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Grafitti und Blumendiebe auf dem Buga-Areal

Rathenow Grafitti und Blumendiebe auf dem Buga-Areal

Nach der Bundesgartenschau hat die Stadt Rathenow den Weinberg in Pflege übernommen. Zwei Mitarbeiter kümmern sich um die ehemalige Buga-Kulisse. Neben üblichen Arbeiten sind immer wieder die Hinterlassenschaften ungebetener Besucher zu beseitigen. Ähnlich sieht es im Optikpark aus, von wo einige besonders dreiste Vorfälle gemeldet werden.

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Oben im Geäst sitzen Eichenprozessionsspinnerraupen, die um den Weinberg keinen Bogen machen.
 

Quelle: foto: Joachim Wilisch

Rathenow.  Ungebetene Gäste finden sich auf dem Weinberg immer wieder ein. Jennifer Handt und Andreas Musow wissen das. Beide kümmern sich um die Pflege des Weinbergs. Vor gut einem Jahr haben sie damit begonnen. Handt und Musow sind dem Sachgebiet Grünanlagen der Stadt beigeordnet. Die Stadtverwaltung Rathenow hatte vorgeschlagen, den Weinberg in Eigenregie zu pflegen. Rund 100 000 Euro pro Jahr soll das kosten.

Immer wieder ungebetene Gäste

Ungebetene Gäste kamen zuletzt verstärkt in den Schulferien. „Dann haben wir hier Schmierereien an den Wänden, es gibt Schäden an Sitzbänken und wir stellen immer wieder Pflanzendiebstähle fest“, sagt Jennifer Handt. Gefragt hatte Karsten Ziehm. Grundsätzlich könne man feststellen, dass die Jugendlichen, die auf dem Weinberg Unsinn treiben, seltener anwesend sind, seit der Bismarckturm wieder besetzt ist. Für den Bismarckturm ist der Optikpark zuständig, der mit Mitarbeitern dafür sorgt, dass der Turm geöffnet ist und bestiegen werden kann.

Die Mitglieder des Ausschusses am Fuß des Bismarckturmes

Die Mitglieder des Ausschusses am Fuß des Bismarckturmes.

Quelle: Joachim Wilisch

Im Optikpark – ebenfalls eine Buga-Kulisse – kümmert sich die Optikparkverwaltung mit eigenen Leuten um die Parkpflege. „Seit zwei Jahren befassen wir uns vermehrt mit Beschädigung und Zerstörung“, sagt der Geschäftsführer der Optikpark GmbH, Joachim Muus.

Spielgeräte werden beschädigt

Davon seien im besonderen Maße die Optikpark-Spielgeräte betroffen. Das jüngste Beispiel ist, so ließ Muus am Mittwoch wissen, der Diebstahl von knapp 200 übergroßen, bunten Plastik-Bausteinen, die besonders für kleine Kinder geeignet waren. Doch das ist nicht alles: „Kletterseile werden zerschnitten, Unbekannte legen Feuer und hinterlassen überall Müll.“

Start am Echsenland

Getroffen hatten sich die Kommunalpolitiker des Bauausschusses am Dienstag auf dem Weinberg oberhalb des Spielplatzes „Echsenland“. Der musste im vergangenen Jahr zunächst gesperrt werden, weil der Untergrund der großen Rutsche nicht mehr fest war. Der Boden ist mit Bastmatten ausgelegt, aus denen die Kinder auch mal gerne etwas herausziehen, hieß es am Dienstag. Insgesamt gehe es im „Echsenland“ aber friedlich zu, Schäden halten sich in Grenzen und die Kinder kommen gerne hierher.

Unbekannte haben aus dem Senkgarten Lilien gerupft

Unbekannte haben aus dem Senkgarten Lilien gerupft.

Quelle: Joachim Wilisch

Wenn Wände oder andere Gegenstände beschmiert oder anderweitig beschädigt sind, wird das sofort wieder in Ordnung gebracht. Die Besucher auf dem Weinberg sollen ein optimal gepflegtes Gelände vorfinden. Innerhalb des oberen Zaunes ist das der Fall. Mitarbeiter des Optikparks kümmern sich inzwischen auch um die Reinigung der Toilette am Bismarckturm. Zunächst war diese Leistung von der Stadt vergeben. „Wir mussten aber feststellen, dass es nicht reicht, die Toilette zweimal in der Woche zu reinigen“, sagte Matthias Remus. Der Leiter des Bau- und Ordnungsamtes war bei dem Rundgang über den Weinberg dabei.

Teilweise kaltblütig geplant

Seit Mitarbeiter des Optikparks den Bismarckturm betreuen, ist die Zahl der Vorfälle – also Schmierereien und Beschädigungen – auf dem Weinberg zurückgegangen, hieß es am Dienstag. Im Optikpark sieht es anders aus: „Aufgeschlitzte Strandkörbe, Bistro-Stühle im Karpfenteich und der Diebstahl von Teilen der Zaunabdeckung, die so entfernt wurden, dass eine „Auftragstat“ vermutet werden muss, sind nur einige Beispiele von Vandalismus“, erläutert Elfie Balzer. Sie gehört zusammen mit Joachim Muus zur Optikpark-Geschäftsführung.

Lücken im Senkgarten

Während es zwar Zeit kostet den Rasen zu mähen oder Wege zu fegen, sind andere Arbeiten wesentlich intensiver. Dazu gehört auch der Senkgarten hinter dem Turm. In vielfältigem Blau schimmern derzeit die Pflanzen – nicht nur hier sondern überall auf dem Weinberg. „Wie die Buga vorbei war, mussten wir erst einmal sehen, dass kahle Stellen abgedeckt werden“, sagt Andreas Musow. Denn einige Gartenbetriebe haben ihre Pflanzen aus den Beeten geholt und wieder mitgenommen. Und Unbekannte reißen neue Lücken. Zuletzt wurden am Senkgarten vor dem Bismarckturm Lilien herausgerupft. Das wird auch von Joachim Muus aus dem Optikpark berichtet: „Aktuelles Beispiel sind zwei ältere Damen, die mit Gartenschere ausgerüstet, im Park Jasmin-Zweige abgeschnitten haben, mit der Begründung, diese würden schön duften – der Täter fühlt sich im Recht, eine Verkehrung der Realität.“

Auf dem Weinberg und im Optikpark gibt es weitere Probleme. Wildtiere zum Beispiel. „Immerhin kommen die Wildschweine nicht hier hoch“, sagt Jennifer Handt, die Eichenprozessionsspinnerraupe schon. Die Mitglieder des Ausschusses bekamen einen Baum zu sehen, der von der Giftraupe befallen ist.

Jede Tat wird angezeigt

Im Optikpark wollen Elfie Balzer, Joachim Muus und ihr Team nun eine strenge Linie verfolgen: „Der Optikpark ist kein Selbstbedienungsladen, sondern ein mit öffentlichen Mitteln geförderter Park, der für die Allgemeinheit da ist. Wir zeigen ab sofort jeden Vorfall bei der Polizei an.“ Wer als Täter festgestellt wird, muss mit einem Betretungsverbot für den Park rechnen.

Von Joachim Wilisch

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