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Gemeinsam lernen bis zur 10. Klasse

Nauen/Friesack Gemeinsam lernen bis zur 10. Klasse

Die Landtagsfraktion der Linken macht seit Mai Werbung für die geplanten Schulzentren und stellt das Konzept an mehreren Schulen in Brandenburg vor. Am Freitag war sie in Friesack und in Nauen. Es geht darum, dass die Kinder dort, wo es möglich ist, gemeinsam von der ersten bis zur zehnten Klasse lernen.

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Auch an der „Dr. Georg Graf von Arco“-Oberschule in Nauen lernen die Kinder der Klassen 1 bis 10 schon jetzt unter einem Dach.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Die Kinder sollen gemeinsam von der ersten bis zur zehnten oder sogar bis zur 13. Klasse lernen – zumindest in den Orten, in denen dafür die Möglichkeit besteht. Das ist auch die Vorstellung der Linken im Brandenburger Landtag. Sie nennen es Gemeinschaftsschule, im Koalitionsvertrag steht Schulzentrum. Seit Mai sind die Linken auf Tour, stellen das Konzept in Schulen vor, die in Frage kommen. Am Freitag waren sie im Havelland unterwegs, besuchten die Kooperationsschule Friesack sowie die „Dr. Georg Graf von Arco“-Oberschule mit Grundschulteil in Nauen.

Nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion Kathrin Dannenberg soll es auf diese Weise besser gelingen, dass Kinder unabhängig ihrer Herkunft oder Begabung lernen können, dass Chancengleichheit besteht. „Schulzentren bekommen zusätzliche Stellen für den Primar- und den Sekundarstufenbereich“, sagt sie.

In 35 Schulen im Land gibt es bereits Grund- und Oberschule unter einem Dach. Die beiden havelländischen Bildungseinrichtungen gehören dazu. „Wir haben den Grundstein schon vor rund 20 Jahren gelegt, verfügen über viele Erfahrungen“, sagt Heike Hoffmann, kommissarische Leiterin der Kooperationsschule Friesack. Dort lernen die Kinder der Grundschule sowie der Oberschule gemeinsam an einem Standort. „Wir erfüllen schon jetzt die Voraussetzungen, beide Schulen sind miteinander verzahnt“, sagt Heike Hoffmann. Die Friesacker würden durchaus vom Schulzentren-Konzept profitieren. Bislang haben sie nämlich keinen Primarstufenleiter, das würde sich dann aber wohl ändern. Denn das Konzept sieht unter anderem eine Verstärkung der Schulleitung vor.
Wenn Schüler von der ersten bis zehnten Klasse an einer Schule lernen, dann sorgt dies auch für eine Sicherung des Schulstandortes, wie Kathrin Dannenberg meint – angesichts der demografischen Entwicklung gerade auf dem Lande sehr wichtig. „Im Schnitt verbleiben 70 Prozent der Grundschüler an der Einrichtung und wir wollen, dass es noch mehr werden.“ Die Schüler müssten ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen und auch das stressige Ü 7-Verfahren entfällt. Heike Hoffmann kann dies bestätigen: „Die Kinder, die nicht ans Gymnasium gehen, bleiben in der Regel an der Schule.“

Der Linkenfraktion ist wichtig, dass den in Frage kommenden Bildungseinrichtungen das Modell Schulzentrum nicht übergeholfen wird, sondern dass es von innen heraus kommt. Schulträger und Schulkonferenz müssen ihre Zustimmung geben, bevor der Antrag ans Ministerium gestellt wird.

Als weiteren Anreiz neben der personellen Verstärkung sehen die Linken die Möglichkeit, über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) Fördermittel für Baumaßnahmen zu beantragen. Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass die Schulzentren im Schulgesetz verankert werden, um Rechtssicherheit zu bekommen. „Beide Schulleiter waren auch froh, dass es eine wissenschaftliche Begleitung geben wird“, sagt Kathrin Dannenberg. In Berlin, wo die Gemeinschaftsschule schon praktiziert werde, hätte sich gezeigt, dass sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwache Schüler Lernzuwächse zu verzeichnen haben.

Im September soll das Konzept im Brandenburger Landtag beschlossen werden. Ende des Jahres steht ein weiteres Konzept zur Entscheidung, das bessere Rahmenbedingungen bieten soll für das gemeinsame Lernen mit Kindern, die Förderbedarf haben.

Von Andreas Kaatz

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