedoch aus Epoxidharz, versehen mit einem Bronzefarbton. Die Polizei hat vor Ort Spuren gesichert. Anschließend wurde die Tafel der Stadt zurückgegeben.

Bei der Tafel handelt es sich um eine Kopie des in der Wendezeit verschwundenen Originals aus Bronze. Dieses wurde 1975 auf Befehl der SED anlässlich des 30. Jahrestages der Befreiung errichtet. Im Raum Ketzin/Havel hatten sich zu Kriegsende die Armeen von Marschall Shukow und Marschall Konew – die 1. Belorussische Front und die 1. Ukrainische Front – vereinigt. Damit war Berlin eingeschlossen. Es war ein bedeutender Schritt zur endgültigen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

An der großen Einweihungsfeier am 25. April nahmen damals eine sowjetische Kampfeinheit, sowjetische Volkstanzgruppen, Junge Pioniere und auch die FDJ teil. An einem Granitsockel wurde eine Bronzetafel angebracht, die den Zusammenschluss der 1. Ukrainischen und der 1. Belorussischen Front symbolisch darstellte. Bis 1990 überstand dieses Denkmal die Jahre unbeschadet. Zur Wendezeit jedoch wurde die Bronzetafel gestohlen und ist nicht wieder gefunden worden.

Der Heimatverein Ketzin/Havel ließ dann 2010 eine neue Tafel anfertigen. Im Prinzip handelt es sich dabei auch um ein Original. Denn sie wurde in der gleichen Form gegossen, wie die erste Tafel. Die Gussform lagerte 35 Jahre lang im Archiv des Brieselanger Grafikers Volkmar Brandt, der die Tafel einst geschaffen hatte. Steinrestaurator Oliver Guhr fertigte dann eine neue an, die farblich der bisherigen entsprach. Kurz vor dem 65. Jahrestag des Zusammentreffens der beiden Fronten konnte die Tafel angebracht werden.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizeiinspektion Havelland unter (03321) 4000 entgegen.

Von Helmut Augustiniak und Andreas Kaatz

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