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Goldenes Jubiläum für Schlossermeister

Falkensee Goldenes Jubiläum für Schlossermeister

Ob Kunstvolles fürs Schloss oder Knallhartes für die Hochöfen der Stahlwerke – Schlossermeister Heinz Ziesecke hat in seinem Leben viel geschaffen. Am Freitag erhielt er seinen Goldenen Meisterbrief. Vor 50 Jahren hatte er in Potsdam seinen Meister gemacht.

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Heinz Ziesecke (l.) bekommt von Ralph Bührig den Goldenen Meisterbrief.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Sein Meisterstück hat Heinz Ziesecke jeden Tag vor Augen. Es ist ein Türgitter, für das er fünf Wappen von deutschen Städten aus dem Metall gearbeitet hat: fein aus der Bronze gestichelt, aufwendig mit feuergeschweißtem Rahmen gefasst. Am Freitag feierte der Falkenseer sein Goldenes Meisterjubiläum, auf den Tag genau vor 50 Jahren hatte er in Potsdam seinen Meisterbrief bekommen.

Dazu gab es eine Feier mit Familie, Freunden und Mitarbeitern. Landrat Lewandowski, Ex-Landrat Schröder und Bürgermeister Müller gratulierten. Aus Potsdam kam der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ralph Bührig und übergab den Goldenen Meisterbrief an den verdienten Falkenseer Schlossermeister. Heinz Ziesecke hat in seinem langen Berufsleben viele Auszeichnungen gesammelt, das Bundesverdienstkreuz gehört dazu. Er war der erste Kreishandwerksmeister im Osthavelland, 18 Jahre übte er dieses Ehrenamt aus, lange hatte er sich als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses engagiert. Schon zu DDR-Zeiten hatte sich der Bäckersohn Heinz Ziesecke als Obermeister der Berufsgruppe Metallbau engagiert.

Eigentlich hatte Heinz Ziesecke ja zweimal seinen Meister gemacht. Grund für dieses Doppelleben war die Teilung Deutschlands. Ziesecke war in den 1950er-Jahren als Lehrling in die Falkenseer Schlosserei Siebert gekommen. In Westberlin machte er seinen Meister zum Kunstschmied, einen Teil der Prüfungen hatte er bestanden, sein Meisterstück sollte ein barock geformtes Schmiedegitter für das Charlottenburger Schloss werden, das damals nach den Kriegszerstörungen aufgebaut wurde. Der Mauerbau verhinderte, dass Heinz Ziesecke sein Meisterstück zu Ende bauen konnte, das übernahm dann ein anderer. „Nach der Wende konnte ich mir das dann ansehen“, erzählt Heinz Ziesecke. Im Osten musste er erneut seinen Meisterweg gehen, nun unter sozialistischem Vorzeichen. Seine technischen und kunstvollen Kenntnisse kamen ihm zugute. Später machte er noch den Abschluss als staatlich geprüfter Lehrmeister, es war die Voraussetzung, um Lehrlinge ausbilden zu können. Auch als Schweißtechnologe bildete er sich fort.

Dabei hielt Heinz Ziesecke seinen Betrieb am Falkenseer Bahnhof vor der Wende bewusst klein, um der drohenden Verstaatlichung entgehen zu können. Er steuerte den kleinen Privatbetrieb durch die Zeiten, der vor allem Ersatzteile für Siemens-Martin-Öfen der großen Stahlwerke herstellte, aber auch so manchen Zaun und so manches Terrassengitter für die Bevölkerung.

Von Marlies Schnaibel

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