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Havelland Gesundheitszentrum kann abgerissen werden
Lokales Havelland Gesundheitszentrum kann abgerissen werden
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11:15 27.02.2018
Still und verlassen dämmert seit Juli das alte Gesundheitszentrum an der Fr.-Engels-Straße vor sich hin. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Für die Stadt Premnitz stehen die Chancen gut, dass sie ihre letzte große Immobilienfrage der Gegenwart positiv regeln kann. Neue Zeichen deuten darauf hin, dass es eine Möglichkeit gibt, um den Abriss des ehemaligen Gesundheitszentrums an der Friedrich-Engels-Straße zu finanzieren. Bislang hatte sich die Aufmerksamkeit von Stadt und Umgebung darauf gerichtet, wie Bau und Inbetriebnahme des neuen Gesundheits- und Familienzentrums an der Gerhart-Hauptmann-Straße im Stadtzentrum gelingen würde. Am 1. Juli war der Neubau mit einem großen Fest eingeweiht worden und viele Nutzer des alten Gesundheitszentrums waren dorthin umgezogen.

Seit dieser Zeit dämmert das alte Gesundheitszentrum still und leer vor sich hin. Grundsätzlich hatte die Stadt schon vor längerer Zeit erklärt, dass alle Gebäude auf der rund zwei Hektar großen Immobilie abgerissen werden sollen, damit dort Eigenheime gebaut werden können. Indes war bislang die Finanzierung ungeklärt.

Das siebengeschossige Gebäude wurde 1972 als Poliklinik eröffnet

Jetzt liegt in Premnitz ein Fördermittelbescheid des Landes über 20 000 Euro vor, die zweckgerichtet für die Planung der Abrissmaßnahmen ausgegeben werden können. Wie die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Kapitza erklärt, kommt das Geld aus einem Förderprogramm, das zu jeweils einem Drittel von Bund und Land finanziert wird und zu dem die Kommune das restliche Drittel beitragen muss. Die Stadt hat die Abrissplanung bereits beauftragt und man rechnet damit, dass sie schon Mitte November fertig ist und um die 36 000 Euro kosten wird. Es gibt auch schon eine erste Schätzung dazu, was alle Abrissmaßnahmen auf dem Gelände des alten Gesundheitszentrums kosten könnten. Sie liegt bei 800 000 Euro.

Das siebengeschossige Gebäude war im Dezember 1972 als Betriebspoliklinik für das damals so große Chemiefaserwerk eröffnet worden. 1980 arbeiteten dort 14 Fachabteilungen mit 18 Ärzten, acht Zahnärzten, 97 Krankenschwestern, vier Röntgenassistentinnen, zehn medizinisch-technischen Assistentinnen und neun Physiotherapeuten. Nach der Wende wurde die Poliklinik in ein Gesundheitszentrum umgewandelt, dessen 100-prozentiger Gesellschafter die Stadt Premnitz war. Mit den Jahren wurde klar, dass die Immobilie nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.

Mit einem Vertragspaket vom März 2014 stellten die Stadt Premnitz, die Havelland-Kliniken und der Landkreis Havelland die Gesundheitsversorgung von Stadt und Umgebung auf die Zukunft ein. Ein Bestandteil davon war der Bau eines neuen Gesundheitszentrums durch einen privaten Investor. Festgelegt wurde auch, dass das dann leer stehende Gesundheitszentrum bei der Stadt bleiben wird.

Erst Poliklinik, dann Gesundheitszentrum

1972 eingeweiht wurde das Gebäude als Poliklinik des Chemiefaserwerkes.

1980 arbeiteten dort unter anderem 26 Ärzte und 97 Krankenschwestern.

1991 erfolgte die Umwandlung in ein Gesundheitszentrum. 100-prozentiger Gesellschafter wurde die Stadt.

2014 kam das Vertragspaket, mit dem Stadt, Havelland-Kliniken und Kreis die Gesundheitsversorgung auf die Zukunft einstellten. Eine Festlegung: Altes Gesundheitszentrum soll aufgegeben und ein neues gebaut werden.

Das Landesamt für Bauen und Verkehr habe signalisiert, teilt Carola Kapitza mit, dass man dort für die Stadt Premnitz gute Chancen sieht, zwei Drittel der Rückbaukosten aus dem Bund-Länder-Programm finanziert zu bekommen. Abzureißen wäre in der Hauptsache das große siebengeschossige Gebäude. Weg sollen aber auch der Flachbau an der Straße, in dem sich bis Ende Juni noch die Apotheke, die Physiotherapie und einige weitere Nutzer befanden. Auf dem Hof sind auch 13 Garagen abzureißen. Carola Kapitza weiß außerdem noch von einem Betonbunker mit dicken Wänden zu berichten, dessen Rückbau etwas aufwendiger werden dürfte.

Sollten in der Planung die Abrisskosten über 500 000 Euro liegen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin, wird durch das Land ein Büro mit der baufachlichen Prüfung beauftragt. Das sei sehr wahrscheinlich. „Wir hoffen“, sagt Carola Kapitza, „dass die Prüfung der Planung im Januar/Februar nächsten Jahres fertig ist.“ Deshalb gehe die Stadt davon aus, dass der Abriss des alten Gesundheitszentrums im nächsten Jahr beginnen kann. Die Finanzierung betreffend gehe man von zwei Jahrescheiben aus: die erste 2018 und die zweite 2019. Anschließend könnte dann die Bebauung mit Eigenheimen beginnen.

Von Bernd Geske

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