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Gemeinsames Gedenken im Geschichtspark

Falkensee Gemeinsames Gedenken im Geschichtspark

Vertreter des französischen Sachsenhausen-Komitees waren am Sonntag zu Gast im Falkenseer Geschichtspark. Sie erinnerten an das Leid der Häftlinge, die hier zwischen 1942 und 1945 schuften mussten. Unter den Häftlingen des KZ-Außenlagers waren auch hunderte Franzosen.

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Franzosen und Deutsche auf dem Weg zur Gedenkveranstaltung im Falkenseer Geschichtspark.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. „Erinnerung und Mahnung“, „In stillem Gedenken“, „In ehrendem Gedenken“ – die Inschriften auf den Blumengebinden gaben den Grundton der Veranstaltung vor. Keine lauten Reden, keine Parolen. Aber einige eindringliche Worte im Falkenseer Geschichtspark, als am Sonntag Vertreter des französischen Sachsenhausen-Komitees die Gedenkstätte besuchten. Fast 70 Falkenseer waren hinzugekommen – Politiker von Linke bis CDU, Vertreter von Verbänden wie dem VNN Havelland, ganz normale Bürger.

Zu ihnen gehörten Ines Mittelbach und Peter Rosenauer, die elfjährige Lea Marie spielte ein Stück auf der Geige, die Familie sang ein einfaches Lied. Und zaghaft stimmten die Zuhörer mit ein und erlebten eine leise Verbundenheit an einer Stätte des Grauens, der Mahnung, der Schande. Aber auch an einer Stätte der Mitmenschlichkeit und Solidarität. Im ehemaligen Außenlager des KZ Sachsenhausen waren zwischen 1942 und 1945 bis zu 2500 Häftlinge aus ganz Europa eingesperrt, darunter mehr als 600 aus Frankreich. Die Häftlinge mussten in den nahen Rüstungswerken schuften, in Falkensee wurden für die Demag, die Deutsche Maschinenbau Aktiengesellschaft, unter anderem Panzer gebaut. Am 26. April 1945 hatten sowjetische Truppen das Lager befreit.

Zur Erinnerung an diesen Tag kommen seit vielen Jahren Vertreter des Amicale Francaise Sachsenhausen nach Falkensee. Ihr Generalsekretär André Lassague, Sohn eines ehemaligen Sachsenhausen-Häftlings, sprach zu den Anwesenden: „Für uns ist es ein Bedürfnis, mit Ihnen zusammen derer zu Gedenken, die hier gelitten haben“, sagte er. Viele haben hier ihr Leben gelassen. Er gedachte aber nicht nur der Toten, sondern auch derer, die versucht haben Widerstand zu leisten und dem Hitlerregime in jeglicher Form etwas entgegenzusetzen. Einen besonderen Dank richtete er an den Falkenseer Bildhauer Ingo Wellmann. André Lassague erinnerte daran, dass das 1967 aufgestellt Denkmal vor fünf Jahren geschändet worden war, die vier Bronzeplatten waren gestohlen worden. Ingo Wellmann hatte aus Sandstein neue Erinnerungsreliefs geschaffen. Lassague dankte allen, die sich in der Stadt an der Wiederherstellung des Denkmals beteiligt haben.

Die Stadt Falkensee hat sich für die Anlage eingesetzt. „Sie ist eine Erinnerung an eine Zeit, als Menschsein schwer war“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller. Die Erinnerung wird schwerer, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, sagte er, aber sie sei notwendig, wie die aktuellen Ereignisse sowohl in Frankreich als auch in Deutschland zeigen. „Völkerfreundschaft wird von vielen in Frage gestellt“, sagte er, aber Völkerfreundschaft sei ein Garant dafür, dass so etwas Grauenvolles wie an diesem Ort vor mehr als 70 Jahren nie wieder geschieht.

Von Marlies Schnaibel

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