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Gefährliche Hunde bald teurer

Ketzin verlangt ab 2014 erstmals eine Extra-Steuer Gefährliche Hunde bald teurer

Haustiere kosten Geld – und manches Haustier besonders viel. Die in Ketzin/Havel wohnenden Besitzer von Rottweilern, Bullterriern, Dobermännern & Co. werden das spätestens ab dem 1. Januar 2014 zu spüren bekommen. Dann tritt die neue Hundesteuersatzung der Stadt in Kraft. Darin hat die Kommune erstmals ein extra hohe Steuer für gefährliche Hunde festgelegt.

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Rottweiler kosten künftig in Ketzin extra.

Quelle: dpa

Ketzin/Havel. Wer ein solches Tier zu Hause hat, zahlt künftig 420 Euro im Jahr. Bisher lag die Steuer pro Hund bei 36 Euro, egal ob jemand einen Dackel oder einen Staffordshire Bullterrier hat. Macht eine Steigerung auf fast das Zwölffache.

Aus Sicht von Bürgermeister Bernd Lück (FDP) und der Stadtverwaltung, die die Satzungsvorlage erarbeitet hat, ist die Steuererhöhung noch moderat. „Wir lagen die letzten Jahre mit den Hundesteuersätzen immer am unteren Limit. Irgendwann ist mal Zeit, die Werte anzupassen“, so Lück. Außerdem will die Kommune verhindern, dass immer mehr dieser gefährlichen Hunde im Stadtgebiet gehalten werden.

Mit den künftig erhobenen Steuern von 420 Euro befindet sich Ketzin im Mittelfeld der Kommunen im Osthavelland. In der größten Stadt des Havellandes, in Falkensee, werden für besagte Rassen ebenfalls 420 Euro fällig. Wer allerdings zwei dieser Tiere besitzt, darf gleich 624 Euro pro Hund berappen. Noch teurer ist es in Brieselang. Kostet der erste gefährliche Vierbeiner 480 Euro, sind für den zweiten schon 1000 Euro fällig. In allen Gemeinden des Amtsbereiches Friesack werden für diese Hunde durchweg 400 Euro verlangt, in Wustermark sind es 360 Euro, ab dem zweiten Hund 784 Euro. Lediglich die Stadt Nauen inklusive der 14 Ortsteile fällt etwas aus dem Rahmen. In der dort geltenden Hundesteuersatzung, die zuletzt 2005 angepasst wurde, tauchen gefährliche Hunde nicht auf.

Von der Steuererhöhung betroffen sich in Ketzin/Havel auch die Besitzer „normaler“ Hunde. Der Satz steigt von 36 auf 48 Euro für das erste Tier, und von 60 auf 84 Euro für das zweite. Auch da befindet sich die Stadt auch im Mittelfeld. Zum Vergleich: Die Brieselanger verlangen für den ersten Hund 61,36 Euro, für den zweiten rund 153,39 Euro.

Als gefährlich geltende Rassen

In der Ketziner Hundesteuersatzung sind folgende Rassen oder Gruppen als gefährlich eingestuft worden:
1. Alano,
2. American Pitbull Terrier,
3. American Staffordshire Terrier,
4.Bullmastiff,
5. Bullterrier,
6. Cane Corso,
7. Dobermann,
8. Dogo Argentino,
9. Dogue de Bordeaux,
10. Fila Brasileiro,
11. Mastiff,
12. Mastin Espanol,
13. Mastino Napoletano,
14. Perro de Presa Canario,
15. Perro de Presa Mallorquin,
16. Rottweiler,
17. Staffordshire Bullterrier,
18. Tosa Inu. jewe

Die große Mehrheit der Ketziner Stadtverordneten billigte die neue Hundesteuersatzung ohne Diskussion. Lediglich Abgeordneter Eckehard Ross (Freie Wähler Etzin) meldete leichten Protest an und fragte: „Erhöhung ja, aber ist das noch zumutbar?“ Bürgermeister Bernd Lück gab zu bedenken, dass die Stadt sonst keinerlei Lenkungsfunktion bezüglich der Anzahl der gefährlichen Hunde haben würde. Außerdem habe die Verwaltung beim Festlegen der Höhe der Steuer auch einen Blick auf die immer leerer werdende Haushaltskasse geworfen.

Bis zum Jahresende werden die bisher erfassten rund 600 Ketziner Hundehalter angeschrieben und auf die neuen Steuersätze hingewiesen. Die Verwaltung geht nach heutigem Stand von etwa 10 bis 20 gefährlichen Hunden aus. Wer seinen Hund nicht anmeldet, muss mit einer Strafe von bis zu 5000 Euro rechnen.

Von Jens Wegener

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