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Gräben krauten, räumen und pflegen

25 Jahre Wasser- und Bodenverband Nauen Gräben krauten, räumen und pflegen

Seit 25 Jahren kümmert sich der Wasser- und Bodenverband Nauen um Gräben und Schöpfwerke vor allem im Havelland. Aber auch Gebiete in Potsdam-Mittelmark und Oberhavel gehören dazu.

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Grundräumung eines Abschnittes der großen Havelländischen Hauptkanals.

Quelle: privat

Nauen. Etwa 1750 Kilometer Gewässer II. Ordnung unterhält und pflegt der Wasser- und Bodenverband Nauen jährlich. Das entspricht in den 25 Jahren seines Bestehens einer Strecke von einmal um den Erdball. „Zuzüglich einmal vom Havelland bis zum Assuan-Staudamm in Ägypten, wobei wir den nicht unterhalten“, sagt Peter Hacke. Seit Januar 2011 führt er als Geschäftsführer die Geschicke des Verbandes, der in diesem Monat nicht nur ein Jubiläum zu feiern hatte, sondern im Sommer auch den Einzug in die neue Geschäftsstelle plus Technikhalle in der Straße „Am Schlangenhorst“ in Nauen.

Im November 1991 wurde der Wasser- und Bodenverband mit dem langen Namen „Großer Havelländischer Hauptkanal-Havelkanal-Havelseen“ in Nauen gegründet. Mehr oder weniger aus der Not heraus, weil sich unmittelbar nach der politischen Wende kaum jemand für die Gewässerbewirtschaftung interessierte und die Meliorationsgenossenschaften, die zu DDR-Zeiten für die richtigen Pegelhöhen der Gewässer sorgten, damit die landwirtschaftlichen Flächen nicht überschwemmt wurden, nicht mehr existierten. „Zwei Jahre herrschte auf dem Gebiet faktisch Ruhe, bis mal jemand im Land Brandenburg erkannte, dass die Melioration nicht von allein funktioniert“, sagt Sven Balmer. Der Zachower gehört seit der Gründung dem Vorstand des Verbandes an, ist seit 2006 ehrenamtlicher Vorsteher und selbst Landwirt.

Das Verbandsgebiet von etwa 165 000 Hektar macht nicht an Kreisgrenzen halt, richtet sich nach den Gewässereinzugsgebieten. So werden neben dem Havelland auch Teile von Potsdam-Mittelmark, Oberhavel und der Stadt Brandenburg/Havel von Nauen aus mitbetreut. Damit ist der Nauener Verband der drittgrößte unter den 25 im Land Brandenburg. 39 Gemeinden und sechs sonstige Körperschaften sind Mitglieder.

An den Aufgaben des Verbandes hat sich in den letzten 25 Jahren auf den ersten Blick nichts Wesentliches geändert: Gräben II. Ordnung regelmäßig zu krauten und frei zu halten, damit Wasser abfließen kann, hat damals wie heute Priorität. Einfach gesagt: Gibt es zu viel Regen, muss abgepumpt werden, fehlt es an Nassem von oben, dann muss auch mal Wasser in Richtung Felder geleitet werden. Dazu müssen die 40 Schöpfwerke (davon 35 von öffentlichem Interesse) betriebsbereit, alle Gräben ausgebaggert und die Uferböschungen gemäht sein. „Dazu sind wir auch Dienstleister für das Land Brandenburg, in dem wir 74 Kilometer Gewässer I. Ordnung pflegen und dafür Geld vom Land bekommen“, sagt Peter Hacke. Haupteinnahmequelle des Verbandes sind die Beiträge der Grundstückseigentümer. Die haben sich seit 1991 von sieben D-Mark je Hektar jährlich auf inzwischen 10,63 Euro je Hektar erhöht, was die Verbandsgeschäftsführung so erklärt: „Nicht nur die Anschaffung moderner Technik ist ausschlaggebend. Vor allem die Tatsache, dass wir seit 2013 systematisch die Grundräumungen der Gräben II. Ordnung angehen, also den Schlamm und andere Ablagerungen rausholen und die ursprünglichen Grabenprofile wieder herstellen, kostet Zeit und Geld“, weiß Hacke. Nicht zu vergessen: Früher wurden etwa 50 Prozent der Gräben gekrautet, heute sind es etwa 90 Prozent. „Bei 50 Kilometern Graben haben wir noch Nachholebedarf“, schätzt der Geschäftsführer ein.

Aber das größte Ärgernis der letzten Jahre scheint sich erledigt zu haben, wenn das neue Brandenburger Wassergesetz (wahrscheinlich) 2017 in Kraft tritt: der Streit um die Kosten für den Betrieb der öffentlichkeitsrelevanten Schöpfwerke. „Das soll wieder zur Pflichtaufgabe der Wasser-und Bodenverbände gemacht werden, so dass wird dann diese Kosten entweder vom Land erstattet bekommen oder über die Beiträge von den Grundstückseigentümern“, hofft Peter Hacke. Im Moment sind Kosten für die Schöpfwerke nicht in dem Beitrag von 10,63 Euro je Hektar enthalten. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises gibt dem Verband nur auf Antrag die Erlaubnis zum Einschalten der Pumpen eines Schöpfwerkes, um Überschwemmungen zu verhindern. Die Kosten trägt das Land.

Von Jens Wegener

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