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Gemeinde geht jetzt gegen Mulden-Parker vor

Brieselang Gemeinde geht jetzt gegen Mulden-Parker vor

Die Gemeinde will demnächst verstärkt gegen Autofahrer vorgehen, die ihre Fahrzeuge in den Mulden am Straßenrand abstellen. Denn diese können dadurch ihre Aufgabe, das Regenwasser versickern zu lassen, immer weniger erfüllen. Der Boden wird durch das Gewicht der Autos immer mehr verdichtet. Jedoch will man keinesfalls flächendeckend Poller installieren.

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Poller, soweit das Auge reicht: So wie in der Fichtestraße soll es künftig auf keinen Fall flächendeckend in der Gemeinde aussehen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Es ist ein typisches Bild für die Siedlungsgemeinde Brieselang: Entlang vieler Straßen verlaufen Mulden. Ihre Aufgabe: Sie sollen das Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. Doch genau das können sie in vielen Bereichen gar nicht mehr. Denn zunehmend parken Autos in den Mulden. Mit ihrem Gewicht verdichten sie den Boden, von Versickerung keine Spur mehr. Vor allem beim Starkregen in diesem Sommer wurde dies besonders deutlich. Das Wasser stand ewig.

Aus dem Grunde will die Gemeinde jetzt verstärkt gegen diese Falschparker vorgehen. Das kündigte Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) an. „Im Monat Januar soll es eine konzentrierte Aktion geben“, sagte er. So sollen die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes ein verstärktes Auge auf die Parksünder haben. Loslegen will man mit Merkblättern, mit denen die Bewohner auf die Folgen des Muldenparkens hingewiesen werden. Fruchtet das nichts, müssen die Verkehrssünder danach auch mit Knöllchen rechnen.

„Es geht nicht darum, das Staatssäckl zu füllen. Der Bauhof hat derzeit so viele Schäden auszugleichen, das ist nicht normal“, so der Bürgermeister. Denn einige Autofahrer parken auch verbotenerweise auf Grünflächen. Bei aufgeweichtem Boden sorgt das dann für besonders große Zerstörungen.

Festgestellt wird zudem, dass sich sowohl Anwohner mit ihren Fahrzeugen einfach in den Grünbereich stellen als auch Auswärtige. Garn appelliert an die Brieselanger, dass sie ihren „Besuchern, Lieferanten und Handwerkern vermitteln, dass sie weder in den Mulden, noch auf Grünflächen oder Gehwegen parken“. Gerade Letzteres sei eine zunehmende Unsitte. „Da kommen Mütter mit ihren Kinderwagen nicht mehr vorbei.“ Von dem ein oder anderen Bürger müssen sich die Verwaltungsmitarbeiter immer wieder anhören, dass sie nicht genug tun gegen die Falschparker

Doch schon jetzt werden die Ordnungsamtsmitarbeiter tätig, wenn sie bei ihren Kontrollfahrten Autos in Mulden sehen. Ein Verstoß gegen die kommunale Straßen- und Anlagenverordnung. Dafür gibt es ein Verwarngeld von 15 Euro. Eine Alternative wäre laut Garn, wenn man alles mit Pollern absperrt. „Aber ich glaube, wir wollen kein Poller-Town Brieselang“, meinte er. Auch aus optischen Gründen.

Punktuell indes gibt es schon jetzt abgepollerte Bereiche im Gemeindegebiet von Brieselang, um Grün und Mulden zu schützen. Das betrifft unter anderem einen längeren Abschnitt in der Fichtestraße zwischen Bahn- und Karl-Marx-Straße. „Auf Wunsch der Anwohner“, wie Bauamtsleiter Uwe Gramsch sagt. Ein weiterer Bereich ist etwa in der Schillerstraße/Ecke Forstweg. Und demnächst werden auch Poller aufgestellt in der Pappelallee nahe Penny. Weil die Lkw nicht mehr auf den Parkplatz dürfen parken die Fahrer ihre Lastzüge derzeit halb auf dem Grünstreifen und auf dem Gehweg.

Hintergrund

Das Bauvorhaben Lange Straße hat jetzt begonnen. Zwischen Karl-Marx-Straße und Uthmannstraße wird der Gehweg errichtet sowie die Beleuchtung. Sollte die Witterung es erlauben, soll noch 2017 weiter Richtung Falkenstraße weitergebaut werden.

In Bredow ist in der Dammstraße ein unterirdisches Entwässerungsrohr geborsten und der Gehweg abgesackt. Der Auftrag zur Reparatur ist erteilt. Diese soll bis Weihnachten erfolgen.

Als einen Bereich, wo es mit der Versickerung nicht mehr richtig klappt, nennt Gramsch die Sudermannstraße. „Dort ist der Boden hochgradig verdichtet.“ Hinzu komme ein hoher Grundwasserstand in dem Gebiet. Wie dramatisch es dort ist, hatte sich beim Starkregen gezeigt, als es regelrechte Überschwemmungen gab. „Wir sind jetzt dabei zu prüfen, wie wir generell den Boden in den Mulden lockern können“, so Gramsch. Dazu wird momentan nach geeigneten Methoden gesucht.

Möglicherweise muss die Gemeinde auch die Kriterien für den Bau von Anliegerstraßen überdenken und extra Pkw-Stellplätze mit einplanen. Damit es für die Bewohner nicht so teuer wird, ist es derzeit so, dass die Fahrbahn nur vier Meter breit geplant wird und auf beiden Seiten ein jeweils ein Meter breiter Schotterstreifen angeordnet ist. Dieser dient zum Ausweichen, aber auch zum Parken. Doch manche Autofahrer stellen das Auto darüber hinaus in die Mulde. Eine erste Diskussion zum Thema Parkflächen gab es in der jüngsten Gemeindevertretersitzung.

Straßen werden derzeit in Brieselang nicht gebaut. Dafür sind die Arbeiter aber gerade in der Pappelallee und Schillerstraße dabei, die Schäden nach Sturm Xavier zu beseitigen. So werden Gehwege repariert, die durch umstürzende Bäume aufgerissen wurden. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten beendet sein.

Von Andreas Kaatz

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