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Glückwünsche zum 102. Geburtstag

Nauen Glückwünsche zum 102. Geburtstag

Ihren 102. Geburtstag feierte Auguste Hömke am Donnerstag in Nauen. Seit 1927 wohnt sie in der Funkstadt und versorgte sich bis zum 99. Lebensjahr noch selbst. Seither lebt die gelernte Köchin in einer Wohngemeinschaft und fühlt sich dort sehr wohl.

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Glückwünsche bekam die 102-jährige Auguste Hömke auch von Bürgermeister Detlef Fleischmann und von Elke Franke, Sozialamtsleiterin des Landkreises.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. „Ich habe immer gerne geküsst, das können Sie ruhig schreiben“, sagt Auguste Hömke und lacht. Am Donnerstag feierte sie in der Wohngemeinschaft des Gemeinschaftswerkes Wohnen und Pflege in Nauen ihren 102. Geburtstag. Viele kamen zum Gratulieren – auch Bürgermeister Detlef Fleischmann und Elke Franke, die die Glückwünsche des Landrates überbrachte.

Auguste Hömke genießt den „großen Bahnhof“, gefeiert hat sie schon immer gern. Viele Gäste zu ihren Geburtstagen zu empfangen und zu bewirten war ihr seit jeher wichtig. Dass sie nun ein so hohes Alter hat, dafür sieht sie vor allem einen Grund: „Der liebe Gott hat mich gern gehabt und mich gesund erhalten“, sagt sie. Denn ernsthaft krank war sie in ihrem langen Leben nie. Nur 1989 brach sie sich mal einen Knöchel.

Die meiste Zeit verbrachte das Geburtstagskind in Nauen, geboren wurde es allerdings in der Nähe von Frankfurt am Main. Später zog die Familie Becker, zu der auch der ältere Bruder Wilhelm gehörte, dann nach Rotenburg an der Fulda. „Ich hatte eine gute Kindheit, habe mich mit meiner Familie nie gezankt“, sagt sie. In Rotenburg ging sie zur Schule und schrieb gern Aufsätze und Diktate, wie sie sich noch erinnern kann. 1927 dann zog die Familie nach Nauen in eine große Vierzimmer-Wohnung. Beide Kinder wurden musisch erzogen, lernten Klavier und Geige spielen. Später sang die ganze Familie im Kirchenchor.

„In Berlin habe ich dann Köchin gelernt, bei Mattke in der Turmstraße 78“, weiß sie noch ganz genau. „Das war ein wirklich gutes Lokal.“ Ab 1942 arbeitete sie bei der Bahn in Nauen. „Angefangen habe ich in der Fahrkartenausgabe und aufgehört im Büro“, sagt die Rentnerin.

In ihren jungen Jahren dachte die Nauenerin mit dem besonderen Namen Auguste („So wie die Kaiserin.“) nie darüber nach zu heiraten und Kinder zu bekommen. Sie genoss das Leben, ging viel tanzen ins Schweizer Haus in der Dammstraße oder fuhr zu ihrem Bruder nach Bad Homburg. „Früher wollte ich keine Familie gründen“, sagt Auguste Hömke. Mit 50 heiratete sie dann aber doch noch – ihren Willi aus Elstal. Im Februar 1965 gaben sie sich das Ja-Wort in Falkensee. Und Willi verwöhnte sie. Sie unternahmen viele Reisen, unter anderem in die Sowjetunion, nach Ungarn, Bulgarien oder zur Ostsee. Leider währte das Glück nur kurz. Vier Jahre nach der Hochzeit starb ihr Mann mit 68 Jahren.

Reisen machte sie aber später immer noch gern. Nach der Wende ging es nach Malta, Italien oder Spanien. Zudem war Auguste Hömke bis ins hohe Alter sehr kulturell interessiert. Sie besuchte regelmäßig die Oper und das Theater. Auch der Sport hatte es ihr angetan. Man fand sie unter den Zuschauern auf dem Fußballplatz, selber machte sie Sport im Turnverein. Bis heute schaut sie sich im Fernsehen Boxkämpfe an, verpasste einst keinen Kampf von Muhammad Ali.

„Mit dem Rollator kann sie sich noch ganz gut bewegen“, lobt Inge Dibowsky. Willi Hömke war ihr angeheirateter Onkel. Mehrmals die Woche schaut sie bei Auguste Hömke vorbei. „Ich hatte ein schönes Leben“, sagt die 102-Jährige und lächelt.

Von Andreas Kaatz

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