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Havelland Grafikvielfalt im Museum
Lokales Havelland Grafikvielfalt im Museum
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19:43 29.04.2017
Rainer Ehrt, Caroline Rüss und Heidemarie Hölters. Quelle: Marlies Schnaibel
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Falkensee

„Lache, mein Auge, eh du weinen musst“ – diese Gedichtzeile von Gertrud Kolmar wählte die Falkenseer Künstlerin Heidemarie Hölters als Titel für ihr Porträt der ungewöhnlichen jüdischen Dichterin. Die hatte in Finkenkrug glückliche Jahre verlebt, sie starb in Auschwitz. Mit ihrem Leben und ihrem Werk hat sich Heidemarie Hölters oft auseinander gesetzt. In der am Freitag im Falkenseer Museum eröffneten Ausstellung „Druckgrafik Nr. 5“ stellt Heidemarie Hölters neben Caroline Rüss aus Falkensee, Rainer Ehrt aus Kleinmachnow und Michael Otto aus Berlin aus.

Erinnerung an Gertrud Kolmar

Heidemarie Hölters zeigt unter anderem das Kolmar-Porträt, entstanden im Stempeldruck. Hunderte, kleine Davidsterne formen das Antlitz der traurigen Dichterin.

Stempeldruck – eine eher seltene Technik aus der Palette der Druckgrafik. Und genau diese Palette will die Ausstellungsserie des Museums zeigen, sehbar machen. Ja, geradezu erlebbar machen, wenn man im Hauptraum der Galerie den fast zwei Meter großen Traumtänzern von Rainer Ehrt gegenübersteht. Dem bekannten Grafiker geht es am Freitagabend nicht anders als auf anderen Ausstellungen: Er wird nicht müde, seine Techniken zu erklären – die vielen Schritte, bis ein Farbholzschnitt oder eine Farbradierung entsteht. Und er kann es genießen, wenn Berufskollegen und Besucher sich an seinen Arbeiten erfreuen: über den apfelessenden Tiger mit Lamm im Arm, über die preußischen Reiter auf ganz dicken Pferden, über den Fontane, der sich auf seinem eigenen Denkmal von der Muse bezirzen lässt. Hier gehen die ausdrucksstarken Grafiken in die Karikatur über, Sinn und Hintersinn sind in diesen Blättern eingeschlossen.

Topographie der Stille

Dagegen muten die Arbeiten von Michael Otto, der aus Krankheitsgründen am Feitagabend nach Falkensee kommen konnte, fast statisch an. „Topographie der Stille“ war einst eine Ausstellung mit seinen Bildern aus Westberliner Zeiten überschrieben. Baulücken, Abbruchhäuser, Werkgelände, S-Bahn-Unterführungen und die Berliner Mauer hat er in seinen Kaltnadelradierungen festgehalten, und auch nach dem Fall der Mauer blieb er seinem Stil treu.

Lokale Überraschung

Eine kleine lokale Überraschung gelang den Ausstellungsmachern, indem sie Arbeiten der 90-jährigen Caroline Rüss in die Grafikschau holten. Die Frau, die gleich nach dem Krieg Grafik und Illustration an der Hochschule für Bildende Kunst Berlin studierte, als Pfarrersfrau nach Rohrbeck kam und heute in Finkenkrug lebt, zeigt vor allem kleine, ganz private Arbeiten. Unzählige Linolschnitte hat sie in ihrem Leben gefertigt – Anzeigen für die Geburt der Kinder, kleine Bilder mit Kindermundtexten, Gruß- und Glückwunschkarten – vor allem aus den 50er- und 60er- Jahren – sind in der Ausstellung zu sehen. Und das bis zum 30. Juli.

Das Museum öffnet am 6. und 7. Mai auch zur Aktion „Offene Ateliers“, die Grafikerin und Bildhauerin Heidemarie Hölters lädt an dem Wochenende zudem in ihren Skulpturengarten in die Salzburger Straße 9.

Von Marlies Schnaibel

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