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Havelland Gewalt an Schulen: Es wird verbal aufgerüstet
Lokales Havelland Gewalt an Schulen: Es wird verbal aufgerüstet
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02:33 26.04.2018
Eine Zunahme von Gewalt können die Schulleiter im Osthavelland für ihre Einrichtungen nicht bestätigen. Aber der Ton, auch gegenüber Lehrern, wird durchaus schärfer. Quelle: Dpa
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Havelland

Laut einer neuen Statistik ist im Land Brandenburg die Gewalt an Schulen gestiegen. Dies betrifft unter anderem die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Auch die Zahl der Gewaltstraftaten gegenüber Lehrern hat demnach zugenommen. Die größte Zahl der Delikte an Schulen machen aber Diebstähle aus.

Diesen Trend einer Zunahme von körperlicher Gewalt bestätigen jedoch die Schulleiter im Havelland nicht. So kann sich Jürgen Beyer von der Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule mit Grundschulteil in Nauen an keine gravierenden Fälle von Körperverletzungen an seiner Schule in diesem oder im vergangenen Schuljahr erinnern.

Kein akuter Fall von Gewalt

„Wir haben keinen akuten Fall von Gewalt. Und auch das Thema Diebstähle ist bei uns nicht erheblich“, so der Schulleiter. Streit unter Schülern gebe es aber immer wieder, Beyer spricht von verbaler Aufrüstung. Zudem stelle man auch Sachbeschädigungen, beispielsweise auf den Toiletten, fest. Laut Beyer gebe es an der Schule mehrere Projekte zur Prävention, wie etwa das Willkommensprojekt der 7. Klassen oder die Streitschlichter AG im Primarbereich. „Außerdem haben wir eine Schulsozialarbeiterin“, sagt er.

Fälle von Körperverletzung, an denen Campus-Schüler beteiligt waren, kann Geschäftsführerin Irene Petrovic-Wettstädt für den Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen nicht bestätigen. „Wir haben bei uns keine Gewalt, nur mal Rangeleien unter Schülern.“

Auswertung mit Eltern und Schülern

Es gebe zudem am Campus ein spezielles Disziplinarsystem. Wird gegen die Regeln verstoßen, „dann werten wird das mit dem Schüler und den Eltern aus“. Als Ganztagsschule habe man zudem Einblick in den Tagesablauf der Schüler, es gebe ein gewisses Vertrauensverhältnis.

In der Brieselanger Hans-Klakow-Oberschule habe es in der Vergangenheit „keine Verletzungen aufgrund von Gewaltvorfällen gegeben“, sagte der stellvertretende Schulleiter Daniel Franz. Sicherlich komme auch mal ein Handy weg, wenn es liegengelassen wurde. „Gelegenheit macht Diebe“, so Franz. Aber es sei nicht so, dass Sachen unter Androhung von Gewalt weggekommen sind.

Beim Thema Rauschgift kann Franz feststellen, dass an der Schule nicht gedealt wird. „Die Schüler wissen, dass es dann kein Pardon gibt. Was im Umfeld passiert, wissen wir aber nicht.“ Jedes Jahr gebe es an der Schule unter anderem die Präventionswoche, bei der es auch um Mobbing geht.

Früher gab es mehr Prügeleien

Für die Oberschule Falkensee kann deren Leiterin Kerstin Bachmann die Zunahme von Körperverletzungen und Gewalt nicht bestätigen. „Prügeleien gab es früher mehr. Und wenn heutzutage eine Auseinandersetzung beginnt, dann gehen andere Schüler meist dazwischen“, sagt sie. Wenn es zu Verletzungen an der Schule kommt, dann eher, weil man sich schubst und jemand stürzt.

Hingegen spiele psychische Gewalt heutzutage eine größere Rolle. Wenn Schüler etwa wegen eines Haarschnitts oder ihrer Kleidung ausgelacht werden, sei dies für manche eine hohe Belastung. Des Weiteren stellt Kerstin Bachmann fest, dass der Ton gegenüber Lehrern schärfer geworden sei. „Schüler bauen sich vor Lehrern mit Drohgebärden auf. Das ist schon bedenklich“, sagt sie.

Kleine Rangeleien auf dem Schulhof

Gewalt ist kein großes Thema an der Ketziner Grundschule. „Mal von kleinen Rangeleien auf dem Schulhof abgesehen, gibt es keine körperliche Attacken, jedenfalls nicht, seitdem ich vor einem Jahr gekommen bin“, sagt Schulleiterin Katrin Peppler.

Auch an den Oberstufenzentren Havelland mit den Standorten Nauen, Rathenow und Friesack geht es „relativ ruhig“ zu , wie der stellvertretende Schulleiter Ulf Tiarks sagt. „Beleidigungen und Handgreiflichkeiten kommen schon mal vor, zuletzt zwei, dreimal in Friesack, aber es ist nichts Schlimmes.“ Messer oder ähnliche Waffen hätten noch nie einen Rolle auf den Schulgelände gespielt.

Wie in den anderen Schulen auch, gibt es auch an der Rathenower Bürgelschule zahlreiche präventive Maßnahmen in Sachen Gewalt und Drogen - vom Anti-Gewalt-Training über Streitschlichter-AGs bis zu Anti-Mobbing-Kampagnen.

Das Gewaltpotenzial nimmt zu

Diese seien auch dringend nötig, meint der Schulsozialarbeiter einer westhavelländischen Grundschule, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Das Gewaltpotenzial nimmt definitiv zu, sowohl verbal als auch körperlich“, so der Mann. Die Gewalt äußere sich in körperlichen Auseinandersetzungen in den Hofpausen und Beleidigungen während des Unterrichts. Mobbing spiele ebenfalls eine Rolle und generell sei der Tonfall aggressiver geworden.

Von Andreas Kaatz, Christin Schmidt und Jens Wegener

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