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Geschichtsstunde auf spielerische Art

Szenischer Rundgang durch Ribbeck Geschichtsstunde auf spielerische Art

Als Jan van Damals und Friedemann van Euter führten die beiden Künstler Gernot Frischling und Reimund Groß am Donnerstag erstmals szenisch durch Ribbeck. Die Mischung aus Fakten und Fiktion soll weitere Touristen anlocken.

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Friedemann van Euter als sprechender Name: Bevor er Schauspieler wurde, arbeitete Reimund Groß tatsächlich als Landwirt.

Quelle: Juliane Primus

Ribbeck. Das ist doch ganz klar! Ribbeck trägt den Namen Ribbeck, weil hier der niederdeutsche Dialekt gepflegt worden ist. Eck heißt Ei und Ribb heißt Rippchen.

"Rippchen mit Ei war das Lieblingsessen der Ribbecker", erklärt Reimund Groß im Brustton der Überzeugung und winkt seine Zuschauer mit energischen Handbewegungen von der Kirche hin zur Scheune. Die Zeit drängt, und Ribbeck hat viel zu bieten. "Menschen, Tiere, Sensationen. Ribbeck zu sehen, heißt: die ganze Welt verstehen."

Schauspieler Raimund Groß schlüpfte gestern erstmals offiziell in die Rolle des Friedemann van Euter und führte szenisch durch den historischen Dorfkern. Von Schloss zur Kirche, weiter zur Destille und dem alten Pfarrhaus. An van Euters Seite immer: Kleinkünstler Gernot Frischling als Jan van Damals. Mehrere Monate haben die beiden 50-Jährigen an ihrem gut einstündigen Dorfrundgang gearbeitet. Sie haben die Ortschronik durchstöbert, Bauern, Pfarrer und Nachbarn befragt ‒ um anschließend das angehäufte Wissen ordentlich mit Dichtung zu vermischen und in einen unterhaltsamen Text zu verpacken. "Wir wollen die Geschichte auf spielerische Art vermitteln", sagt Gernot Frischling. "Und wir fanden bei unseren Recherchen tatsächlich zig Varianten, wo der Name Ribbeck herkommt."

Kulturland Brandenburg will Mark zur Marke machen

  • Der Verein Kulturland Brandenburg will unter dem Motto „Brandenburg neu entdecken. Mit uns!“ die Vielfalt des Landes hervorheben.
  • Unter der Dachmarke Kulturland soll Brandenburg sowohl Einheimischen als auch Touristen näher gebracht werden.
  • Unter anderem konzipiert und organisiert der Verein zu einem jährlich wechselnden Thema künstlerische und kulturelle Projekte.
  • In diesem Jahr steht das Thema Kindheit im Fokus, alles begann 1998 mit dem Doppelthema Fontane/ Zistersienser in Brandenburg.
  • Gefördert wird der Verein unter anderem durch Landesministerien.

"Szenische Führungen sind in der Tourismusbranche ein regelrechter Trend", sagte Ägina Nelius gestern in einem Pressegespräch. Nelius leitet für den Verein Kulturland Brandenburg das Projekt "Brandenburgisch-Preußische Kulturlandschaft erleben". Das mit rund 150000 Euro von der EU geförderte Projekt soll die Mark für Touristen noch attraktiver machen. Dabei wurden laut Nelius in den vergangenen beiden Jahren landesweit insgesamt 140 Gästeführer oder Künstler wie Groß und Frischling in Workshops weitergebildet. Sie haben Humorseminare und Schauspielkurse belegt oder Sprechtraining bekommen. Wie viele neue touristische Angebote sich daraus tatsächlich entwickelt haben, konnte Nelius nicht sagen. Vieles sei auf dem Weg: Im Landschaftsraum Havelland soll voraussichtlich ab nächstem Jahr eine neue szenische Führung im Schloss Paretz und in den Museen in Reckahn (Potsdam-Mittelmark) angeboten werden.

Einen vollständigen Überblick der szenischen Führungen gibt es für Touristen nicht. Das Programm von Groß und Frischling wird derzeit auch noch nicht auf der Internetseite des Tourismusverbandes Havelland beworben ‒ obwohl dieser die Konzeption des szenischen Rundganges durch Ribbeck selbst unterstützte.

Friedemann van Euter und Jan van Damals tun derweil alles, um nicht allein Dorfgespräch zu bleiben. Sie rollen sich durch die Wiese, werfen wohl dosiert mit Jahreszahlen um sich und geben am Ende der Führung einen Birnenschnaps aus.

Info: Die nächsten Rundgänge sind am Sonnabend und Sonntag jeweils 15 Uhr sowie am 2., 9., 23. November um 14 Uhr. Die Teilnahme kostet 10 Euro, erm. 5 Euro.

Von Juliane Primus

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