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Geschäftsfrau gibt nach 17 Einbrüchen auf

Diebstahlserie in Nauener Laden Geschäftsfrau gibt nach 17 Einbrüchen auf

Nach 17 Einbrüchen in zwölf Jahren gibt Geschäftsfrau Ilona Ziegler jetzt auf. Seit 23 Jahren betreibt sie den Otto-Shop im Nauener Karree, die Arbeit hat ihr immer Spaß gemacht, wie sie sagt. Doch die ständigen Diebstähle und Zerstörungen zerrten zunehmend an ihren Nerven.

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Abgehängt: Die Werbetafeln, die an der Fassade hingen, hat Ilona Ziegler schon demontiert.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Es schaute die letzte Zeit schon ein wenig trostlos aus im Laden von Ilona Ziegler. Hinter den Schaufensterscheiben nichts, was das Käuferherz höher schlagen ließe. Stattdessen erklärt ein kleines Schild: „Wegen wiederholten Einbruchs leere Regale“.

Fast 23 Jahre betreibt Ilona Ziegler den Otto-Shop im Nauener Karree. Doch in wenigen Tagen ist dieses Kapitel beendet. Zum 31. Mai schließt sie. „Die Nerven liegen blank“, sagt sie. Immer wieder die Angst, dass nachts um 2 Uhr das Telefon klingelt und die Polizei sie darüber informiert, dass wieder mal in ihr Geschäft eingebrochen wurde. „Zuletzt waren sie im April hier. Da stand sowieso nur noch eine Waschmaschine da und hinten lagerten ein paar Waren, die die Kunden bestellt haben. Sie haben alles mitgenommen“, sagt sie.

17 Mal in zwölf Jahren stiegen die Täter in ihr Geschäft ein, seit sie die Räume im Mittelgebäude hat. Besonders schlimm war es zuletzt im Oktober 2015. Alles war schon auf Weihnachten ausgerichtet – die Zeit, in der der Laden einen Großteil seiner Einnahmen einspielt. Die Regale waren bestückt mit Fernsehern, Notebooks, Tablet-PCs oder auch Küchenkleingeräten. Nichts haben die Täter zurückgelassen. Das nächste Mal kamen sie im Januar, als nur noch ein Fernseher und ein Notebook drin standen. „Aber auch das war schon zu viel“, sagt Ilona Ziegler, die nur noch mit ihrem Laptop zur Arbeit kommt. Den Bürocomputer haben Einbrecher bereits 2014 mitgehen lassen. Wichtige Unterlagen hat sie schon lange nicht mehr im Geschäft.

Die Eingangstür mit Gittern zu sichern brachte nichts. „Dann kommen sie eben durch die Schaufenster.“ Einmal – zu Weihnachten – hat sie mit ihrem Mann sogar selbst mal eine Notverglasung vornehmen müssen, weil kein Glaser verfügbar war. Mit jedem Einbruch nahm auch der Trouble mit den Versicherungen zu.

Aber nun ist Feierabend. „Ich hätte gern noch die sieben Jahre bis zur Rente voll gemacht“, sagt sie. „Aber es geht nicht mehr. Da waren zum Schluss mehr Tränen als alles andere. Ich gucke aber trotzdem optimistisch in die Zukunft. Wo eine Tür zugeht, geht auch eine andere auf.“ Nichtsdestotrotz seien es schöne Jahre gewesen. „Dafür möchte ich den Kunden Danke sagen“, sagt sie.

Ihr Geschäft war besonders häufig von Einbrüchen betroffen, aber auch in der Nachbarschaft hatten Ladeninhaber ungebetenen Besuch – unter anderem zweimal in fünf Jahren der Fleischer nebenan. Selbst im Ärztehaus gab es Einbrüche. Ilona Ziegler hätte sich gewünscht, dass auch von Seiten der Polizei mehr zum Schutz passiert.

Fürs Objekt zuständig ist die Firma Pamera Cornerstone. Mitarbeiter Paul Wrobel meint ebenfalls: „Das ist auch eine Frage der Polizeipräsenz.“ Wie Ilona Ziegler sieht er die Politik in der Pflicht. Trotzdem ziehe das Unternehmen in Erwägung, nach dem geplanten Umbau des Karrees einen privaten Wachschutz zu engagieren.

„Im Nauener Karree gab und gibt es immer wieder mal Einbrüche, was aber für ein Einkaufszentrum nicht ungewöhnlich ist“, sagt Jana Birnbaum von der Polizeidirektion West. Kontrollen würden im Rahmen der normalen Streifentätigkeit erfolgen, es gebe für diesen Bereich keine gesonderten Einsatzmaßnahmen. Bisher seien weder Geschäftsleute noch der Vermieter an die Beamten vom Bereich Prävention herangetreten, um zu baulichen Veränderungen beraten zu werden. „Zudem kann jederzeit ein privater Wachschutz eingesetzt werden.“

Von Andreas Kaatz

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