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Görke spielt Boule mit Asylbewerbern

Finanzminister auf Sommertour Görke spielt Boule mit Asylbewerbern

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke hat bei seinem Besuch in Premnitz eine Partie Boule mit Asylbewerbern gespielt. Und sich dabei berichten lassen, wie das Leben in der Fremde sich anfühlt.

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Finanzminister Christian Görke spielte mit DFG-Mitgliedern und Asylbewerbern Boule an der Premitzer Uferpromenade

Quelle: Uwe Hoffmann

Premnitz. Auf seiner Sommerreise durch Brandenburg wurde Finanzminister Christian Görke am Dienstag von der Deutsch-Französischen Gesellschaft zu einem gemeinsamen Boule-Turnier an der Uferpromenade mit Asylbewerbern eingeladen. Vier Asylbewerber, die seit einem Jahr in der Gemeinschaftsunterkunft in Premnitz leben, sowie vier Syrer aus Rathenow bildeten je eine Mannschaft. „Ich lebe sehr gerne hier in Premnitz. Die Menschen reagieren sehr freundlich auf uns“, sagte der Kameruner Valatin Djaya, der vor 13 Monaten auf seiner Flucht über Spanien in der damals neu eröffneten Gemeinschaftsunterkunft ankam. „Auch in der evangelischen Kirchgemeinde wurde ich sehr gut aufgenommen.“ Die Mannschaft der Kameruner spielte bereits schon einige Male auf dem Platz und errang am Dienstag bei dem kleinen Turnier den Sieg.

Die Asylbewerber nutzten den Besuch des Ministers, um ein für sie wichtiges Thema anzusprechen. Nach einem Jahr wurde ihr Deutschkurs – für die Asylbewerber unerwartet – „planmäßig“ beendet. Beim Träger, der Akademie Seehof in Rathenow, lernten die Asylbewerber Deutsch. Und würden dies auch gern weiterhin tun. Doch die offizielle Regelung sieht das nicht vor. „Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagte Finanzminister Görke. „Das Asylgesetz kann weder die Probleme der zu uns kommenden Menschen, noch die Probleme bei uns vor Ort lösen. Die Landesregierung macht sich deshalb für ein Einwanderungsgesetz stark.“

300 Millionen Euro Kosten fürs Land

Als Vertreter der Landesregierung nahm er den Bund stärker in die Verantwortung. „Der Bund beteiligt sich bisher unzureichend an den Kosten für Unterbringung, Versorgung und Verpflegung für die Asylbewerber. Der Bund muss sich strukturell und angemessen beteiligen“, so Görke weiter. „Brandenburg wird in diesem Jahr ungefähr 300 Millionen Euro an Kosten tragen müssen.“ Das ist über dreimal soviel wie noch im Vorjahr. Im letzten Jahr legte das Land ein zusätzliches Investitionsprogramm zur Schaffung neuer Plätze in Gemeinschaftsunterkünften in Höhe von fünf Millionen Euro auf. Das Land baut derzeit selbst ein Verwaltungszentrum in Wünsdorf und eine ehemalige Bundeswehrkaserne in Doberlug-Kirchhain als Außenstellen der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes um. Dazu hat das Land neue Personalstellen für die Erstaufnahmeeinrichtungen geschaffen.

Gemäß der Erstattungsverordnung zahlt das Land den Kommunen für Unterbringung, Betreuung und Erbringung von Leistungen eine Jahrespauschale von 9.128 Euro pro Person. Dazu kommt eine Investitionspauschale in Höhe von rund 2.300 Euro für jeden neu geschaffenen Platz in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach der Prognose Anfang Mai werden rund 13.500, statt rund 6.800 (Stand September 2014) in Brandenburg ankommende Asylsuchende erwartet. Für den Landkreis Havelland bedeutet dies 952 neue Asylbewerber. Ab 1. September wird die Übergangs-Notunterkunft auf dem ehemaligen Essilor-Werksgelände in Rathenow-Nord für maximal 100 Personen bezogen.

Von Uwe Hoffmann

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