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Golfen im Havelland

Tremmen Golfen im Havelland

Der Golf-Sport boomt - immer mehr Spieler greifen in ihrer Freizeit zum Schläger, um den kleinen weißen Ball ins Loch zu treiben. Im Osthavelland warten zwei Golf-Clubs auf Spieler mit Handicap.

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Abschlag in Tremmen. Foto: Carsten Scheibe

Kallin/Tremmen. Der Spieler nimmt die Fahne auf dem Grün ins Visier und überlegt, wie er den Golfball schlagen soll. Zwischen der Lage des Balls im Gras und dem Loch direkt an der Fahne liegen ein Sandbunker, ein morastiger Graben und eine Apfelbaumreihe.

„Reich mir mal das Achter-Eisen“, bittet der Spieler seinen Flight-Partner. Ein formvollendeter Schwung - und der Ball hebt steil ab, fliegt im hohen Bogen über die Baumgruppe und landet dann fast senkrecht neben der Fahne. Der Golf-Spieler ist zufrieden. Er weiß genau, dass bei diesem Sport Ruhm und Hohn ganz eng beisammen liegen. Ein winziger Fehler im Schwung und der Ball wäre mit einem lauten „Plöpp“ im Wasserhindernis gelandet.

Mehr als 800 Golfclubs

Über 800 Golfclubs warten in Deutschland auf Spieler, die in ihrer Freizeit gern das Eisen schwingen. Mehr als 600 000 Spieler sind im „Deutschen Golf Verband“ angemeldet und laufen regelmäßig eine Runde über die 18 Bahnen, die zu einem Platz gehören. Ziel ist es stets, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen ins Loch zu bringen. Das Handicap eines Spielers gibt an, wie viele Schläge über der Platzvorgabe er benötigt, um alle 18 Loch zu meistern.

Natürlich ist es in Deutschland immer etwas komplizierter als in anderen Ländern. Um einen Golfplatz betreten zu dürfen, müssen die Spieler die „Platzreife“ vorweisen. Was in den USA keinen Menschen interessiert, muss hier in einer schriftlichen und praktischen Prüfung abgelegt werden. Thomas Kolb, Clubmanager im über 25 Jahre alten Potsdamer Golf-Club in Tremmen: „Die Platzreife zeigt, dass der Spieler dazu in der Lage ist, einen Platz regelkundig und zügig zu bespielen, ohne dabei die Sicherheit anderer zu gefährden.“

Platzreife am Wochenende

Wer also Lust darauf bekommt, Golf zu spielen, muss erst einen Platzreife-Kurs absolvieren. Anschließend gilt es, ein umfangreiches „Besteck“ aus verschiedenen Schlägern zu erwerben. Je nach Lage des Balles, der Beschaffenheit des Untergrunds und der angestrebten Weite eines Schlages kommen etwa ein Sand-Wedge, ein Fairway-Holz oder ein Eisen zum Einsatz.

Die Mitgliedschaft in einem Golf-Club ist für manchen selbst ein Hindernis: Über tausend Euro im Jahr sind der übliche Einsatz dafür, das ganze Jahr über den penibel gepflegten Rasen schreiten zu dürfen.

Ingo Lachmann (64, Handicap 12,8) hat 2004 mit dem Golfen angefangen: „Mit dem Alter werden die Bälle leider immer kleiner. Ich habe viele Jahre lang Fußball gespielt, danach Tennis. Da machen die Knie leider nicht mehr mit. Golf kennt kein Alter - hier kann ich weiter aktiv sein.“

Jacqueline Gasiorek (51, Handicap 12,0) ist Gerichtsvollzieherin in Berlin und lebt in Falkensee. Sie hatte andere Gründe, um mit dem Golfen anzufangen: „Ich habe zusammen mit meinem Mann Andi einen Sport gesucht, den wir trotz der verschiedenen Kraftverhältnisse zusammen ausüben können. Beim Golf ist Kraft nicht alles, hier können sich auch Opa und Enkel auf Augenhöhe miteinander messen.“

Jacqueline Gasiorek hat als Captain der Damenmannschaft im Potsdamer Golf-Club gute Einblicke in die Spielerstruktur: „Die Zeiten, in den Golfen nur etwas für die Reichen ist, sind längst vorbei. Ob man die Runde mit einem Arzt, einem Dachdecker, einem Anwalt oder einer Friseurin spielt, ist egal. Der Spaß am gemeinsamen Spiel steht im Vordergrund und nicht die Einkommenshöhe.“

Golfen in Tremmen und Kallin

Der Potsdamer Golfclub e.V. (www.potsdamer-golfclub.de) liegt im havelländischen Tremmen – sehr idyllisch gelegen in einer alten Obstanlage mit Apfel- und Kirschbaumbestand und mit Ausläufern in eine wasserintensive Luch-Landschaft. Neben dem 18-Loch-Platz steht hier eine 6-Loch-Übungsanlage zur Verfügung, die auch ohne Platzreife genutzt werden darf. Eine Alternative dazu ist der Golfclub Kallin e.V. (www.golf-kallin.de) in Nauen-Börnicke. Neben einem 18-Loch-Platz, bei dem sich breite Fairways mitten in einem Kiefernwald mit kniffligen Wasserhindernissen abwechseln, gibt es hier auch noch einen 9-Loch-Platz, auf dem sich die Sportler ausleben können.

Von Carsten Scheibe

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