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Havelland Grabdiebe auf dem Weinberg-Friedhof
Lokales Havelland Grabdiebe auf dem Weinberg-Friedhof
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00:20 15.09.2017
Auch nach dem Diebstahl sieht das Grab auf dem Weinberg-Friedhof noch beeindruckend aus. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Was geht in einem Menschen vor, der Grabschmuck stiehlt? Blumen aus der Vase reißt, das Beet zertrampelt, Kerzen entwendet? Man braucht viel Phantasie haben, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Und kommt doch nicht zu einer plausiblen Erklärung. „Ich kann es nicht verstehen“, sagt Gabi Hennig. „Wie abgestumpft muss man sein, um so etwas zu tun?“

Das Grab, um das es geht, ist das von Anne-Kathrin Ballhause – Gabi Hennigs Tochter. Mit 29 Jahren erkrankte die Rathenowerin an einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs. Mit aller Kraft wehrte sich die energiegeladene Frau gegen ihr Schicksal. Ließ unvorstellbar schmerzhafte Behandlungen über sich ergehen und verlor doch nie die Zuversicht. Im Gegenteil. Sie machte ihren Kampf gegen die Krankheit in einem MAZ-Artikel öffentlich, um anderen Betroffenen Mut zu geben. Und musste sich der Krankheit am Ende doch geschlagen geben. Im Januar dieses Jahres verließen sie die Kräfte.

Seitdem ist das Grab auf dem städtischen Weinberg-Friedhof für Verwandte und Freunde zu einer festen Lebenskoordinate geworden. „Das ist ein Ort der Erinnerung, an dem Menschen, die Anne-Kathrin geliebt haben, zugleich trauern und Kraft schöpfen können“, sagt die Mutter.

So war es auch am Montag vor einer Woche. 33 Jahre wäre Anne-Kathrin Ballhause an diesem Tag geworden. Die liebevoll gepflegte Grabstätte sah danach noch prächtiger aus als sonst. 33 Rosen verbreiteten ihren edlen Glanz – für jedes Lebensjahr eine. Freunde hatten eine weiße Laterne aufgestellt. „Anne, wir vermissen dich“ stand darauf, im Inneren brannte eine schöne Kerze. Dazu zierten jede Menge frischer Blumen die Fläche vor dem Grabstein mit dem Foto der Verstorbenen. „Sie wäre gerührt gewesen, wenn sie gesehen hätte, wie liebevoll ihre Freunde den Geburtstag gefeiert haben“, sagt die Mutter

Doch offenbar gibt es Menschen, denen der Respekt für eine so menschliche Form des Gedenkens abgeht. Eine Woche später machten sich dreiste Diebe über die Grabstelle her. Stahlen die Vase mit den Rosen; stahlen die Laterne mit dem Schriftzug und der Kerze; ließen eine andere Glasvase mitgehen und trampelten ungeniert auf der Grabstelle herum. „Genau so fühlt es sich an“, sagt Gabi Hennig. „Als habe jemand diesen Ort, der uns so wichtig ist, mit Füßen getreten.“

Gabi Hennig hat Anzeige bei der Polizei erstattet – wegen Diebstahls und Störung der Totenruhe. Obwohl man ihr signalisiert hat, dass es schwer werde, die Täter zu ermitteln, hat sie an der Anzeige festgehalten. „Es gibt Dinge, die kann man nicht so einfach hinnehmen“, sagt sie.

Leider komme es auf dem Friedhof immer wieder zu Diebstählen, sagt Rathenows Stadtsprecher Jörg Zietemann. Dennoch sei das Ausmaß des vorliegenden Falles ungewöhnlich. Aber obwohl das Friedhofspersonal angehalten sei, das Gelände aufmerksam zu beobachten, könne man Derartiges nicht verhindern. „Der Friedhof ist ein öffentlich zugänglicher Ort und soll es bleiben“, so Zietemann. „Dafür, dass es Menschen gibt, die keinen Respekt vor der Würde dieses Ortes haben, fehlt mir jedes Verständnis.“

Gabi Hennig wird sich von dem Ereignis nicht entmutigen lassen. Sie wird die Grabstelle weiterhin liebevoll pflegen, wird Blumen mitbringen, mit Freunden herkommen, ihren Erinnerungen nachhängen. „So schnell einschüchtern lasse ich mich nicht“, sagt sie. Da ist sie wie ihre Tochter.

Von Markus Kniebeler

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