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Goldene Nymphe für Brieselang

Skulptur soll im Herbst im Kreisverkehr stehen Goldene Nymphe für Brieselang

Nachdem der Künstler Guido von Martens 2013 die Idee zu einer Nymphe im Kreisverkehr an der L 202 hatte, soll die Skulptur nun im Herbst auf einer vier Meter hohen Säule aufgestellt werden. Die goldfarbene Figur wird das neue Wahrzeichen der Gemeinde Brieselang.

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Die Künstler Renée Dressler und Guido von Martens.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Brieselang. Seit 2013 wird darüber geredet, Anfang September soll es nun endlich soweit sein: Brieselang erhält seine Nymphenskulptur mitten im Kreisverkehr an der Landesstraße 202. Die Figur wird zwei Meter groß sein und auf einer vier Meter hohen, achteckigen Säule die ankommenden Autofahrer begrüßen.

Die Idee dazu hatte der Künstler Guido von Martens, der zusammen mit Renée Dressler den Märkischen Künstlerhof am Bahnhofsvorplatz Nord betreibt. „Der Ort ist noch sehr jung, hat keine Geschichte. Die Brieselanger haben somit nichts, mit dem sie sich identifizieren können. Das einzige, was es in Brieselang gibt und was alle mögen, sind der Nymphensee und die Natur“, erklärt Renée Dressler. So lag es nahe, eine entsprechende Aktion zu starten, zumal von Martens das Nymphen-Thema persönlich schon seit den 80er-Jahren künstlerisch beschäftigt. Seither hat er unzählige Nymphen – unter anderem aus Keramik – geschaffen.

„Wir hatten es in einer kleinen Runde angesprochen“, sagt er. Daraufhin bildete sich schnell eine Interessengemeinschaft (IG), der jetzt etwa 20 Personen angehören. „Ich bin sehr stolz auf die Leute, die sich für das Projekt engagiert haben“, sagt der Künstler. Er selbst war nämlich vor einem halben Jahr noch kurz davor aufzugeben. Zu mühselig und langwierig erwies sich der Weg durch die Behörden. Etliche Genehmigungen waren einzuholen, der Statiker musste sein Okay geben. „Zwei Jahre haben wir dafür gebraucht. Ich allein hätte dafür gar nicht die Kraft gehabt.“

Aber auch die Geldsammlung war sehr aufwendig. Doch wie Guido von Martens jetzt erleichtert sagen kann, „ist der größte Teil der Summe zusammen“. Unter anderem haben Firmen und Institutionen Geld zugesagt, aber auch viele Privatleute spendeten bisher. Eigens dafür waren so genannte Nymphen-Mamas aus Porzellan als Spardosen in Brieselanger Geschäften aufgestellt worden.

In Kürze wird sich von Martens nun an die Arbeit machen. Aus Kostengründen soll die Nymphe nicht aus Bronze bestehen, sondern aus GFK, einem Kunstharz. Das Material hat zudem den Vorteil, dass es recht leicht und sehr witterungsbeständig ist. Als erstes entsteht ein Gipsmodell. „Das Gesicht zu modellieren ist nicht ganz so einfach. Es soll anmutig sein, aber auch einen kleinen erotischen Touch haben“, sagt von Martens. Auf eine mit Solarstrom gespeiste leuchtende Kugel, die die Nymphe in der Hand hält – als Bezug zum mystischen Brieselanger Licht – muss er allerdings verzichten. Für diese Idee gab es keine Genehmigung. Der zuständige Landesbetrieb Straßenwesen befürchtet, dass dies die Autofahrer im Dunkeln irritieren könnte. Und so wird die barbusige Figur nur eine einfache Kugel tragen, die das unheimliche Licht im Wald symbolisiert.

Mitte August will Guido von Martens die Skulptur fertiggestellt haben, danach wird sie vergoldet – mit Blattgold, damit die Farbe auch lange Bestand hat. „Dann besitzt auch Brieselang seine Goldelse“, sagt Renée Dressler schmunzelnd mit Blick auf das Berliner Wahrzeichen. Von Martens würde sich wünschen, dass sich das neue Wahrzeichen dann auch in Berlin herumspricht und Fragen wie „Brieselang? Ist das nicht da, wo die goldene Nymphe im Kreisverkehr steht?“ die Runde machen. „Ich hoffe, dass Brieselang dann auch bald den Zusatz Nymphengemeinde erhält“, sagt er.

Schon seit einigen Jahren versuchen die beiden Künstler, mehr aus dem Thema Nymphe zu machen, damit Brieselang bekannter wird. So fand 2009 vor dem Märkischen Künstlerhof ein Kunstsymposium mit fünf Bildhauern unter dem Titel „Nymphäum“ statt. Bereits 2007 rückte das Symposium „Wasser-Klang-Bilder“, das direkt am See veranstaltet wurde, das Gewässer in den Mittelpunkt. Dabei wurde unter anderem eine Nymphonie aufgeführt, die der Falkenseer Jazzmusiker Sigi Busch komponiert hat. Auch eine zarte, meergrüne Glasplastik von Helge Warme war zu sehen.

Wenn die Skulptur im Kreisverkehr steht, wird das Thema Nymphe für Renée Dressler und Guido von Martens aber noch lange nicht beendet sein. „Wir werden es weiter voran treiben, damit die Nymphe im Bewusstsein der Leute bleibt“ sagt die Künstlerin. So soll es bald ein Nymphengedicht geben. Die Brieselanger Grundschulen sind aufgerufen, sich an der Ausschreibung im Herbst zu beteiligen und die zwei vorgegebenen Zeilen zu ergänzen: „In Brieselang am Nymphensee, da wohnt die kleine Nymphenfee...“.

2015 feierte der Märkische Künstlerhof in Brieselang sein 20-jähriges Bestehen – gegründet einst von den Keramikern Renée Dreßler und Guido von Martens. Seither fanden dort mehr als 550 Veranstaltungen statt. Angefangen hatte alles im Brieselanger Blumensteg, bevor das Projekt Künstlerhof dann ab 2007 im ehemaligen Konsum-Kaufhaus am Bahnhof fortgesetzt wurde.

Nicht mehr geöffnet haben die Künstler seit diesem Jahr ihr Café. Zu unkalkulierbar war der Besucherstrom, und es kostete vor allem auch viel Zeit. „Wir haben jetzt nur noch zu den Veranstaltungen geöffnet, sonst kommen wir nicht zu unserer Arbeit“, sagt Guido von Martens. Er fliegt zudem zeitweise für eine Lehrtätigkeit nach China, arbeitet dort mit Studenten, wobei Celadon – eine Jade-Glasur – im Mittelpunkt steht.

Von Andreas Kaatz

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