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Größtes Wohnprojekt in der Kritik

Ketzin/Havel Größtes Wohnprojekt in der Kritik

192 Wohneinheiten in Geschossbauweise sollen im Gebiet „Baumschulwiese“ im Ketziner Zentrum entstehen. Doch die Höhe der Gebäude passt einigen Stadtverordneten nicht. Auch die Verkehrserschließung sei nicht optimal.

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So könnten die neuen Geschossbauten links neben dem Turm des Ketziner Feuerwehrdepots aussehen.

Quelle: Leonwert

Ketzin/Havel. Aus ursprünglich geplanten 25 Einfamilienhäusern und zwei Mehrfamilien-Gebäuden sind inzwischen 192 Wohneinheiten in Geschossbauweise geworden. Dazu gibt es viele Unklarheiten über die Anzahl der Stellplätze und die Verkehrserschließung. Mit anderen Worten: Das größte Ketziner Wohnbauvorhaben seit der Wende – die Baumschulwiese – ist noch längst nicht in Sack und Tüten. So jedenfalls lässt sich die Diskussion am Montagabend im Ketziner Bauausschuss zusammenfassen.

Die Leonwert Immobilienmanagement GmbH in Potsdam beabsichtigt, auf einem rund 3,6 Hektar großen Areal im Zentrum der Havelstadt zwischen Feldstraße, Rudolf-Breitscheid-Straße und Potsdamer Straße ein neues Wohngebiet zu entwickeln. Bis 480 Menschen sollen dort nach Fertigstellung aller Bauabschnitte leben. Etwa 50 Wohnungen würden so ausgestattet (unter anderem mit Nothilfeknopf), dass ältere und in der Bewegung eingeschränkte Leute dort einziehen können“, sagte Sandra Sowitzki von Leonwert und ergänzte: „Außerdem wird gerade geprüft, ob der Bau einer Kita in dem Gebiet möglich ist. Es gibt Interessenten, eine solche Einrichtung zu betreiben“.

Doch die am Montagabend vorgestellte Planung stieß auf massive Kritik. „Bisher war nie von fünfgeschossigen Gebäuden die Rede. Auch sind die modernen Flachdächer in unmittelbarer Nähe zur Altstadt zu überdenken“, sagte Evelin Sens (Linke). Auch ihre Kollegin Doris Radtke (SPD-Fraktion) meldete Protest an: „Wir sollten Farben, Material und Formen für die Dächer festlegen, sonst passt das später nicht zum Fischerstädtchen.“ Ebenso unbefriedigend sei die Verkehrserschließung des künftigen Wohngebietes. Vor allem wenn ein neuer Hort in der Potsdamer Straße gebaut werde und die Kinder von der Europaschule dorthin laufen müssen, sei das wegen des zunehmenden Fahrzeugverkehrs im Bereich des Wohngebietes gefährlich, so Radtke weiter.

Zuvor hatte Stephanie Scheffler vom Berliner Ingenieurbüro Hoffmann & Leichter die Ergebnisse eines Schallschutzgutachtens zur „Baumschulwiese“ vorgestellt. Aufgrund von Hochrechnungen habe man ermittelt, dass etwa 950 Fahrzeuge (private Pkw und Wirtschaftsfahrzeuge) zusätzlich in dem Wohngebiet pro Tag unterwegs seien werden. Während die Lärmbelästigung im Bereich des Friedhofsweges auch dann noch unterhalb der Grenzwerte liege, gebe es im Bereich der Potsdamer Straße eine Überschreitung. „Allerdings ist diese Überschreitung schon heute gegeben und würde nur um etwa ein Dezibel anwachsen. Dieser Pegel liegt unterhalb der Wahrnehmbarkeit“, so Scheffler. Im Bereich der Feldstraße gebe es keine Bedenken.

Ob aufgrund der Bedenken einiger Stadtverordneter für die nächste Bauausschusssitzung bereits der Satzungsbeschluss zum B-Plan „Baumschulwiese“ vorgelegt und beraten werden kann, ist offen. Zunächst soll im Hauptausschuss am 24. Juli darüber noch mal gesprochen werden. Denn, so Susanne Storch von der Ketziner Bauverwaltung: „Die Bauhöhen sind veränderbar. Letztlich müssen die Stadtverordneten sagen, was sie haben möchten.“

Von Jens Wegener

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