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Großes Hortgebäude an der Arco-Schule

Nauen Großes Hortgebäude an der Arco-Schule

Weil bis 2020 in Nauen ein großes Defizit an Hortplätzen droht, müssen bis dahin neu Kapazitäten geschaffen werden. Der Bildungsausschuss hat jetzt empfohlen, einen Neubau mit 150 Plätzen an der Arco-Schule in der Kreuztaler Straße zu errichten. Der könnte bis Mitte 2018 entstehen.

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Blick von Norden auf die Arco-Oberschule mit Grundschulteil: Das neue Hortgebäude (rechts) würde im Bereich zur Oranienburger Straße hin entstehen.

Quelle: DK-Architekten

Nauen. Seit Monaten wird darüber diskutiert, wie die Stadt Nauen den bis 2020 steigenden Bedarf an Hortplätzen abdecken kann. Laut Prognosen würden dann 150 Plätze fehlen. Jetzt hat der Bildungsausschuss mehrheitlich eine Empfehlung abgegeben: Auf dem Gelände der Dr. Georg Graf von Arco-Oberschule in der Kreuztaler Straße soll ein Neubau mit 150 Hortplätzen errichtet werden. Mit der Fertigstellung wird Mitte 2018 gerechnet.

Sollten die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 10. Oktober dem Vorschlag folgen, wäre die zweite Variante, die das Büro DK-Architekten aus Berlin ebenfalls untersucht hat, endgültig vom Tisch. Die sieht so aus, dass das Gebäude der Kita „8. März“ in der Berliner Straße saniert wird, wodurch allerdings nur 90 Hortplätze geschaffen würden. So wäre dann zusätzlich noch ein kleinerer Neubau mit weiteren 60 Plätzen nötig, der ebenfalls auf dem Gelände der Arco-Schule entsteht. Laut Architekten wären die Bauarbeiten in diesem Falle erst Ende 2018 abgeschlossen.

Als Nachteil bei dieser Variante nannte Planer Andreas Albert unter anderem „die Verteilung des Hortes an verschiedenen Standorten“ und dass eine Interimslösung während der Bauphase erforderlich wäre. „Wirtschaftlich betrachtet ist diese Variante kostenintensiver.“ Auch in der späteren Unterhaltung. Allerdings müssten sich Kinder und Personal nicht umgewöhnen. 2,45 Millionen Euro bei der Variante mit der Kita-Sanierung stehen 2,38 Millionen Euro bei der anderen gegenüber.

Entsteht nur ein einziger, größerer Neubau mit 150 Plätzen, so böte dies laut Albert die Chance für einen Bildungscampus auf dem Gelände der Arco-Schule. Es gäbe einen eigenen zentralen Standort für Hortkinder zwischen 7 und 12 Jahren. Die Arco-Schule, die 2020 rund 230 Plätze benötigt, hätte dann den Vorteil, den Hort nur an zwei Standorten auf dem eigenen Gelände zu haben – im Schulhaus selber und im neuen Gebäude einige Meter entfernt. Auch die Kinder aus der Grundschule am Lindenplatz, die 60 Plätze benötigen, könnten dort betreut werden. In beiden Fällen empfehlen die Architekten in ihrer Machbarkeitsstudie die Errichtung des Neubaus in Holzständerbauweise. Es soll viel mit Glas gearbeitet werden.

Der geplante große Neubau wird sechs Horträume mit jeweils 100 Quadratmeter erhalten, die rund um ein Atrium angeordnet werden. Einige Gruppenräume ließen sich zu größeren Bereichen zusammenschließen. Damit besteht die Möglichkeit, das Haus flexibel zu nutzen und abends dort beispielsweise Versammlungen stattfinden zu lassen.

Die für Bildung zuständige Fachbereichsleiterin Nora Schiller wies darauf hin, dass die Varianten nicht nur in finanzieller Hinsicht untersucht worden seien. „Wir haben sehr wohl auch qualitative Aspekte einfließen lassen“, sagte sie. Außerdem trat sie Befürchtungen von Abgeordneten entgegen, dass das Kita-Personal einer ungewissen Zukunft entgegen sieht. „Das Personal der Kita ’8. März’ werden wir am neuen Standort einsetzen.“ Keine der Erzieherinnen würde ihre Stelle als Horterzieherin verlieren. In Workshops sollen Erzieherinnen, Schüler und Eltern zusammen mit der Stadtverwaltung das konkrete Hortkonzept entwickeln.

Zu denen, die die große Neubauvariante empfehlen, gehört Eckart Johlige (CDU). Er sieht dies als Chance, „um die Arco-Schule attraktiver zu machen und deren Imageproblem zu verbessern“. Dies könnte letztlich auch den Einschulungsdruck auf die stark nachgefragte Käthe-Kollwitz-Grundschule verringern.

Begrüßt wird das Vorhaben auch von der Schulelternsprecherin der Arco-Schule Annett Kuhles: „Ich finde es gut, dass der Hort an einen Standort kommt und dass dieser Bereich der Stadt dadurch aufgewertet wird.“ Ganz anders Stephanie Giese, eine Mutter aus der Kita „8. März“, die sich für den Erhalt des Kita-Standortes eingesetzt hat: „Wir sind enttäuscht, dass der Konzeptansatz mit einem Erhalt der Kita keine Rolle spielt.“ Bis zuletzt hatte sie gehofft, dass es eine andere Lösung im Sinne vieler Eltern gibt, nachdem das entsprechende Bürgerbegehren gescheitert war. Ihr Vorschlag sieht so aus, dass die Kita mit Hortplätzen erhalten bleibt und saniert wird. Gleichzeitig soll ein Hortneubau mit 100 Plätzen an der Arco-Schule errichtet werden. „Sonst fehlen demnächst wieder Kita-Plätze.“ Eine weitere Variantenuntersuchung lehnte Nora Schiller mit Verweis auf den Zeitdruck zur Lösung des Hortproblems aber ab. Schon jetzt müssten an der Arco-Schule für den Hort Klassenräume mitgenutzt werden.

Von Andreas Kaatz

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