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Gottesdienste im Stundentakt

Pfarrer kommen an Heiligabend kaum zur Ruhe Gottesdienste im Stundentakt

Für die Pfarrer im Westhavelland ist der Heilige Abend ein stressiger Arbeitstag. Die meisten von ihnen haben innerhalb weniger Stunden gleich mehrere Gottesdienste im Terminkalender stehen. Oft bleibt den Geistlichen nur wenig Zeit, um von einer Kirche zur nächsten zu gelangen. Zur Ruhe kommen sie daher erst am ersten Feiertag.

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Mit nur zwei Gottesdiensten verlebt der Nennhausender Pfarrer Stefan Huth einen vergleichsweise ruhigen Heiligen Abend.

Quelle: Norbert Stein

Havelland. Während der Großteil der Deutschen schon am Vortag des Weihnachtsfestes – am Heiligen Abend – die ruhige und besinnliche Zeit mit der Familie am geschmückten Weihnachtsbaum einläutet, steht für die Pfarrer vielerorts noch einmal ein Mammutprogramm im Kalender. Viele Geistliche halten am 24. Dezember gleich mehrere Gottesdienste, meist steht ihnen dabei nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung.

„Heiligabend ist ein richtig harter Arbeitstag“, sagt zum Beispiel Hardy Enseleit, Pfarrer der Evangelische Kirchengemeinde Rhinower Ländchen. „Das ist im Brandenburger Land bei fast allen Kollegen so.“ Für Enseleit selbst stehen an diesem Tag vier Gottesdienste im Programm. Der erste beginnt um 14 Uhr, der letzte um 18 Uhr. „Ich habe immer etwa eineinhalb Stunden Zeit“, so der Pfarrer.

Ruhe erst am ersten Weihnachtsfeiertag

Der Gottesdienst an sich dauere dabei rund eine Stunde, anschließend folgt noch die persönlicher Verabschiedung. „Es ist so eingetaktet, dass ich jedem noch die Hände schütteln und frohe Weihnachten wünschen kann“, erzählt Hardy Enseleit. „Danach wird einmal kurz Luft geholt und dann geht’s weiter.“ Mit dem Auto fährt der Pfarrer in die nächste Kirche, wo er bereits erwartet wird. Nach 19 Uhr kommt Enseleit schließlich von seiner Tour zurück nach Hause, wo am Abend noch die Bescherung mit der Familie ansteht. Wirklich zur Ruhe komme er jedoch erst am ersten Weihnachtsfeiertag.

Ähnlich geht es Hilke und Christoph Seydich, dem Pfarrehepaar, das sich die Pfarrstelle der Evangelischen Kirchengemeinde Milow teilt. „Am 24. feiern wird kein Weihnachten, da sind wir für andere da. Wir haben dann am 25. Zeit für uns“, sagt Christoph Seydich. Die Bescherung mit kleinen Geschenken für die Familienmitglieder erfolge daher auch erst am Morgen des ersten Feiertages.

Denn am Heiligen Abend sind die beiden Theologen getrennt von einander in den Gotteshäusern ihrer Gemeinde unterwegs. „Meine Frau und ich halten parallel je drei Gottesdienste“, so der Geistliche. Während Hilke Seydich in Bützer, Böhne und Zollchow in der Kirche steht, übernimmt Ehemann Christoph die Orte Schmetzdorf, Vieritz und Milow. „Das Problem dabei ist, dass wir nur ein Auto haben.“ Einer der beiden sei daher immer auf einen freiwilligen Helfer aus der Gemeinde angewiesen, der ihn zur nächsten Kirche fährt. „Aber das klappt gut“, sagt Christoph Seydich.

Planung und Vorbereitung sind sehr aufwendig

Überhaupt sei die Unterstützung der Gemeindemitglieder sehr wichtig für die Gestaltung der weihnachtlichen Gottesdienste. „Die Vorbereitung ist sehr aufwendig.“ Weil die Pfarrer erst kurz vor Beginn eintreffen, muss vorher jemand die Kerzen anzünden und die Menschen begrüßen. Dort wo Krippenspiele aufgeführt werden, müssen diese im Vorfeld geschrieben und geprobt werden. „Es gibt viele Leute, die etwas machen und sich engagieren“, erzählt Christoph Seydich.

Einen großen planerischen Aufwand hat auch Pfarrer Stefan Huth, der in der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland für den Bereich Nennhausen zuständig ist. Dort starten an Heiligabend zwischen 15 und 17.30 Uhr ganze acht Christvesper. Allerdings ist Huth selbst nur bei zweien anwesend. „Ich habe vier Pfarrer im Ruhestand, die in der Gegend wohnen und mir helfen“, erklärt er. „Sie übernehmen auch Gottesdienste. Ich muss also nicht die ganze Zeit umherhecheln.“

Von Norman Giese

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