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Havelland Greenville-Festival in Paaren abgesagt
Lokales Havelland Greenville-Festival in Paaren abgesagt
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14:02 04.07.2014
Quelle: Britta Pedersen
Paaren im Glien

Enttäuschung für die Rockfans in Brandenburg und Berlin: Das Greenville-Festival, das sich in den vergangenen zwei Jahren als größtes Rockfestival Brandenburgs etabliert hatte, fällt in diesem Jahr aus. Eigentlich hätten am letzten Juli-Wochenende 54 Bands im MAFZ-Erlebnispark Paaren im Glien (Havelland) auftreten sollen, darunter Weltstars wie Snoop Dogg, die Babyshambles oder Maximo Park. Aber daraus wird nichts. Nach MAZ-Informationen hat der Veranstalter Creative Talent das Festival am Donnerstag abgesagt. Details waren bei der Event-Agentur nicht zu erfahren. Ein Grund für die Absage dürfte aber der schleppende Ticketverkauf sein.

Von Hip-Hop-Helden bis zu Techno-Pionieren: Das 2. Greenville Festival in Paaren im Glien hatte einige Musiker zu bieten, die sonst fast nie auf Festivals auftreten. Manche, etwa die versauten Spaßrocker von der Bloodhound Gang, zogen wegen der Hitze ganz blank. Andere, so wie die Rapper vom Wu Tang Clan, erfrischten sich mit Schampus.

Gerüchte um ein mögliches Greenville-Aus kursierten seit Tagen im Internet. Verschiedene Online-Medien beriefen sich dabei auf Insiderinformationen und spekulierten über eine maue Nachfrage. Tatsächlich lag der Publikumszuspruch schon bei den ersten beiden Auflagen trotz vieler internationaler Stars unter den Erwartungen der Veran stalter. Bei der Premiere 2012, als Iggy Pop auftrat, waren knapp 10000 Besucher nach Paaren gekommen.

Zu wenig Ticketverkäufe trotz Star-Aufgebot

Im zweiten Jahr, als Nick Cave auf der Bühne stand, wurden nach offiziellen Angaben 20.000 Besucher gemeldet, von denen viele aber nur die deutlich billigeren Tageskarten gekauft hatten. Für das diesjährige Festival waren bis Mitte Juni laut Creative Talent erst 3500 Tickets über den Tisch gegangen, angesichts der hohen Kosten für Miete, Technik und Gagen wohl zu wenig.

Dabei hatte sich Greenville-Chef Carlos Fleischmann vor der Premiere 2012 trotz eines umkämpften Festivalmarktes und des anspruchsvollen Berliner Publikums optimistisch gezeigt. Ein finanzieller Verlust sei ein kalkuliert, sagte er damals. Aber nur für die ersten beiden Jahre. Der Finanzplan sah vor, dass das Festival im dritten Jahr eine schwarze Null schreibt. Das war offenbar nicht mehr möglich. Ein offizielles Statement von Fleischmann stand bis Donnerstagabend aber noch aus.

Greenville-Fans aus ganz Deutschland reagierten enttäuscht. Auf Online-Portalen wie Facebook und Twitter drückten sie ihr Bedauern aus. Ob das Geld für die Tickets zurückerstattet wird, war am Donnerstag noch unklar.

Mit Bedauern reagierte am Donnerstag auch der MAFZ-Geschäftsführer Gerd Lehmann, der am Morgen per Mail von Fleischmann über die Absage informiert wurde. „Für die Region und das MAFZ ist das ein Verlust“, sagte er.

Von Oliver Fischer

Die zerstörte Vision
Bei der Premiere 2012 hatte Fleischmann als Ziel ausgegeben, mit dem Festival 2014 in die Gewinnzone zu kommen. Druck verspüre er deshalb aber nicht, sagt Greenville-Chef Carlos Fleischmann. Jetzt scheint der (finanzielle) Druck doch zu große gewesen zu sein: Das Festival ist abgesagt – und ein Highlight im Festivalsommer fällt aus.

Noch im vergangenen Jahr hatte Fleischmann zuversichtlich  das Ziel definiert: "im dritten Jahr keinen Verlust mehr zu machen". Und der Festivalmacher hatte noch Träume: David Bowie oder Rammstein wären prima. Dahingehende Gespräche habe es bereits gegeben, verriet er 2013 der MAZ.

Das Festival sei seine "Vision". Diese Vision, so Fleischmann, verfolge und arbeite er. Er wähnte sich auf dem richtigen  Weg – und wurde jetzt enttäuscht

Greenville 2013: Musik, Spaß und Saharahitze
Als Nick Cave am 28. Juli 2013 kurz nach 22 Uhr die Bühne betrat, klapperdürr, dunkler Anzug, finsterer Blick, ging noch einmal eine Welle der Entzückung über den großen Ring des Paarener MAFZ-Erlebnisparks. Viele der Besucher – man erkannte sie an den grauen Armbändchen – hatten nur Karten für den Sonntag gekauft, eigentlich nur für ihn. Sie standen in den ersten Reihen, betrachteten sein fahles Gesicht, seinen stechenden Blick und sein furchterregend gemustertes Hemd, warfen ihre Arme in die Luft und sangen aus voller Brust die krachigen Nummern aus seiner Frühphase mit. Andere, die schon drei Tage Greenville hinter sich hatten, saßen dagegen irgendwo außerhalb und verfolgten die Schlussakkorde des drei Tage währenden Festivals nur noch beiläufig. Manche schlurften über das Gelände, gezeichnet wie Kämpfer am Ende einer langen Schlacht. Und das war es ja irgendwie auch.

Pools, Rasensprenger, kühles Bier und natürlich jede Menge Musik - so haben Tausende das Greenville-Festival in Paaren im Glien genossen. Gegen die Hitze hatten die Organisatoren Scheimmbecken aufgestellt. Wem das noch nicht genügend Abkühlung brachte, der griff zum kühlen Getränk oder zur Melone mit Strohhalm.

70 Bands hatten über die drei Tage bei gnadenloser Hitze ihre Musik auf die Besucher einprasseln lassen. Schatten gab es wenig, die Nächte auf dem Zeltplatz fürchterlich kurz. Das Greenville hat Kraft gekostet, das ging Festival-Chef Carlos Fleischmann nicht anders. Er sei müde, sagte er am letzten Tag. Dennoch zeigte er sich zufrieden: Die zweite Auflage lief so entspannt ab wie die erste, nur dass deutlich mehr Besucher da waren. Auch die mehrfach angekündigten Hitzegewitter zogen an Paaren vorbei.

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