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Gemeinsam für mehr Gesundheit

Kreis und Krankenkasse Gemeinsam für mehr Gesundheit

Sozialdezernent Wolfgang Gall brachte es auf den Punkt: „Gymnastik ist immer besser als Ibuprofen.“ Wer bis ins hohe Alter aktiv bleibe, erhöhe die Chance auf ein langes Leben. Im ländlichen Raum fehlt es bislang aber oft an Sportangeboten für Senioren. Eine neue Gesundheitspartnerschaft zwischen dem Landkreis Havelland und der AOK Nordost soll das ändern.

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Auch das gehört zum neuen Sportprojekt: Synchron-Unterschreiben.

Quelle: Foto: Philip Häfner

Nauen. Sozialdezernent Wolfgang Gall brachte es auf den Punkt: „Gymnastik ist immer besser als Ibuprofen.“ Wer bis ins hohe Alter aktiv bleibe und sich regelmäßig bewege, erhöhe die Chance auf ein langes Leben. Gerade im ländlichen Raum fehlt es bislang aber oft an Sportangeboten für Senioren und Frauen. Eine neue Gesundheitspartnerschaft zwischen dem Landkreis Havelland und der Krankenkasse AOK Nordost soll das künftig ändern. Sie ist Teil des Demografieprojektes Havelland, das der Landkreis 2010 initiiert hatte.

Im Rahmen eines ersten Projektes sollen ländliche Sportvereine für die Schaffung gesundheitsorientierter Angebote sensibilisiert und über einen Zeitraum von zwei Jahren professionell betreut werden. Drei Vereine machen mit: die SG Eintracht Friesack (Amt Friesack), der FC Rot-Weiß Nennhausen 1990 (Amt Nennhausen) und der SV 1885 Rhinow/Großderschau (Amt Rhinow).

Mit dabei ist auch der TSV Falkensee, der größte Sportklub des Landkreises, der bereits ein breites Angebot an Gesundheitssport anbietet und während des Projekts als Coach fungiert. „Wir möchten unsere Erfahrungen, die seit vielen Jahren erprobt sind, gerne weitergeben“, sagte die Vorsitzende Birgit Faber. Sie spricht von „Hilfe zur Selbsthilfe“. Als weitere Partner sind der Kreissportbund, der Märkische Turnerbund, das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport sowie das Potsdamer Institut für Sportentwicklungsplanung an dem Projekt beteiligt.

Das Institut hatte 2015 bereits den Sportentwicklungsplan für den Landkreis erstellt. Darin wurde deutlich, dass sich zwar der Anteil der Über-60-Jährigen in den Sportvereinen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt hat, dass es aber gleichzeitig in den Vereinen immer zu wenig Angebote im Gesundheitssport gibt. Bislang ist nur jeder 14. Sportler im Kreis im Gesundheits-, Behinderten- oder Rehasport organisiert – in Potsdam ist es bereits jeder Dritte. Mit dem neuen Projekt sollen es auch im Havelland bald mehr werden. „Ich finde es hochspannend, was hier begonnen wird“, sagte Jürgen Rode vom Institut für Sportentwicklungsplanung. Es sei beileibe nicht immer so, dass ihre Empfehlungen auch umgesetzt würden, wenn sie eine Studie vorstellen.

Landrat Roger Lewandowski (CDU) freute sich über die Zusammenarbeit. Er sagte: „Der Landkreis Havelland sieht in der Verbesserung der Lebensverhältnisse und der Gesundheit seiner Bürger eine wichtige Aufgabe, die gemeinschaftlich angegangen werden muss.“ Das vorgestellt Projekt könnte ein Modell auch für andere Kreise sein, so der Landrat.

Auch um die betriebliche Gesundheitsförderung in der Kreisverwaltung kümmert sich künftig die AOK. Damit soll der Krankenstand gesenkt werden. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich unsere Mitarbeiter nicht quälen“, sagte Lewandowski. Hintergrund des Engagements der Krankenkasse ist das Präventionsgesetz, das im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Es ermöglicht eine stärkere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen bei Prävention und Gesundheitsförderung.

Von Philip Häfner

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