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Havelland Elf Kfz-Mechatroniker erhalten den Gesellenbrief
Lokales Havelland Elf Kfz-Mechatroniker erhalten den Gesellenbrief
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16:36 26.02.2018
Die frisch gebackenen Kfz-Gesellen. Quelle: Stadtverwaltung
Nauen

„Verlernen sie nicht, sich selbst zu vertrauen!“ Diese Worte gab Kreishandwerksmeister Michael Zieseke den neuen Fachkräften nach bestandener Prüfung in Theorie und Praxis mit auf den Lebensweg.

Während der Innungsfeier des Kraftfahrzeughandwerks Osthavelland erhielten Mittwochabend in Nauen elf junge Kfz-Mechatroniker ihren Gesellenbrief. Landrat Roger Lewandowski (CDU) gratulierte persönlich.

Alle elf haben doppelt Grund zur Freude, denn sie werden ausnahmslos von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Der Jahrgangsbeste mit der Note 2, Endrik Martins aus Rathenow, arbeitet im Autohaus Schulz. Ihm habe die Lehrlingszeit viel Spaß gemacht.

„Der Funke für die Mechatronik ist bei mir damals bei einem Schulpraktikum über gesprungen“, erzählte er. Jetzt wolle er sich weiter mit der Diagnosetechnik beschäftigen. „Schön wäre es, später in der Fahrzeug-Entwicklung zu arbeiten“, blickt Martins in die Zukunft.

Vier Lehrlinge sind durchgefallen

Der Kreishandwerksmeister nannte die weiteren Resultate des Jahrgangs mit leicht sorgenvoller Miene. Sechs erreichten die Note 3, vier die Note 4. „Dreimal gab es leider die Note 5 und eine 6 war auch dabei.“ Vier Kfz-Mechatroniker-Lehrlinge müssen die Prüfung wiederholen.

Zwei Auszubildende haben wegen ihrer Krankheit nur einen Teil der Prüfung abgelegt, der zweite Teil folgt im Sommer“, so Zieseke.

Niklas Reindl aus Groß Glienicke arbeitet bei der Firma HM Racing von Tino Hinze in Falkensee. In seiner Freizeit fährt Reindl gern Motocross. „Zweirad-Mechaniker wäre ich zwar auch gerne geworden, aber die Berufsaussichten in dieser Branche sind eher schlecht“, sagte er.

Landrat: „Handwerk lebt von Innovation“

Landrat Roger Lewandowski hofft, dass die Gesellen weiterhin „eng mit dem Handwerk des Havellandes verbunden bleiben, dessen Betriebe die Absolventen in den vergangenen Jahren auf dem Weg zur Gesellenprüfung begleitet und unterstützt haben.“ Schließlich habe er ja auch ein Auto, das repariert werden müsse, scherzte er.

Der Landrat appellierte an die jungen Handwerker, mit ihrem Wissen neue Impulse und frischen Wind in die Werkstätten zu bringen. „Das Handwerk lebt von Innovationen und Gemeinschaftsarbeit“, unterstrich er.

Dem Nauener Pascal Bremer hat die Ausbildung ebenfalls gut gefallen. „Ich habe meinem Onkel oft beim Schrauben an seinem Golf geholfen, so fing das damals an“, berichtete er. Ob er später den Meister machen will, ließ er offen.

Musikalisch untermalt wurde die Feierstunde von Alisa Rackwitz vom Goethegymnasium Nauen mit ihren Gitarrensoli nebst Gesang.

Die lange Tradition der Freisprechung

Die Freisprechung der Handwerker hat eine mehr über 500 Jahre alte Tradition. Mit dem Akt schied der junge Handwerker aus dem Familienverband seines Meisters aus und verdiente fortan sein eigenes Geld in der Werkstatt. Er wurde in das Gesellenbuch der Zunft eingetragen, das in einer Zunfttruhe aufbewahrt wurde.

„Das Quietschen der Truhe ist gewollt“, erläuterte die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Havelland Claudia Seeligmann, die traditionell die Gesellenbriefe aus der hauseigenen Truhe an die frisch gebackenen Kfz-Mechatroniker verteilt.

Von MAZonline

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