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Gegen Gewalt an Frauen

Falkenseer Fahnenaktion Gegen Gewalt an Frauen

Die Schals bis unter die Nase gezogen, die Hände blieben zum Aufwärmen in den Taschen – dick eingemummelt versammelte sich eine kleine Gruppe anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen vor dem Falkenseer Rathaus. Nach wie vor ist das Thema häusliche Gewalt ein gesellschaftliches Tabu.

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Eine Woche lang soll die Flagge alle Vorbeikommenden auf das Thema“Gegen Gewalt an Frauen“ aufmerksam machen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Die Schals bis unter die Nase gezogen, die Hände blieben zum Aufwärmen in den Taschen – dick eingemummelt kam eine kleine Delegation am Mittwochmorgen vor dem Falkenseer Rathaus zusammen - Nieselregen und eisigen Temperaturen zum Trotz. Die bunte Gruppe um Falkensees Integrations- und Gleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg versammelte sich anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen, der seit 1990 immer am 25. November begangen wird. „Wir wollen nicht weggucken, sondern hinschauen und die Menschen für das Thema sensibilisieren“, so Dörnenburg.

Nach wie vor ist das Thema häusliche Gewalt ein gesellschaftliches Tabu. Die Dunkelziffer, vor allem bei sexuell motivierten Delikten, ist in Brandenburg und ganz Deutschland immer noch hoch. Aus Scham und Angst zeigen viele Frauen ihre Peiniger nicht an. „80 Prozent der angezeigten Gewaltdelikte gegenüber Frauen wird in Brandenburg von Männern begangen. Und das sind nicht immer nur Partner, sondern genauso Väter, Stiefväter, Brüder oder Söhne“, so Catrin Seeger vom Netzwerk der Brandenburgischen Frauenhäuser und Leiterin des Rathenower Beratungs- und Krisenzentrums für Frauen, dem einzigen Frauenhaus im Landkreis Havelland. „Alleine in diesem Jahr haben wir bereits 29 Frauen und 29 Kinder aufgenommen, hinzu kommen viele ehemalige Bewohnerinnen und Frauen, die wir in unsere externen Beratungsstellen betreuen“, so Seeger. Waren es im Jahr 2013 noch 3843 angezeigte Gewalttaten, stieg die Zahl in Brandenburg 2014 um 5,3 Prozent auf 4046. „Das bedeutet nicht unbedingt, dass auch tatsächlich mehr Gewalttaten passiert sind, sondern, dass mehr Frauen den Mut dazu hatten Anzeige zu erstatten.“

Was für deutsche Frauen gilt, haben auch geflüchtete Frauen nicht selten bereits im eigenen Land und besonders auf der Flucht erlebt. „Auch in deutschen Unterkünften hören diese traumatisierenden Erfahrungen, laut einer Studie des Vereins Gesellschaft für Inklusion und Soziale Arbeit, häufig nicht auf. Es habe bereits ernstzunehmende Anzeichen für häusliche Gewalt in allen Unterkünften Brandenburgs gegeben“, zitierte Dörnenburg aus einem offenen Brief der Landesgleichstellungsbeauftragten an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). „Es fehlt an abschließbaren Schlaf- und Sanitärräumen sowie verbindlichen Präventionsmaßnahmen.“

Gedenktag seit 1990

Der internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ ist ein seit 1990 von der UNO offiziell anerkannter Gedenktag.

Er geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo. Der Mut der Mirabal-Schwestern gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

Am 25. November 2001 initiierte der Verein Terre des Femmes zum ersten Mal die Fahnenaktion, um ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.

Das Hissen der Flagge „Frei leben – ohne Gewalt“ gehört seit mittlerweile 14 Jahren weltweit zum festen Programmpunkt des Gedenktages. Es symbolisiert ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben von Mädchen und Frauen und soll Vorbeikommende auf das Thema aufmerksam machen. Für Manuela Dörnenburg ist es bereits die sechste Fahnenaktion in Folge – Zeit für mehr Farbkraft. „Die alte Flagge hat schon bessere Zeiten gesehen. Daher hängt in diesem Jahr eine nagelneue am Fahnenmast.“ Das ausgediente Modell erfüllt nun ganzjährig einen dekorativen Zweck im Büro der Falkenseer Gleichstellungsbeauftragten.

Von Laura Sander

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