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Göttliner Kinder wollen Gambia helfen

Kinder der halben Sonnen Göttliner Kinder wollen Gambia helfen

Nicht jedes Kind hat ein Bett, Spielsachen, Süßigkeiten und immer etwas zu Essen – die Kinder der Göttliner Kita Spatzennest wissen das. Dank ihres Projekts „Kinder der halben Sonnen, haben sie Freunde in mehr als 50 Länder. Bald dürften neue dazu kommen. Am Dienstag übergaben die Kinder ein Paket für Mädchen und Jungen in Gambia.

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Kerstin Gebhardt (Mitte) und Elke Dartsch (4.v.l.) mit den Kindern der halben Sonne in der Kita Göttlin.

Quelle: Ch. Schmidt

Göttlin. „Hand in Hand“ nennt sich ein kleiner Verein aus Sachsen-Anhalt, der großes leistet. Kerstin Gebhardt gründete ihn 2014 mit dem Ziel, Projekte zur Selbsthilfe in Afrika zu unterstützen und zu fördern. Unter anderem hilft sie Schulen aufzubauen und Kinder mit Lebensmitteln zu versorgen. Ein Anliegen, das Elke Dartsch, Kitaleiterin in Göttlin, besonders am Herzen liegt. Immer auf der Suche nach Unterstützern für das Projekt „Kinder der halben Sonne“ stieß Dartsch auf Facebook zufällig auf Kerstin Gebhardt und ihren Verein und fragte kurzerhand an, ob die Kita-Kinder halbe Sonnen schicken dürfen, die Gebhardt mit nach Gambia nimmt. Die knappe Antwort kam prompt: „Nein, ich komme selbst zu euch und hole die Sonnen ab.“

Am Dienstagvormittag begrüßten die Jungen und Mädchen Kerstin Gebhardt als erste offizielle Botschaftsbesucherin. Seit Dezember trägt das Spatzennest nämlich offiziell den Titel „Botschaft der Stadt Rathenow“. Den hatte sich die Einrichtung für das Projekt mit den halben Sonnen verdient, das seit mehr als drei Jahren läuft und die Göttliner Kinder mittlerweile mit Jungen und Mädchen in mehr als 50 Ländern verbindet.

Ein Leben ohne Bett, Spielzeug und fließendes Wasser

Gambia ist bisher noch nicht dabei. Das dürfte sich dank der Unterstützung von Kerstin Gebhardt nun ändern. Lilly, Lukas und die anderen Spatzennest-Kinder haben in Vorbereitung auf ihren Besuch viele Sonnen gemalt, die jetzt mit auf die Reise in das ferne Land gehen. Zwar fällt es ihnen noch schwer, sich den Namen zu merken, aber wo Gambia liegt, das wissen sie alle. Lukas’ Finger schnellte auf der großen Weltkarte ganz in den Osten Nordafrikas am Atlantischen Ozean, wo das kleine Land umschlossen vom Senegal liegt.

Wie die Kinder dort leben, das erzählte ihnen Kerstin Gebhardt: „Gambia ist ein armes Land, viele Menschen haben keine Arbeit, die Kindern hungern. Sie haben kein Bett, kein Fernseher, kein Radio, kein Auto und kein Fahrrad. Sie kennen kein fließendes Wasser und auch kein Spielzeug. Nur wenige Kinder können eine Schule besuchen. Was sie haben, ist eine große Familie und viele Freunde.“

Stifte und Luftballons für die Kinder in Gambia

Seit ihrer Kindheit wollte Gebhardt Menschen in armen Ländern helfen. Diesen Wunsch erfüllte sie sich 2012. Sie besuchte zum ersten Mal Gambia, der Kontakt dorthin war auf privater Basis entstanden. Vor Ort machte sich ein genaues Bild, kam in Kontakt mit den Menschen, erfuhr woran es mangelt und packte selbst mit an. 2014 gründete sie schließlich den Verein „Hand in Hand“, um die Hilfe auf breitere Füße zu stellen. Es wurden Brunnen gebohrt, Gemüse Gärten angelegt, eine Schule bekam ein Dach und vieles mehr.

Die Spenden fließen zu 100 Prozent nach Gambia. Ausgaben für Flüge oder Werbemittel zahlt Gebhardt aus eigener Tasche. Auch Lebensmittel werden von den Spenden gekauft, denn der Hunger ist aufgrund der langen Dürreperioden groß. Urlaub macht die Vereinsvorsitzende, die voll berufstätig ist, in Gambia. Der nächste beginnt in zwei Wochen. Dann fliegt sie mit zwölf Mitstreitern zu den Freunden um ihnen tatkräftig unter die Arme zu greifen.

Helfen wollen auch die Göttliner Kinder: „Ich habe auch Geld in meiner Spardose.“ „Wir wollen den Kindern Stifte und Luftballons schicken.“ „... und halbe Sonnen!“ Nachdem sie gehört und gesehen hatten, wie das Leben in Gambia ist, packten sie ein großes Paket, das Kerstin Gebhardt mitnehmen wird. Und wenn sie zurück ist, will sie wieder nach Göttlin kommen, von ihrer Reise berichten, die Sonnen mitbringen und hoffentlich auch ein Video, dass die neuen Freunde der halben Sonnen beim Trommeln zeigt. Das jedenfalls haben sich die Spatzennest-Kinder gewünscht.

Von Christin Schmidt

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