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Havelland Gesamtschule in Elstal rückt in weite Ferne
Lokales Havelland Gesamtschule in Elstal rückt in weite Ferne
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02:15 25.02.2017
Der Pausenhof der Elstaler Oberschule. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Elstal

Der Schreck saß tief nicht nur bei der Rektorin der Elstaler Oberschule Christine Scharschmidt, sondern auch bei vielen Wustermarker Gemeindevertretern. Vor wenigen Tagen hatten sie aus der Zeitung erfahren, dass der Landkreis Havelland den Aufbau einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Brieselang (anstelle der heutigen Hans-Klakow-Oberschule) befürwortet. Denn seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Wustermarker daran, aus der Elstaler Heinz-Sielmann-Oberschule eine Gesamtschule zu machen.

Nachdem der erste Vorstoß 2014 aus Finanzierungsgründen gescheitert war, fühlen sich die Wustermarker jetzt übergangen. „Der Kreis stellt den Entwurf des Schulentwicklungsplanes für die nächsten fünf Jahre vor, und mit unserer Gemeinde wurde vorher darüber nicht gesprochen. Das kann nicht sein“, schimpfte Oliver Kreuels (CDU). Deshalb hatte die Zählgemeinschaft aus CDU, SPD und Grünen am Dienstagabend einen Eilantrag in die Gemeindevertretersitzung eingebracht, der nur ein Ziel verfolgt: „Wir wollen die Gesamtschule Elstal“, so Kreuels. Alle Fraktionen stimmten dem Antrag zu.

Nun ist Eile geboten, denn der Kreistag Havelland soll Anfang Mai über den Schulentwicklungsplan entscheiden. Deshalb soll es in Wustermark im März eine Sondersitzung zum Thema Gesamtschule geben, in der es um die inhaltliche Vorbereitung eines möglichen Umwidmung von Ober- in Gesamtschule als auch um die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde für die dann anstehenden baulichen Veränderungen gehen wird.

Schon am Dienstagabend hatte Schulleiterin Christine Scharschmidt an die Gemeindevertreter und die Gemeinde als Schulträger appelliert, jetzt schnell zu handeln und sich die Chance auf eine bis zu 60prozentige Förderung durch das Land nicht entgehen zu lassen. Über die Notwenigkeit einer Gesamtschule im Raum Wustermark/Elstal/Dallgow/Döberitz gibt es aus Sicht von Scharschmidt keine Diskussion.

„Wir haben in der Grundschule Wustermark und der Oberschule Elstal steigende Schülerzahlen. Rechnet man die Einwohnerentwicklung gerade in Elstal mit der Heidesiedlung und dem Olympischen Dorf dazu, wird der Bedarf für eine weiterführende Schule wachsen.“ Sowohl die große Mehrheit der Lehrer der Oberschule Elstal, der Schülerrat als auch die befragten Eltern hätten sich für eine Wandlung zur Gesamtschule ausgesprochen. Die Schulkonferenz ist am 28. Februar.

Weitere Infos

Die Schulleitung sieht mehrere Gründe, die für eine Gesamtschule in Elstal sprechen:

Die zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung und Radwegen in alle Richtungen.

Ein bereits gut ausgebauter Schulkomplex mit Aula, der technisch auf neuestem Stand ist und erweitert werden könnte, ohne den laufenden Schulbetrieb übermäßig stark zu beeinträchtigen.

Eine seit Jahren gut funktionierender Ganztagsbetrieb.

Die Schaffung eines vom Land gewünschten Schulzentrums mit Gesamt- und neuer Grundschule wäre möglich.

Bisher gibt es im Osthavelland nur eine Gesamtschule in Falkensee. Die ist sehr stark nachgefragt, außerdem ist der Weg für Schüler aus Wustermark und Elstal dorthin ein mühsamer, weil sie mit Bussen fahren und umsteigen müssten. „Dagegen“, so Oliver Kreuels, „wäre eine Gesamtschule in Elstal zentral zwischen Falkensee und Nauen gelegen, vor allem die gute Bus- und Bahnverbindung nach Dallgow-Döberitz würde es ermöglichen, dass Kinder von dort nach Elstal kommen.“ Dagegen sei Brieselang für Schüler aus Wustermark, Elstal, Dallgow und Ketzin/Havel schlechter zu erreichen.

Die Kritik aus Wustermark weist man in der Kreisverwaltung in doppelter Hinsicht zurück. Von Seiten des Landkreises Havelland werde das gesetzlich vorgegebene Verfahren zur Aufstellung einer Schulentwicklungsplanung eingehalten, so Kreissprecherin Bianca Lange auf MAZ-Anfrage und begründet: „Mit der Übergabe der Planung an die öffentlichen und privaten Schulträger im Landkreis Havelland, an alle öffentlichen und freien Schulen im Landkreis Havelland... haben diese die Möglichkeit, bis zum 10. März eine Stellungnahme zum vorgelegten Entwurf der Schulentwicklungsplanung abzugeben.“

Dann würden die Argumente geprüft. Das Ergebnis einer detaillierten Abwägung werde im kreislichen Bildungsausschuss am 24. April vorgelegt und beraten, bevor später der Kreisausschuss und der Kreistag über den Entwurf der Schulentwicklungsplanung entscheiden. Im Übrigen, so Lange weiter, habe die Kreis-Bildungsdezernenten Elke Nermerich im Vorfeld der Pressekonferenz am 7. Februar mit dem Bürgermeister der Gemeinde Wustermark telefoniert (ein vorheriger Termin am 6. Februar wurde wegen einer Erkrankung des Bürgermeisters abgesagt), und ihm die Beweggründe für den Vorschlag, die Schulform der Oberschule Brieselang in eine Gesamtschule zu ändern, erläutert.

Große Chancen, in Elstal eine Gesamtschule zu etablieren, sieht man beim Landkreis derzeit nicht. Wie die Kreissprecherin weiter mitteilt, würde das Bildungsministerium einen solchen Wandel nur genehmigen, wenn „Ziele der Schulentwicklungsplanung beachtet werden und eine Mindestzügigkeit für die Gewährleistung des geordneten Schulbetriebes“ gegeben ist. Beides scheine aktuell in Elstal nicht erfüllt, so Bianca Lange.

Von Jens Wegener

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