Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Gewalt gegenüber Rettern nimmt zu
Lokales Havelland Gewalt gegenüber Rettern nimmt zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:39 16.09.2018
Rettungssanitäter wollen Leben retten und werden dabei immer häufiger angegriffen. Quelle: Foto: Epd
Havelland

Sie kommen, um zu helfen, um Leben zu retten, doch statt Dankbarkeit erleben Rettungssanitäter immer häufiger Aggressionen, Beleidigungen und sogar tätliche Übergriffe.

„Auch wenn das Thema Gewalt im Havelland noch nicht in den Vordergrund gerückt ist, so ist ein deutlicher Anstieg von Gewaltpotential bei Rettungseinsätzen und auch in den Notaufnahmen zu verzeichnen“, erklärt Silke Monte, von der Pressestelle der Havellandkliniken Unternehmensgruppe auf Nachfrage der MAZ.

Aggressives Verhalten und handgreifliche Auseinandersetzungen am Einsatzort haben viele Sanitäter des Rettungsdienstes Havelland schon einmal oder sogar mehrfach erlebt.

Genaue Zahlen dazu gibt es aber nicht, da solche Vorfälle bisher nicht dokumentiert wurden. Das soll sich aber künftig ändern. Die Klinikleitung will die Dokumentationslage verbessern und hat dazu eine Arbeitsanweisung aktualisiert.

Externe Beratung und psychologische Unterstützung

Um die Mitarbeiter mit diesem Problem nicht allein zu lassen, besteht seit 2014 die Möglichkeit über ein externes Beratungsinstitut sowie über die klinikinterne Abteilung psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Diese Angebote werden auch angenommen, so Monte. In regelmäßigen gemeinsamen Übungen mit Polizei und Feuerwehr wird zudem das Procedere bei Gewaltszenarien thematisiert.

Solche Thematiken werden außerdem in der „Sicherheitsrunde“ auf Landkreisebene aufgegriffen und erörtert. Denn auch in der Verwaltung ist der Ton in den letzten Jahren rauer geworden.

Drohungen und aggressives Verhalten nehmen zu

„Die Anzahl von Übergriffen auf Landkreismitarbeiter ist zum Glück sehr gering. Hingegen nehmen Drohungen und aggressives Verhalten gegenüber Landkreismitarbeitern stetig zu. Betroffen sind hier vor allem Bereiche mit täglichem Bürgerkontakt, dazu gehören beispielsweise das Jobcenter, das Jugendamt, die Ausländerbehörde und das Sozialamt“, berichtet Caterina Rönnert, Pressesprecherin des Landkreises Havelland.

2015 hatte der Landkreis sogar einen Todesfall zu beklagen. Ein Landwirt hatte damals einen 61-jährigen Mitarbeiter des kreislichen Veterinäramts erschossen. Seither wurden keine Körperverletzungen mehr gemeldet.

Um Mitarbeiter zu schützen, ist seit Jahren ein Wachschutz zu Schwerpunktzeiten in den Landkreisgebäuden im Einsatz. Darüber hinaus gibt es einen stillen Alarm in besonders gefährdeten Arbeitsbereichen, der in bedrohlichen Situationen ausgelöst werden kann.

Aufgrund von Vorfällen wurde im Jobcenter außerdem ein Sicherheitsraum eingerichtet. Hier sprechen die Mitarbeiter mit bereits auffällig gewordenen Kunden nur durch ein Sicherheitsglas.

In den Havellandkliniken gibt es dagegen keinen eigenen Sicherheitsdienst. „Sofern es ,ernst’ wird und wir fremde Unterstützung brauchen, müssen wir die Polizei hinzuziehen“, sagt Silke Monte.

Laut Caterina Rönnert lassen die Bedrohungssituationen nicht an bestimmten Schichten oder Generationen festmachen. Feststeht, die betroffenen Mitarbeiter sind nach bedrohlichen Situationen mit Bürgern einer verstärkten psychischen Belastung ausgesetzt.

Von Christin Schmidt

Viele Eltern stehen im Havelland ohne einen rechtlich zugesicherten Kita-Platz da. Einkommenseinbußen sind die Folge. Dagegen haben Eltern aus Brieselang geklagt. Vor den Potsdamer Landesgericht wurde jetzt zugunsten der Eltern entschieden.

12.09.2018

Landwirtschaftsvertreter aus Uganda, Tansania, Senegal, Simbabwe Burkina Faso und Kenia informieren sich über Anbaubedingungen und über die Schlaggraft des Bauernverbandes in Deutschland

11.09.2018

Schlüssel, Fahrräder, Handtaschen, Eheringe und Mülltonnen – es gibt kaum etwas, was nicht als Fundsache beim Ordnungsamt abgegeben werden könnte. Allerdings holt kaum jemand die verlorenen Dinge wieder ab.

10.09.2018