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Gemeinsame Kita- und Schulküche soll kommen

Rathenow Gemeinsame Kita- und Schulküche soll kommen

Die Essensversorgung in Rathenower Kitas und Schulen ist unübersichtlich. Drei Kitas kochen noch selbst, der Rest bezieht sein Essen von unterschiedlichen Küchen. Auf Initiative der Rathenower Linken soll jetzt geprüft werden, ob der Plan einer zentrale Küche für alle Rathenower Bildungseinrichtungen umsetzbar ist.

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In der Kita „Kleine Strolche“ am Weinberg wird jeden Tag gekocht: Annette Pfarr und Thomas Main sind zuständig für die Versorgung von 80 Kindern.
 

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow.  Das Essen für die Kitas und Schulen der Stadt Rathenow könnte künftig an einem zentralen Ort in der Stadt zubereitet werden. Jedenfalls haben die Rathenower Stadtverordneten der Verwaltung den Auftrag erteilt, bis Ende November eine vergleichende Analyse zur Essensversorgung in den Bildungs- und Kindereinrichtungen vorzulegen. Dem einstimmig verabschiedeten Beschluss zufolge soll ermittelt werden, was es kosten würde, das Essen für alle Einrichtungen an einem zentralen Ort zuzubereiten. Und wie sich diese Kosten im Vergleich zur jetzigen Praxis verhalten.

Lediglich in drei Rathenower Kitas wird noch selbst gekocht – in den Kitas „Jenny Marx“, „Die kleinen Philosophen“ und „Die kleinen Strolche“. Die anderen städtischen Kitas und alle Rathenower Schulen beziehen ihr Essen von auswärtigen Caterern. In deren Küchen wird das Essen vormittags zubereitet, in Warmhalteboxen verpackt und an die jeweilige Einrichtung geliefert.

Daniel Golze, Fraktionschef der Linken, kritisierte diese Praxis, als er vor den Stadtverordneten den Beschlussantrag begründete. „Wir wollen ein regionales, ausgewogenes schmackhaftes Essen für alle Kinder der Stadt“, sagte Golze. Wenn das Essen in einer auswärtigen Großküche zubereitet und dann in Warmhalteboxen durch die Gegend gekarrt werde, dann könne das, was Frische und Regionalität angeht, nicht die beste Lösung sein. Golze hob den Fall eines Magdeburger Caterers als Negativbeispiel hervor. Nicht nur, weil die Entfernung nach Rathenow die größte ist, sondern auch, weil wichtige Arbeitsplätze nicht nur außerhalb der Region, sondern sogar außerhalb des Landes lägen. Eine Großküche in Rathenow werde auch für den hiesigen Arbeitsmarkt einen wichtigen Impuls setzen.

Daniel Golze erklärte, in dem jetzt eingeleiteten ersten Schritt solle ermittelt werden, wie teuer die Einrichtung und der Betrieb einer Großküche in Rathenow werde. Und wie sich die Kosten im Vergleich zu den jetzt anfallenden Aufwendungen darstellen.

Hintergrund

Rund 1200 Kinder besuchen Kitas in der Stadt Rathenow. Rund zwei Drittel sind in den sieben städtischen Kitas angemeldet, der Rest besucht die sechs Kitas, die von freien Trägern betrieben werden wie der Awo oder den Kirchen.

Rund 2500 Kinder besuchen die Rathenower Schulen. Etwa 1000 Schüler sind an den vier Grundschulen angemeldet (Jahn, Weinberg, Scholl und Otto Seger), der Rest verteilt sich auf die drei weiterführenden Schulen (Bürgelschule, Dunckerschule, Jahngymnasium).

Nach Auskunft von Rathenows Hauptamtsleiter Jörg Zietemann zahlen Eltern von Kitakindern derzeit 31,50 Euro pro Monat für das Mittagessen. Frühstück und Vesper würden mit den Kita-Gebühren verrechnet. In den Schulen seien die Preise etwas höher. Je nach Anbieter gebe es von Schule zu Schule geringfügige Preisunterschiede.

Als „wichtig und sinnvoll“ bezeichnete Hartmut Rubach (SPD) die Initiative. Und er regte an, dass die Stadt in Betracht ziehen solle, die Essenversorgung in Eigenregie zu betreiben. Es sei wichtig, in einem so wichtigen Geschäft die Kontrolle und die Übersicht zu behalten. Um zu begreifen, dass es sich bei der Zentralisierung der Essensversorgung um ein Vorhaben mit beachtlichem logistischen Aufwand handelt, genügt ein Blick auf die Zahlen. Rechnet man alle Kinder zusammen, die Rathenower Kitas und Schulen besuchen, kommt man auf eine Zahl weit über 3500.

Die Kita Kleine Strolche ist eine von drei Kindertagesstätten in Rathenow, in denen noch selbst gekocht wird. Für 80 Kinder wird hier Frühstück, Mittagessen und Vesper zubereitet. Kita-Leiterin Birgit Hubert ist von diesem Konzept absolut überzeugt – und die Eltern sind es auch. „Frischer geht es nicht“, sagt Hubert. Viele Zutaten stammten aus der Region und das Essen komme gleich von den Töpfen auf die Teller – ohne Warmhaltung, Transport und andere Umwege. Und weil Kita und Küche eng verzahnt seien, könne sehr flexibel reagiert werden.

Kursiere etwa eine Magen-Darm-Grippe, dann werde der Essensplan kurzerhand auf verträgliche Speisen umgestellt. Und wenn die Kinder unbedingt mal wieder Eierkuchen essen wollen, dann wird auch dieser Wunsch erfüllt. All das werde ein Großküche kaum leisten können.

Von Markus Kniebeler

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