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Gemeinde versteigert Feuerwehrauto

Milower Land Gemeinde versteigert Feuerwehrauto

Zum ersten Mal versteigert die Gemeinde Milower Land ein ausrangiertes Fahrzeug. Bis 1. Juni kann jeder online mitbieten. Das Mindestgebot liegt bei 2000 Euro. Bürgermeister Felix Menzel (SPD) hofft, dass am Ende mehr Geld in die Haushaltskasse der Gemeinde fließt. Schließlich dürfte das Fahrzeug längst nicht nur für Liebhaber interessant sein.

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Felix Menzel verfolgt die Versteigerung im Internet von seinem Schreibtisch aus.

Quelle: Christin Schmidt

Milower Land. Mehr als zehn Jahre leistete das Tanklöschfahrzeug TLF 16/W50 GMK den Kameraden der Stützpunktfeuerwehr Nitzahn treue Dienste. Auf unzähligen Einsätzen war das Feuerwehrauto, das bereits 1988 seine Dienst antrat, dabei. Nun macht das betagte Gefährt Platz für moderne Technik. Ende März übergab Bürgermeister Felix Menzel (SPD) den Kameraden den Schlüssel für einen neuen TLF 4000, mit dem die Wehr seither ausrückt. Der alte W50 steht nun auf dem ehemaligen Schulhof in Nitzahn und wartet auf einen neuen Besitzer. Wer das sein wird, steht erst Anfang Juni fest, denn so lange läuft die Auktion für das Fahrzeug.

Die Gemeinde Milower Land hat sich entschlossen, dass Fahrzeug nicht wie bisher üblich an den Verkäufer des neuen Feuerwehrautos zu übergeben, sondern es im Internet zu versteigern. „Für uns ist das eine Premiere und wenn es gut läuft, können wir uns durchaus vorstellen, dass es nicht unsere letzte Versteigerung war, denn das Ganze ist für uns als Verwaltung relativ unkompliziert“, sagt Felix Menzel.

Das alte TLF ist ein Berliner

1988 wurde der TLF erstmals zugelassen. Nach Nitzahn kam es erst 2006. Damals hatte die Gemeinde Milower Land das Fahrzeug von der Berliner Feuerwehr übernommen. Der Bürgermeister betont, dass das Fahrzeug durchaus noch einsatzbereit ist. „Das TLF ist vier Jahre jünger als ich, hat sich aber Dank der guten Pflege der Kameraden wesentlich besser gehalten. Allerdings schreitet die Entwicklung der Technik immer schneller voran und wir wollen das unsere Wehren möglichst modern ausgestattet sind. Deshalb verkaufen wir dieses Fahrzeug nun, wenngleich es noch für den Einsatz geeignet ist.“ Die Auktion dürfte also nicht nur für Liebhaber alter Feuerwehrautos interessant sein. Auch Wehren mit geringem Budget kommen als Käufer in Betracht, so Menzel.

Am Donnerstagmorgen um Punkt 10 Uhr wurde die Versteigerung eröffnet. 30 Tage ist diese nun online. Im Internet kann jeder auf der Seite www.zoll-auktion.de mitbieten. „Einfach in die Suchmaske TLF eingeben und dann in der Liste nach unserem Fahrzeug schauen“, erklärt Felix Menzel, während er selbst das Gebot aufruft. Aktuell stehen dort sieben TLF zum Verkauf.

Ware nur gegen Abholung

Mitbieten kann jeder, egal ob Privatpersonen, Unternehmer oder Kommune. Die Gebote erfolgen in 50-Euro-Schritten. Der Käufer kann sich zudem sicher sein, dass er nicht auf ein unbrauchbares Fahrzeug bietet. Ein Mitarbeiter der Dekra hatte das Tanklöschfahrzeug Ende März unter die Lupe genommen und bewertet. Ein entsprechende Gutachten ist ebenfalls online einzusehen. Natürlich hofft Felix Menzel, dass das Auto am Ende mehr als 2000 Euro einbringt. Das Geld soll dann in die Haushaltskasse der Gemeinde fließen. Zum Vergleich: Der neue TLF 4000 kostete der Gemeinde rund 250 000 Euro.

Günstig wäre es, wenn der neue Besitzer auch einen entsprechenden Führerschein hat, um den TLF in sein neues Zuhause zu bringen. Denn eine Lieferung der Ware ist in diesem Fall nicht möglich.

Zahlen und Fakten zum TLF aus Milow

Der ausrangierte Feuerwehrauto ist ein sogenannter W50 (Werdau 50 dt), ein Vielzweck-Lastkraftwagen des Industrieverbands Fahrzeugbau (IFA).

Gebaut wurden diesen zwischen 1965 und 1990.

Rund 570 000 Fahrzeuge dieses Typs lieferte das Automobilwerk Ludwigsfelde aus.

Das Milower Fahrzeug hat eine zulässige Gesamtmasse von 10300 Kilogramm und ist mit einem Dieselmotor ausgerüstet.

Der Löschwassertank umfasst ein Volumen von 2200 Liter. Der Schaumbildnertank ist 500 Liter groß.

Von Christin Schmidt

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