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Wie Jäger dem Wild das Fürchten lehren

Gesellschaftsjagd im Rathenower Stadtwald Wie Jäger dem Wild das Fürchten lehren

Rund 80 Jäger hatten sich am Samstagmorgen am Forsthaus im Ferchesarer Weg in Rathenow versammelt, um an der Gesellschaftsjagd teilzunehmen. Zur zwölften Auflage des Ereignisses waren Jäger aus ganz Deutschland angereist. Sogar ein Jäger aus Holland hatte den weiten Weg auf sich genommen.

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Zum Abschluss der Gesellschaftsjagd im Rathenower Stadtwald wurde die „Strecke gelegt“.

Rathenow. Die Dämmerung bricht über den Ferchesarer Weg herein, als am Samstagnachmittag Jagdhörner den Abschluss der diesjährigen Rathenower Gesellschaftsjagd verkünden. Helfer hatten zuvor das erlegte Wild auf Tannengrün „zur Strecke gelegt“, so wie es jagdliches Brauchtum ist im Havelland. Auf jedem Stück erlegten Wild lag ein Tannenzweig, den Stadtförster Thomas Querfurth an den jeweiligen Jäger übergab, der das Tier erlegt hatte.Auch das gehört zur Tradition der Jagd dazu.

Insgesamt zwei Stück Rotwild, 21 Wildschweine, zwölf Rehe und drei Füchse sorgten für eine gute „Strecke“. Der Stadtförster war zufrieden. Den ersten Tannenzweig übergibt er an Franz-Joseph Frenkler-Hackfort. Der Jäger aus dem Münsterland hatte einen vier Jahre alten kranken Hirsch gestreckt. „Für das kranke Tier war der Abschuss eine Erlösung“, erklärt der Stadtförster. „Waidmanns dank“, sagte der Schütze, der zum ersten Mal an einer Gesellschaftsjagd im Rathenower Stadtwald teilnahm. Nach Rathenow gekommen war der Jäger aus dem Münsterland anstelle eines Bekannten, der die Einladung nicht wahrnehmen konnte. Franz-Joseph Frenkler-Hackfort, der im Münsterland vor allem Niederwild ins Jagdvisier bekommt, lobte die Organisation und gute Atmosphäre bei der Gesellschaftsjagd, die mit einem „Schüsseltreiben“ ihren gemütlichen Abschluss fand. „Wir hatten eine gute Jagd“ sagte auch Stefan Meyer, Vorsitzender des Jagdverbandes Rathenow.

Bürgermeister Ronald Seeger hatte am Morgen die 12. Rathenower Gesellschaftsjagd eröffnet, zu der 80 Jäger aus vielen Bundesländern und Holland in den Stadtwald gekommen waren. Nachdem der Stadtförster den organisatorischen Tagesablauf erläutert hatte und die Sicherheitsbelehrungen erledigt waren, wurden die Jäger zu Ansitzen gefahren, wo sie dann auf Wildschwein und Reh warten konnten.

Stadtförster Thomas Querfurth beglückwünschte die Jäger zu einer erfolgreichen Jagd

Stadtförster Thomas Querfurth beglückwünschte die Jäger zu einer erfolgreichen Jagd.

Quelle: Norbert Stein

Stattgefunden hat die Gesellschaftsjagd zwischen Ferchesarer Weg und der Gemarkungsgrenze Stechow, in einem rund 100 Hektar großen Stadtwaldrevier. 32 Jagdhelfer durchkämmten den Wald. Sie schlugen mit Stöcken gegen Bäume, um das Wild zu beunruhigen und den Jägern möglichst günstig vor die Flinte zu treiben. „Wir haben gutes Wild gesehen, vor allem auch viele Rehe“, schildert am späten Nachmittag neben einer Feuerschale auf dem Hof des Forsthauses im Ferchesarer Weg Treiber Pierre Heinemann seine Tageserlebnisse, für die er etwa 13 Kilometer durch den Wald gelaufen ist. „Es macht einfach Spaß, als Treiber bei der Jagd dabei zu sein“, sagt Heinemann. „ Außerdem sorgt so ein Tag an der frischen Luft für Erholung“, ergänzt Uwe Dahnke, der als Treiber alle zwölf Gesellschaftsjagden im Stadtwald mitgemacht hat.

Von Norbert Stein

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