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Gefährliche Stellen für Radfahrer

MAZ-Leser nennen brenzlige Fuß- und Radwege im Havelland Gefährliche Stellen für Radfahrer

Die Reaktion der MAZ-Leser auf den Aufruf zu gefährlichen Verkehrswegen war überwältigend, und auch nach Veröffentlichung des ersten Teils sind weitere Leserhinweise zu riskanten Stellen für Radfahrer und Fußgänger in der MAZ-Lokalredaktion eingegangen.

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L 112 im Stadtgebiet Falkensee: Spandauer Straße, Falkenhagener, Nauener Straße – für Radfahrer ist es kein Vergnügen auf dieser Strecke durch Falkensee zu fahren.

Quelle: MAZ

Wir haben jene Stellen herausgesucht, die am häufigsten genannt wurden, um auf die drängendsten Problemlagen hinzuweisen und möglicherweise auch Lösungsansätze bei den Verantwortlichen zu finden.

Allerdings: Für viele der von den Lesern genannten Stellen gibt es keine schnelle Entschärfung.

Ortsdurchfahrt Retzow: Lkw und Pkw rasen durch den Ort, Kinder gelangen nur schwer über die Straße: Dass in Retzow etwas passieren muss, meinen neben Leser Meinhard Schadow auch Landkreis und Landesbetrieb Straßenwesen. „Eine generelle Tempo-30-Zone wird es aber nicht geben“, sagt Friesacks Amtsdirektor Christian Pust nach einer Verkehrsbegehung. Doch um die Sichtverhältnisse zu verbessern, soll gegenüber der Fleischerei das Parken verboten werden, an der Schulbushaltestelle soll weiterhin in den Stoßzeiten nur Tempo 30 erlaubt sein. „Die Zeiten müssen wir an die Stundenpläne anpassen.“ Für eine Verkehrsinsel hat Pust wenig Hoffnung. „Für die Richtwerte haben wir leider zu wenig Kinder.“

Quelle: MAZ

Die L112 im Falkenseer Stadtgebiet ist ein typisches Beispiel. Dort könnte und müsste eine Menge für die Sicherheit der Radfahrer getan werden.

Für die Strecke zwischen der Bahnschranke und dem Falkenseer Ortseingang, wo ein ganz neuer Radweg benötigt wird, ist im Land allerdings schlicht kein Geld da.

L 112 im Stadtgebiet Falkensee: Spandauer Straße, Falkenhagener, Nauener Straße – für Radfahrer ist es kein Vergnügen auf dieser Strecke durch Falkensee zu fahren. Zahlreiche Leser beschwerten sich darüber. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller kündigt an, dass die Stadtverordneten demnächst über einen Rad- und Gehweg entlang der Falkenhagener Straße abstimmen werden. In den anderen Bereichen der Landesstraße 112 wird nichts passieren, solange keine Entscheidung über die Nordumfahrung für Falkensee vorliegt. Das sieht Frank Schmidt vom Landesbetrieb ähnlich. Man wolle an der L 112 nicht ausbauen, um dann wieder umzubauen.

Quelle: MAZ

Und alle weiteren Pläne hängen an der Nordumfahrung, deren Bau völlig unklar ist.

Kommt die Umfahrung, verbessert sich auch die Situation der Radfahrer. Bis dahin wollen aber weder das Land noch die Stadt in Provisorien investieren, die in ein paar Jahren vielleicht nicht mehr gebraucht werden.

Ruppiner Straße in Falkensee: Solange vor dem Lise-Meitner-Gymnasium in der Ruppiner Straße in Falkensee so wenig Verkehr ist wie am Wochenende, bleibt die Lage entspannt. Doch zu Schulbeginn und nach dem Unterricht, wird es eng. „Viele Schüler fahren mit ihren Rädern nebeneinander“, bestätigt Bürgermeister Heiko Müller. Doch die Trasse sei einfach zu schmal und damit nicht zu entwickeln. Die Tempo-30-Zone könne auch nicht zum verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden. „Das ist die Hauptzufahrt für ein ganzes Wohngebiet, viele Leute wären damit unzufrieden.“

Quelle: MAZ

Wie dringlich - aber auch schwierig - Verbesserungen für Radfahrer sind, haben zwei schwere Unfälle in den vergangenen Wochen gezeigt.

Erst wurde in Dallgow-Döberitz ein Junge von einem Bus überfahren und verunglückte dabei tödlich.

Dann wurde ein anderer Junge in Schönwalde mit seinem Fahrrad von einem Lkw erfasst und zog sich dabei schwere Verletzungen zu.

Am Bahnhof Finkenkrug: Besonders im Berufsverkehr ist es gefährlich, die Rudolf-Breitscheid-Straße am Bahnhof Finkenkrug zu überqueren. Davon betroffen sind besonders Schulkinder, die die Bushaltestelle nutzen, meint Leser Jörg Zeiler. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller kennt das Problem: „Die gesamte Verkehrssituation auf beiden Seiten der Bahn ist ungünstig.“ Wegen der Kurven reiche ein Zebrastreifen nicht aus. Müller würde gern den Straßenverlauf umbauen. Dafür fehle aber derzeit das Geld.

Quelle: MAZ

Beide Stellen galten bis dato nicht als Problemstellen, in beiden Fällen hieß es hinterher, dass den Kraftfahrern kein Vorwurf gemacht werden könne.

Trotzdem reagierten die Dallgower und verbarrikadierten den Sandweg, von dem aus der Junge mit seinem Fahrrad auf die Hauptstraße gefahren war.

Zwischen Pessin und Briesen: Halbwegs gute Nachrichten für Radfahrer hat Frank Schmidt, stellvertretender Leiter im Landesbetrieb Straßenwesen: „Der Radweg zwischen Pessin und Briesen ist in Planung, das Geld steht bereit, der Entwurf wird derzeit angearbeitet.“ Theoretisch könnte in zwei Jahren mit dem Bau begonnen werden. Wann der Weg aber tatsächlich gebaut wird, hänge davon ab, wann eine Einigung mit den Eigentümern der Flächen erzielt wird. Sie müssen angekauft werden, um den Weg anzulegen.

Quelle: MAZ

Darüber hinaus soll in den nächsten Monaten ein Verkehrswegekonzept erstellt werden. Im Bauausschuss wurden außerdem noch eine Reihe von weiteren Problemstellen in der Gemeinde genannt, die möglicherweise mit kleinen und kostengünstigen Eingriffen entschärft werden können.

Mögliche Lösungen sollen bis zum Ende des Jahres diskutiert werden. Allerdings sagt Dallgows Bauamtsleiterin Sabine Kern auch: "Man wird es nie schaffen, alle Risiken auszuschalten."

Die Landstraße zwischen Falkensee und dem Abzweig nach Brieselang empfinden viele Leser als lebensgefährlich. Radfahrer werden permanent von Autos überholt, die zum Teil mit 100 Stundenkilometern unterwegs sind. Einen Radweg baut der Landesbetrieb in absehbarer Zeit trotzdem nicht. Begründung: „Kein Geld.“

Quelle: MAZ

Fotos: Oliver Fischer, Andreas Kaatz, Juliane Primus

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