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Für eine Dose Tabak ins Gefängnis

Gericht verurteilte 26-Jährigen zu drei Monaten Freiheitsstrafe Für eine Dose Tabak ins Gefängnis

Wegen einer Dose Tabak für 14,50 Euro wandert ein 26-jähriger Rathenower ins Gefängnis. D. musste sich jüngst vor dem Rathenower Amtsgericht wegen Diebstahls verantworten, weil er im November 2013 eine Dose Tabak in einer Rathenower Kaufland-Filiale geklaut hatte. Ein Ladendetektiv hatte den Diebstahl bemerkt.

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Quelle: dpa

Rathenow. Zu einem ersten Verhandlungstermin Ende April war D. nicht erschienen. Auf Nachfrage des Richters erklärte er, er habe sich nicht gefühlt, sei zum Arzt gegangen und habe sich krankschreiben lassen. Eine Krankschreibung lag dem Gericht jedoch nicht vor. Zum zweiten Termin zeigte sich der Angeklagte nun reuig und geständig. „Es war mal wieder eine große Dummheit von mir“, räumte D. ein und spielte damit zugleich auf seine weiteren Vorstrafen an. D.erzählte, dass er sich an diesem Tag im November mit seiner Freundin gestritten hatte, weil er seinen Job verloren hatte. Daraufhin habe sie ihn rausgeworfen. „Ich stand da ohne alles. Ich wusste nicht wohin und was ich machen sollte“, erklärte der 26-Jährige dem Gericht. „Das mag die Tat erklären, rechtfertigen kann es sie aber nicht“, stellte der Richter fest.

Aus den Akten ging hervor, dass D. am Tattag auch einen Termin bei seiner Bewährungshelferin hatte – er ist bereits dreimal wegen Diebstahls zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Dem Bericht der Bewährungshelferin entnahm der Richter einen negativen Verlauf der Betreuung. Seit der letzten Tat kam es zu keinem Gespräch mehr. Zwar erklärte der Angeklagte, er habe versucht, Kontakt zu seiner Bewährungshelferin aufzunehmen, gab aber auch zu, die letzten Termine nicht wahrgenommen zu haben.

Staatsanwaltschaft, Richter und Verteidiger waren sich einig, dass D. genug Chancen hatte und dieses Mal nicht mit einer Geldstrafe davonkommen dürfe. Diese hätte bisher keine Wirkung gezeigt. „Offensichtlich ist er ein hartnäckiger Täter, der sich nicht um die Eigentumsrechte anderer schert“, so der Staatsanwalt. Trotz des geringen Sachwerts verurteilte der Richter D. zu drei Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung und folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Ich hatte gehofft, dass es nicht zu dieser Verhandlung kommt, aber mit Geldstrafen kann man Sie nicht mehr beeindrucken“, so der Richter. D. ist arbeitslos und Vater einer Tochter. Seine Lebensgefährtin war während der Verhandlung anwesend.

Von Christin Schmidt

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