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Gewebte Bilder

Textile Kunst von Barbara Jedermann Gewebte Bilder

Die 97-jährige Berlinerin Barbara Jedermann zeigt ihre Landschaften und Stadtbilder im Gotischen Haus von Spandau. Ihre Bilder webt die ausgebildete Grafikerin nach Skizzen.

Spandau Breite Straße 32 52.53769 13.20677
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Menschen im Tiergarten.

Quelle: Bildkunst Bonn

Spandau. Barbara Jedermann ist seit fast einem Jahrhundert auf der Welt. In ihren Bildern hat sie vieles von dem, was sie gesehen hat, in Bilder gefasst. Es sind „Gewebte Bilder“. So auch der Titel der Ausstellung, die ab heute im Gotischen Haus von Spandau gezeigt wird.

Geboren wurde Barbara Jedermann 1919 in Berlin, sie studierte an der Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe der Stadt Berlin. Ab 1944 war sie zur Zwangsarbeit eingeteilt, schließlich tauchte die Halbjüdin als Landarbeiterin in Thüringen unter. Ab 1946 arbeitete sie freischaffend als Malerin und Grafikerin. 1947 heiratete sie den Maler und Grafiker Gerd Jedermann, ein Jahr später wurde Tochter Katharina geboren.

Ihr Mann war es, der den Anstoß gab, mit Wolle zu malen. Anfang der Sechziger Jahre wandte sich Barbara Jedermann der Bildweberein zu. In zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen in Deutschland, Frankreich, Holland und der Sowjetunion waren ihre Arbeiten bisher zu sehen. Sie befinden sich in Sammlungen in Deutschland, Südkorea und in den USA.

Von ihrem ursprünglichen Beruf als Grafikerin ist sie es gewohnt, Entwurfsskizzen zu machen, die werden immer wieder verändert, ehe es – manchmal nach Monaten – ans Weben geht. „ Dafür wird der Entwurf maßstäblich vergrößert und als Vorlage hinter die Kette gespannt. Dann beginnt erst das Suchen und Finden der entsprechenden Farbtöne, da kommt es zu abenteuerlichen Farbzusammenstellungen, die sich - aus der Ferne gesehen - zu einem Ganzen schließen. Das bedeutet, dass ich während des Webens etwa alle zehn Minuten meine Arbeit aus acht Metern Entfernung betrachte“, beschreibt die Künstlerin ihren Arbeitsstil.

Als Stadtmensch reizt sie die Weite einer Landschaft, den Verlauf der Felder, der Wechsel von Ebbe und Flut an der Nordsee – aber auch die Betriebsamkeit auf einem Markt und das friedliche Nebeneinander von Menschen im Tiergarten. Amrum, Kurische Nehrung, Wüste, Tunesien, Kreuzberg – sie findet ihre Motive an vielen Orten. Es sind Motive des Werdens und Vergehens, des Sich-Veränderns. „Viele Beispiele dieses stetigen Wandels hat sie festgehalten und gleichnishaft damit den Wandel der Erde, das Vergehen und Entstehen, im Kleinen formuliert“, beschreibt Kuratorin Anne Meckel die Arbeiten.

Die Ausstellung „Barbara Jedermann – Gewebte Bilder“ wird bis zum 2. April im Gotischen Haus von Spandau, Breite Straße 32, gezeigt. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, zur Ausstellung erscheint eine Broschüre.

Von Marlies Schnaibel

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