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Havelland Gnadenhof für Pferde bangt um seine Tiere
Lokales Havelland Gnadenhof für Pferde bangt um seine Tiere
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06:10 07.09.2016
Die Hofbesitzer sorgen sich um ihre Pferde. Quelle: Foto: Philip Häfner
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Schönwalde-Siedlung

Sie hatten große Pläne: ein eigenes Tierheim, Reitkurse, ein weitläufiger Stall, in dem es sich die Pferde gut gehen lassen können. Doch der Traum ist geplatzt – stattdessen bangen Christian Schuldt und Pamela Boujra um ihre Tiere. „Wir sind tief entsetzt und haben jetzt große Angst mit unseren Tieren bald obdachlos zu sein“, sagt Schuldt.

Die beiden betreiben einen kleinen Gnadenhof in Schönwalde-Siedlung, den sie eigentlich erweitern wollten (MAZ berichtete). Das Gelände im ehemaligen Grenzstreifen befindet sich jedoch im Landschaftsschutzgebiet Nauen-Brieselang-Krämer. „Für diese Anlagen gibt es weder eine baurechtliche noch eine naturschutzrechtliche Genehmigung“, heißt es beim Landkreis Havelland. Grundsätzlich wäre zwar auch eine Ausgliederung aus dem Schutzgebiet möglich, doch das kommt aus Sicht des Landkreises „in dieser Fallkonstellation nicht in Betracht.“

Denkbar sei jedoch eine Befreiung von den Schutzvorschriften. Dafür müsse sich das Vorhaben aber in die Landschaft einfügen. „Eine Befreiung kann gewährt werden, wenn dies aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich solcher sozialer und wirtschaftlicher Art notwendig ist, oder die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde und die Abweichung mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege vereinbar ist“, so die Kreisverwaltung.

Für ein Tierheim gilt das nicht. Pamela Boujra und Christian Schuldt haben daher am Dienstag einen abgespeckten Bauantrag nur für einen landwirtschaftlichen Betrieb eingereicht. Selbst dafür gelten wegen des Landschaftsschutzgebiets noch strenge Auflagen – so darf es keine geschlossenen Räume geben, auch eine Heizung ist verboten. Möglich sind lediglich offene Unterstände für die Tiere und zur Lagerung von Heu und Stroh. Aktuell halten Boujra und Schuldt neun Pferde und zwei Ziegen. Mehr dürfen es nicht werden.

„Das mit dem Landschaftsschutzgebiet war uns damals nicht bewusst“, sagt Pamela Boujra. „Aber jeder macht mal einen Fehler.“ Sie könne inzwischen sogar teilweise nachvollziehen, weshalb ihr Projekt von der Gemeinde so kritisch begleitet wurde: Sie will erfahren haben, dass einige andere Pferdehöfe gar kein Gewerbe angemeldet hätten. „Bei uns ist das aber nicht der Fall“, betont sie. Christian Schuldt führt seit zweieinhalb Jahren ganz offiziell einen landwirtschaftlichen Betrieb, ist beim Finanzamt angemeldet. „Vielleicht hat man uns über einen Kamm geschoren“, meint Boujra.

Noch hat sie die Hoffnung auf ein glückliches Ende nicht aufgegeben. Sie bittet Landbesitzer sich zu melden, wenn sie ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen können. „Sonst kann ich die Pferde bald zum Schlachter bringen. Und das bringe ich nicht übers Herz.“

Von Philip Häfner

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