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Havelland Göttlinerin sammelt Spenden für Gambia
Lokales Havelland Göttlinerin sammelt Spenden für Gambia
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14:12 20.01.2018
Der Gemeinschaftsgarten in Kitty wächst und gedeiht. Immer mehr Familien bringen sich ein. Quelle: Verein "Hand in Hand"
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Rathenow

Fast ein Jahr ist es her, das Elke Dartsch aus Göttlin zum ersten Mal nach Gambia reiste. Sie wollte sich vor Ort die Arbeit des Vereins „Hand in Hand“ anschauen, der unter anderem im Dorf Kitty zwei Gemeinschaftsgärten mitaufgebaut hat. Seit dieser Reise ist Elke Dartsch nicht nur mit den Menschen in Kitty verbunden, sie hat zudem mehrere Hilfsaktionen gestartet, um in Gambia die direkte Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen.

Damit hat Elke Dartsch offenbar den Nerv vieler Havelländer getroffen, das bezeugen die zahlreichen Geld- und Sachspenden, die in Kitty angekommen sind. Allein rund 1500 Euro spendeten Havelländer für den Bau eines Brunnens, dazu knapp 200 Orangenbäume, die jetzt in Kitty gedeihen und viele mehr.

„Ich bin den Rathenowern unendlich dankbar und regelrecht von ihnen begeistert, weil sich so viele Menschen für das, was in Gambia passiert, interessieren“, sagt Elke Dartsch. Am 16. März wird sie wieder ihren Urlaub opfern, um nach Gambia zu fliegen und die Menschen vor Ort zu unterstützen. Drei große Koffer voll Spenden will sie mitnehmen. „Dringend gebraucht werden nach wie vor Schuhe, vor allem für Kinder, aber auch für Männer und Frauen sowie Fußballschuhe. Wer also gerade seine Sommerschuhe aussortiert - ich nehme alle ohne Absätze“, erklärt die ausgebildete Erzieherin.

Hilfe zur Selbsthilfe – Was bereits entstanden ist

Dank der Bemühungen der Vereinsmitglieder von „Hand in Hand“ entstanden in Kitty zwei große Gemeinschaftsgärten.

Hier wachsen unter anderem Orangenbäume, die Rathenower gespendet haben.

Die Schule in Rumba hat einen Schulgarten bekommen, dadurch wird die Schule noch stärker angenommen und die Dorfbewohner haben drei neue Klassenräume angebaut.

In Sutukoba entsteht derzeit ein weiterer Gemeinschaftsgarten.

Wer helfen will, kontaktiert Elke Dartsch: elkedartsch@freenet.de

Auch große Koffer nimmt Elke Dartsch gern als Spende an. „Die Koffer sollen in Kitty bleiben, denn dort werden sie gern als Schrank genutzt. Vor allem in der Regenzeit können die Menschen ihre Kleidung darin vor Nässe schützen“, erklärt die umtriebige Ehrenamtlerin.

Platz für ihre eigenen Sachen bleibt bei all den Hilfsgütern kaum, aber die brauche sie ohnehin nicht. „Den Föhn kann ich zuhause lassen, weil der das Stromaggregat in Kitty überfordert“, erzählt die 53-Jährige mit einem Lächeln. Kleidung brauche sie auch nur wenig, schließlich könne sie problemlos vor Ort waschen und in Gambia trocknet ohnehin alles sehr schnell.

Stattdessen packt sie lieber jede Menge Verbandsmaterial ein, das Rathenower Autohäuser gespendet haben. Darüber wird sich der Arzt, der die Menschen in Kitty kostenlos behandelt, freuen. Medizin werden Elke Dartsch und ihre Reisebegleiterin Kerstin Gebhardt, Vorsitzende von „Hand in Hand“, in Gambia kaufen und damit das renovierte Arztzimmer ausstatten. Für die Schulen wollen sie Kreide Blöcke, Kugelschreiber, Bleistifte und Buntstifte mitnehmen.

Ein weiterer Unterstützer aus Deutschland hilft jetzt in Kitty

Natürlich wird Elke Dartsch den Havelländern auch wieder von ihrer Reise und den Fortschritten in Gambia berichten. Einige gute Nachrichten hat sie schon jetzt: „Der Brunnen, für den die Rathenower gespendet haben, wird im Februar gebaut und wir haben einen weiteren Unterstützer gewonnen: Martin aus Deutschland, der eine Kompostieranlage in Gambia aufgebaut hat. Als er vom Gartenbauprojekt in Kitty hörte, war er so begeistert, dass er sofort organischen Dünger und Mulch aus Erdnussschalen für Kitty spendete. Und gerade hat er den Frauen in Kitty gezeigt, wie sie selbst Dünger herstellen können“, berichtet die Göttlinerin.

Neben der praktischen Hilfe wollen Elke Dartsch und die Vereinsmitglieder vor allem mit den Menschen in Gambia ins Gespräch kommen und sie davon überzeugen, dass die Flucht nach Europa keine Lösung ist. Dabei werden sie von einem jungen Mann aus Kitty unterstützt, der auf Einladung des Vereins im Sommer Deutschland besuchte und sich selbst ein Bild vom Leben hier machte. Tief beeindruckt und erschüttert kehrte er zurück. In einem Land zu leben, in dem alte Menschen in Heimen ohne ihre Familie leben, ist für ihn unvorstellbar. Jetzt klärt er seine Landsleute über das „gelobte Europa“ auf.

„Man muss den Menschen eine Perspektive bieten. Helfen heißt nicht, ihnen das abzunehmen, was sie selbst tun können. Helfen heißt, den anderen in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen“, betont Elke Dartsch.

Elke Dartsch (r.) und Kerstin Gebhardt, Vorsitzende des Vereins „Hand in Hand“ fliegen im März gemeinsam nach Gambia Quelle: Christin Schmidt

Von Christin Schmidt

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