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Gründer Torsten Düskau repariert Oldtimer

Mögelin Gründer Torsten Düskau repariert Oldtimer

Jedes Jahr bereitet der Lokale Lotsendienst Havelland rund 50 Gründer für die freie Wirtschaft vor. Einer von ihnen ist Torsten Düskau aus Rathenow, der in Mögelin seine Kfz-Werkstatt „Hotte’s Garage“ aufgemacht hat. Seine Spezialität sind Oldtimer, die er auch gern mal aus einem verrotteten Zustand ins wahre Leben auf der Straße zurück holt.

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Torsten Düskau am freigelegten Motorbereich eines Ford Sedan von 1947 aus South Carolina (USA).

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Keine Elektronik, wenig Plastik und Scheibenheber zum Kurbeln. Das Herz von Torsten Düskau (33 Jahre) aus Rathenow schlägt für alte Autos. Es macht ihm Freude, verstaubte Kisten wieder für den Straßenverkehr fit zu machen. Gern dürfen sie viele Jahre still und vergessen irgendwo vor sich hin gerottet haben. „Hotte“, wie der Meister sich nennt, führt sie auf Wunsch wieder ihrer wahren Bestimmung zu. Nach einem Lehrgang beim Lokalen Lotsendienst Havelland ging er zum Beginn dieses Jahres in die Selbstständigkeit. Im Mögeliner Gewerbegebiet an der Carl-Zeiss-Straße 6 hat er seine Werkstatt eingerichtet und die Firma „Hotte’s Garage“ genannt. Fast schon in Reimform ist er per Mail unter hottes-garage@hotmail.com zu erreichen.

Es ist das Oldtimer-Fach, das ihn ermutigt hat, angesichts flächendeckend vorhandener Kfz-Werkstätten trotzdem den Schritt in die eng besetzte Branche zu wagen. „Alte Autos haben Charakter“, erklärt er und bekennt: „Neue Autos sind langweilig.“ Man versteht: Das ist ein Mann, der für Fahrzeuge entflammt, die andere Leute längst abgeschrieben haben.

Räder ab, Motorraum nackt und alle Bleche rostig

Auf der Hebebühne hat er gerade einen Ford Sedan aus dem Jahre 1947 zu stehen (Foto oben). Räder ab, Motorraum nackt und alle Bleche rostig. In South Carolina (USA) hat das gute Stück lange Jahre jenseits der Straße gestanden. Fahren kann er nicht, aber das wird schon wieder. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie viele Arbeitsstunden und Tätigkeitsschübe erforderlich sind, um einem so toten Objekt wieder Leben einzuhauchen. „Das ist relativ endlos“, murmelt Torsten Düskau und es wird klar: Genau das ist das Geheimnis, das seine Firma wirtschaftlich macht. „Es funktioniert“, verrät er still und fügt hinzu, als Ein-Personen-Betrieb könne er seinen Kunden verträgliche Angebote unterbreiten.

Über die Preise soll und darf an dieser Stelle gar nicht detailliert berichtet werden. Auf Wunsch eines Kunden aus der Region hat Torsten Düskau kürzlich einen VW-Bus vom Typ T1 besorgt und fahrtauglich gemacht. Baujahr 1959, ein Klassiker. Er hat lange gesucht und schließlich einen aus Frankreich geholt, weil da einer in den Umständen entsprechend gutem Zustand aufzutreiben war.

Hotte besorgt auch Importautos aus der ehemaligen Sowjetunion

Als kleine Nische besorgt Meister Hotte auch gebrauchte Importautos aus der ehemaligen Sowjetunion, die in Deutschland relativ teuer sind. Gerade hat er wieder einen Suchauftrag erhalten. Einen Wolga Gaz 24 hat er mal beschafft. Und von der Firma UAZ sind alte Geländewagen oder Kleinbusse bei manchen Fans gefragt.

Natürlich repariert er auch ganz normale zeitgenössische Autos. Da bevorzugt er Karosseriearbeiten und Aufträge, wenn einzelne Technikbereiche den Geist aufgeben. Elektrik, Motor, Fahrgestell – das macht er gern. Mit größeren Unfallschäden von jüngeren Fahrzeugen will er sich lieber nicht aufhalten. Sollte allerdings ein Oldtimer einen Unfallschaden haben, nimmt er ihn an.

Kurze Erklärung: Oldtimer müssen wenigstens 30 Jahre auf dem Fahrgestell haben. Sie sind berechtigt, hinten auf dem Kennzeichen ein H zu zeigen. H bedeutet so viel wie historisch wertvoll.

Regionaler Lotsendienst im Landkreis Havelland

Der Regionale Lotsendienst für den Landkreis Havelland begleitet Existenzgründer fachlich auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit.

Geleitet wird der Regionale Lotsendienst seit Juli 2009 von Leona Heymann.

Träger ist die Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz (AFP).

Im Laufe eines Jahres nehmen rund 50 Frauen und Männer an den Veranstaltungen des Lotsendienstes teil.

In jedem Monat gibt es einen viertägigen Gründerworkshop, in dem Interessenten ihre Ideen vorstellen können.

Kontakt: Telefon 03386/ 212 79 23, Mail heymann@standort-premnitz.de

Bereits als Azubi im 1. Lehrjahr hat Torsten Düskau sich sein erstes altes Auto gekauft. Er war ein Renault 5 aus dem Jahr 1984. Er begann, hobbymäßig daran rumzubasteln, was zu seinen beruflichen Ambitionen ja bestens passte. Vom Grundsatz her erwarb er dann in jedem Jahr wieder ein neues altes Auto. „Um die Technik kennzulernen“, wie er erklärt. Möglicherweise hat er beim Verkauf seiner aufgemöbelten Untersätze schon damals den einen oder anderen Pfennig oder Cent verdient. Mehrere Renault-Versionen hat er gehabt, erinnert er sich. Auch Autos von Skoda, Lada, Wartburg und Volvo hat er besessen und einige Typen schon vergessen.

Sie wollen noch wissen, wieso ein Mann namens Torsten zu dem Rufnamen Hotte kommt? Als der jugendliche Herr Düskau im Jahr 2000 seine Lehre als Kfz-Mechaniker begann, da war in der Werkstatt bereits ein Geselle mit dem gleichen Vornamen existent. Das Kollegium fand es unzumutbar, zwei verschiedene Leute als Torsten anzureden. Weil es recht ähnlich klang, wurde dem Neuen dann bald der Vorname „Horst“ zugeordnet, aus dem dann bald „Hotte“ geworden und bis heute geblieben ist. Nach dem Meisterabschluss 2014 und dem Schritt in die Selbstständigkeit ist der flotte Vorname nun sogar zum Markenzeichen geworden.

Von Bernd Geske

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