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Havelland Plattdeutsch-Zirkel hat große Pläne
Lokales Havelland Plattdeutsch-Zirkel hat große Pläne
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16:07 08.02.2019
Dustin (11 Jahre) erzählte auf Platt eine Geschichte von Pippi Langstrumpf.  Quelle: Norbert Stein
Großderschau

Englisch. Französisch, Spanisch oder Russisch. Auch im Havelland lernen immer mehr Menschen eine oder mehrere Fremdsprachen. Die Welt ist international. Plattdeutsch spricht hingegen kaum noch jemand. Früher war das anders, da wurde in vielen havelländischen Familien Platt gesprochen. Selbst wenn es nicht mehr viele sind.

Erhalt der alten Sprache

Aber es gibt auch heute noch Havelländer, die sich für den Erhalt der Sprache ihrer Vorfahren bemühen. In Großderschau gründeten bereits im Januar 1987 rund 50 Einwohner dafür einen Mundartenzirkel. Heute sind es noch 10 bis 15 zumeist ältere Großderschauer. Einmal im Monat treffen sie sich beim Heimatverein auf dem Kolonistenhof, um Geschichten und Gedichte auf Platt zu erzählen. Gäste sind immer gerne gesehen, auch wenn sie nur zuhören oder die alte Sprache genießen möchten.

Gäste hatte die Großderschauer auch am vergangenen Donnerstag bei ihrem traditionellen Wintertreff. Der Mundartenzirkel hatte dazu die Plattsnacker aus Havelberg, Kyritz und Putlitz nach Stüdenitz in den Gasthof eingeladen. 45 Frauen und Männer verbrachten den Tag in gemütlicher Runde und wurden dazu von der Vorsitzenden des Heimatvereins, Helga Klein, begrüßt mit der Bitte „Nich vejäten, Platt räden“.

Die Singegruppe Havelberg eröffnete den Wintertreff mit Heimatliedern. Quelle: Norbert Stein

Die Aufforderung wurde zum Programm. Die Singegruppe aus Havelvelberg sorgte mit plattdeutschen Heimatliedern für einen schwungvollen Auftakt. Aus Putlitz folgte die Geschichte von einem Prügelknaben.

Dustin (11 Jahre) vom Mundartenzirkel hatte ein Billerbauk „Dit un dat-für Jeden wat“ mitgebracht und trug auf Platt eine Geschichte von Pippi Langstrumpf vor,die mit „brun Flegenschiet“ endete. Außer Dustin waren alle Vortragenden schon im Seniorenalter.

Hörbuch für Ribbeck

Jürgen Wels erzählte eine Hosengeschichte auf Platt und Burghard Sültemeyer Episoden „Unser Dörp“. Wels und Sültemeyer vom Mundartenzirkel Großderschau haben in diesem Jahr auch schon plattdeutsche Geschichten für ein Hörbuch gesprochen, das zum neuen Fontane-Museum im Schloss Ribbeck gehört.

Astrid Flügge vom Verein für Niederdeutsch in Brandenburg steuerte auch eine Geschichte auf Platt bei für einen insgesamt gelungenen Wintertreff. Sie würdigte das Engagement des Mundartenzirkel und ermutigte, weiter zu machen.

Die Plattsnacker hatten das Sagen. Quelle: Norbert Stein

Dazu auffordern musste sie die Großderschauer nicht. Der Heimatverein hat neben den Monatstreffs schon weitere Veranstaltungen in Vorbereitung. So wird die diesjährige Brandenburger Landpartie am 15. Juni auf dem Kolonistenhof als Fontanetag mit Plattdeutsch gestaltet. Auch darüber wurde beim Wintertreff gesprochen. Vor allem aber lauschten die Gäste über 25 Geschichten, Erzählungen und Gedichten auf Platt. Nach einem gemeinsamen Kaffeeumtrunk sagte Helga Klein: „Nun wird da Tied nach Huse to gohn.“ Damit verabschiedete sie die Plattsnacker.

Von Norbert Stein

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