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Gemeinsames Gedenken in Falkensee

Falkensee Gemeinsames Gedenken in Falkensee

Norwegische und deutsche Schüler gedachten am Dienstag im Falkenseer Geschichtspark den Opfern des Nationalsozialismus. Falkensees Bürgermeister Heiko Müller warnte indes vor den aktuellen politischen Entwicklungen. Umso wichtiger sei es daher, dass regelmäßig Jugendliche aus anderen Ländern nach Falkensee kommen.

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„Wer die Vergangenheit vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen“ - Die norwegischen Schüler trugen das Zitat in verschiedenen Sprachen vor.

Quelle: Danilo Hafer

Falkensee. Jugendliche müssten sich in der heutigen Zeit zwischen zwei Optionen entscheiden: „Sie haben zu wählen zwischen Hass, Diskriminierung und Extremismus oder Hoffnung, Zusammenarbeit und Frieden“, sagte Adnan Madesko, Englisch- und Geschichtslehrer an der Stasjonsfjellet Skole in Oslo. Damit sich die Jugendlichen auch für den richtigen Weg entscheiden, nämlich den für mehr Demokratie und Frieden, müssten sie sich auch der Vergangenheit bewusst sein.

Gedenken mit einer Schweigeminute

Am Dienstag besuchten daher rund 80 Schüler der Stasjonsfjellet Skole den Falkenseer Geschichtspark auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers von Sachsenhausen. Gemeinsam mit Schülern der Immanuel-Kant-Schule und der Geschwister-Scholl-Schule gedachten sie der Opfer des Nationalsozialismus. Der Chor der Geschwister-Scholl-Schule hatte die Gedenkveranstaltung musikalisch umrahmt. In einer Schweigeminute wurde an den letzten Überlebenden des Lagers erinnert, der erst im vergangenen Jahr verstarb, Sigurd Syversen. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und der Stadtverordnete Thomas Fuhl (CDU) legten einen Kranz nieder.

Am zentralen Gedenkstein legten die Schüler Blumen nieder

Am zentralen Gedenkstein legten die Schüler Blumen nieder.

Quelle: Danilo Hafer

Hauptgedanke der länderübergreifenden Gedenkfeier sei, bei den Schülern das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Frieden zu stärken und den Austausch zu fördern. „Ich bin selbst vor vielen Jahren von Bosnien nach Norwegen gekommen und wurde damals mit offenen Armen empfangen, viele dieser Arme haben sich heute verschlossen“, sagte Adnan Madesko.

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller nutzte die Gedenkveranstaltung, um den Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen zu richten. „Die Wahl hat uns gezeigt, wie sehr die Rechten in Deutschland wieder zulegen konnten“, so Müller. Auch der Schlachtruf des amerikanischen Präsidenten „America first“ erinnere ihn nur zu sehr an die Worte „Deutschland über alles“, die am Beginn des Nationalsozialismus standen. Die Gewalt, die in den vergangenen drei Jahren in Deutschland immer wieder gegen Flüchtlinge angewendet wurde, sei etwas, das ihm Angst mache. Umso wichtiger sei die Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des früheren Außenlagers. „Denn das ist auch ein Ort der Hoffnung, da sich hier Jugendliche aus ganz Europa und der Welt treffen, um sich gemeinsam zu erinnern und kennenzulernen“, so Müller. So kommen auch die norwegischen Schüler nach der Gedenkveranstaltung mit den deutschen Schülern ins Gespräch.

Für die norwegischen Jugendlichen ist der Besuch in Falkensee Teil einer Europareise. „Wir sind mit der Fähre nach Gdynia in Polen gefahren und dann weiter nach Krakau“, erklärte Lehrer Adnan Madesko. Dort besuchten sie bereits das Konzentrationslager Auschwitz. Auch ein Besuch in Sachsenhausen steht noch auf dem Programm der Schüler, bevor es über Polen wieder zurück nach Oslo geht.

Deutsch-norwegisches Treffen ist Tradition

Die Tradition, dass norwegische Schüler jedes Jahr Falkensee besuchen, besteht schon seit vielen Jahren. „Sigurd Syversen hatte in Norwegen die weißen Busse ins Leben gerufen, die Jugendliche zu den Stätten des Nationalsozialismus bringen, so kamen sie auch nach Falkensee, weil Syversen hier inhaftiert war“, erklärte Petra Müller, Leiterin der Kant-Schule. Die Gedenkveranstaltung wird dabei im Unterricht von den Schülern organisiert und hinterher noch einmal nachbereitet. „Wir haben in der Oberstufe ein Seminar zur Gedenkstättenarbeit, in dem sich die Schüler vertieft mit diesem Thema auseinandersetzen können“, erklärte Petra Müller.

Von Danilo Hafer

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