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Geteilte Meinungen zum Grippeschutz

Umstrittener Pieks Geteilte Meinungen zum Grippeschutz

An diesem Pieks scheiden sich die Geister: Über die jährliche Grippeschutzimpfung sind die Havelländer geteilter Meinung. Die einen haben nur gute Erfahrungen gemacht und möchten die Influenza-Vorsorge nicht mehr missen, die anderen sagen sie bräuchten sie nicht, wenn sie danach trotzdem krank werden.

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Die Grippeschutzimpfung ist nicht unumstritten.

Quelle: dpa

Havelland. An diesem Pieks scheiden sich die Geister: Über die jährliche Grippeschutzimpfung sind die Havelländer geteilter Meinung. Das hat eine Blitzumfrage auf Facebook ergeben. „Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht und bin auch der Meinung, dass es alle Firmen ihren Mitarbeitern anbieten sollten“, schreibt Katja Ganszczyk aus Falkensee. „Seit mehreren Jahren lass’ ich mich jedes Jahr impfen. Ich hatte nie Grippe und auch keine Nebenwirkungen“, sagt Laura Müller, ebenfalls aus Falkensee. Für Stefanie Ullrich aus Dallgow-Döberitz käme das nicht mehr in Frage: „Nie wieder! Ich habe mich einmal impfen lassen, danach war ich nur noch krank.“ Auch der Dallgower Simon Thöne hält von der Impfung wenig. Fast schon ein wenig schadenfroh schreibt er: „Meine Kollegen lassen sich fast alle impfen, ich nicht. Und wer ist nie krank? Natürlich ich.“

„Eine Grippeschutzimpfung ist kein Allheilmittel gegen sämtliche Winterinfekte“, stellt Allgemeinmediziner Andreas Jesinghaus aus Brieselang klar. Einige Leute hätten da eine falsche Vorstellung. „Sie denken, dass sie nach einer Impfung ohne Taschentuch durch den Winter kommen, aber so ist es nicht“, sagt Amtsarzt Erich Hedtke, der Leiter des kreislichen Gesundheitsamtes. Er gehörte zu den ersten im Havelland, die sich impfen ließen – und ist dennoch zurzeit verschnupft.

Die zum Teil falschen Vorstellungen rühren auch daher, dass viele, auch Mediziner, von einem grippalen Infekt sprechen, wenn sie eigentlich eine Erkältung meinen. Die „echte“ Grippe genannt, ist jedoch etwas ganz anderes. Der Unterschied liegt schon im Erreger: Während eine Erkältung durch über 100 verschiedene Viren ausgelöst werden kann, sind für den Ausbruch einer Grippe ausschließlich die Influenza-Viren verantwortlich, gegen die man sich impfen lassen kann. Dabei verändert sich der Impfstoff jedes Jahr leicht.

Der Landkreis bietet seinen Mitarbeitern eine Grippeschutzimpfung im Haus an, wie übrigens auch viele andere Havelländer Unternehmen. „Das wird gut angenommen. Wir haben die bestellten Dosen schon weitgehend verimpft“, berichtet Erich Hedtke. Gegenüber dem Vorjahr habe die Impfbeteiligung um 10 bis 15 Prozent zugenommen. „Viele Menschen denken, sie seien gesund und würden schon keine Grippe bekommen. Aber wer einmal eine richtig schwere Grippe erlebt hat, der sieht die Sache ein bisschen anders“, so Hedtke. Empfohlen wird eine Impfung vor allem für Beschäftigte mit viel Men-
schenkontakt: Mitarbeiter bei der Post, in der Bank oder im Ein-
zelhandel, Lehrer, Busfahrer, Kita-Personal. Eine Impfpflicht gibt es allerdings nicht.
Die niedergelassenen Ärzte bestellen ihren Impfstoff über die Apotheken. In Teilen Brandenburgs ist es dabei in diesem Herbst bereits zu Lieferschwierigkeiten gekommen. „Bei uns gibt es aber keinen Engpass“, sagt Ralf Müller, Inhaber der Adler-Apotheke in Nauen. Auch aus der Praxis von Uta Krieg-Oehme in Schönwalde-Siedlung heißt es: „Alles im grünen Bereich.“ Vor allem ältere Menschen kämen vorbei, um sich gegen die Grippe impfen zu
lassen. „Einige fragen schon im August an, aber dann hätten sie im Januar keinen Impfschutz mehr, wenn die Grippewelle erst richtig anrollt. Wir fangen deshalb erst Ende Oktober an zu impfen, damit die Patienten über den Winter kommen“, erklärt eine Ange-
stellte.

Andreas Jesinghaus aus Brieselang hat im Oktober fast 300 Grippespritzen gesetzt, etwas mehr als im vergangenen Jahr. „Die Hälfte der bestellten Dosen ist weg“, sagt er. „Die Patienten kommen regelmäßig und wir sprechen sie zum Teil auch gezielt darauf an.“ Wer noch warten will, kann sich auch im Januar noch impfen lassen. In Teilen der Schweiz dürfen das die Apotheken selbst übernehmen, doch Ralf Müller aus Nauen ist ganz froh darüber, dass das in Deutschland nicht erlaubt ist. „Ich denke, so etwas gehört in Ärztehand, die dafür auch entsprechend ausgebildet sind“, sagt er.

Von Philip Häfner

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