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Gräben sollen besser gepflegt werden

Anweisung an die Wasser- und Bodenverbände Gräben sollen besser gepflegt werden

Ein Grund dafür, dass in Regenjahren der Grundwasserspiegel in Rathenow steigt und in der Folge viele Keller volllaufen ist, dass das Wasser in den Gräben nicht immer gut abfließt. Die Bewirtschaftung ist Sache des Wasser- und Bodenverbandes im Zusammenspiel mit den Städten und Gemeinden. Genau das will die Zählgemeinschaft verbessern.

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Ein Traktor des Wasser- und Bodenverbandes bei der Pflege des Riesenbruchgrabens bei Semlin

Quelle: Ralf Stork

Rathenow. Für die Bürgerinitiative Grundwasser, die in Rathenow vor einigen Jahren gegründet wurde, ist es eine einfache aber wesentliche Erkenntnis: „Hochwasserschutz fängt am kleinsten Graben an“, sagt Manfred Loew. Er ist Sprecher der Initiative, die vor einigen Wochen ihr Thema bei einer Sitzung des Kreistagsumweltausschusses vorstellen durfte.

Thema wurde ausführlich erörtert

Viel Zeit hatten sich Loew und seine Mitstreiter genommen, um das Thema dort ausführlich zu erörtern. Das Havelland sei durch Verbesserung der Vorflutverhältnisse in der Havel und durch die Anlage von Entwässerungsgräben ein weitgehend trocken gelegtes Niederungsgebiet. Da aber die Gräben seit 1990 nicht mehr so beräumt werden, wie es notwendig ist, vernässe die Region wieder und in der Folge laufen viele Keller voll. Und nicht nur das: Grundwasser drang auch in die Versorgungsschächte der Rathenower Wärmeversorgung GmbH ein. Der Schaden an den Leitungen war groß, umfangreiche Sanierungsarbeiten folgten.

Wasserrückhaltung nicht mehr geboten

Für Loew ist das der falsche Weg: „Hatten wir in den 1990er Jahren noch durchschnittlich 540 Millimeter Niederschlag im Jahr, so sind es inzwischen etwa 619 Millimeter. Da kann man nicht mehr partout an der Wasserrückhaltung festhalten.“

Anweisung an die Verbände

Für die Zählgemeinschaft im Kreistag, die für Beschlüsse eine Mehrheit bildet, ist das ein deutlicher Hinweis, dass die Wasser- und Bodenverbände die Gräben um Rathenow herum wieder verstärkt bearbeiten müssen. Dies geschieht allerdings nur, wenn die Kommunen – zum Beispiel die Stadt Rathenow – das auch will. Denn am Ende ist es auch eine Finanzierungsfrage. Die wasser- und Bodenverbände werden über Gebühren der Grundstückseigentümer finanziert, die wiederum von den Städten und Gemeinden erhoben werden. Verstärkte Pflege bedeutet höheren Finanzaufwand und mithin höhere Gebühren.

Wieder ein Runder Tisch

„Das kann durchaus so sein“, sagt Rocco Buchta. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion ist ausgewiesener Wasserexperte. „Aber wir haben diese Diskussion jetzt verfolgt, wir haben uns die Argumente der Bürgerinitiative angehört und der Kreistagsumweltausschuss wird sich regelmäßiger mit dem Thema befassen.“ Darum sei es in Zukunft durchaus denkbar, dass die Wasser- und Bodenverbände angewiesen werden an dem einen oder anderen Graben tätig zu werden, wenn dies notwendig erscheint.

In anderen Gemeinden funktioniert das gut. In Brieselang zum Beispiel werden die Gräben sehr intensiv beräumt, Probleme wie in Rathenow kennt man dort nicht.

Von Joachim Wilisch

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