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Grüne Freiflächen sollen bewahrt werden

Brieselang Grüne Freiflächen sollen bewahrt werden

Mit Hilfe von Bebauungsplänen will die Gemeinde Brieselang in einem größeren Gebiet im nördlichen Bereich des Ortes künftig die Bebaubarkeit steuern. Auf diese Weise sollen grüne Freiflächen und Gräben erhalten bleiben. Denn der Siedlungsdruck hält unvermindert an, auch in Bereichen, wo schon viele Häuser stehen.

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Die Gräben haben in Brieselang eine wichtige Funktion zur Entwässerung des Ortes.

Quelle: Andreas Kaatz

Brieselang. Die Aufstellung eines ganzen Paketes an Bebauungsplänen hat jetzt die Brieselanger Gemeindevertretung beschlossen. Die Pläne umfassen einen kompakten Bereich von etwa sechs Hektar in Brieselang Nord zwischen den Straßen Am Winkel und Am Wald im Norden, Bahnstraße im Süden, Blumensteg im Westen und Heideweg im Osten. Insgesamt handelt es sich dort um vier B-Pläne, die jetzt ins Verfahren gehen und mit deren Hilfe die Bebaubarkeit in dem Gebiet in Zukunft eingeschränkt beziehungsweise gesteuert werden soll.

„Es geht darum, die Bebauung dort zu begrenzen und die Gräben und die Freiräume in dem Gebiet zu erhalten“, begründet Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) den Vorstoß. „Die Bebauung darf nicht zu dicht an die Gräben heran erfolgen.“ Grundsätzlich habe die Gemeinde nämlich das Problem, dass die Gräben zwar in kommunalem Eigentum, die Flächen drumherum aber in Privateigentum sind. Es müsse aber die Möglichkeit von Pflegemaßnahmen in den Gräben erhalten bleiben, die seit jeher wichtig für die Entwässerung der Gemeinde sind.

Hintergrund der Aufstellungsbeschlüsse ist, dass der Siedlungsdruck in Brieselang seit längerem anhält und sich teilweise sogar verstärkt. Allein bis Ende Juli dieses Jahres hat die Gemeinde weitere 108 Bürger hinzu gewonnen und nach Ansicht des Bürgermeisters werden es zum Herbst hin – wenn viele im Frühjahr begonnenen Einfamilienhäuser fertiggestellt sind – erwartungsgemäß noch deutlich mehr Zuzüge werden. Allein auf der Fläche des ehemaligen Seifert-Geländes in Zeestow boomt es – aber auch anderswo.

„Wir haben einen solchen Andrang von Bauanträgen, das ist schon Wahnsinn“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn. Den Zuzug wolle man nicht steuern, „aber wir wollen auch nicht, dass eine Betonwüste entsteht und wir letztlich kein Grün mehr haben. Wir werben nicht umsonst mit dem grünen Brieselang“. So stehen die Kommunalpolitiker vor der Frage, wie man den grünen Charakter der Gemeinde erhalten und die Versiegelung steuern kann.

Ein Mittel dazu ist eben die Aufstellung von B-Plänen. Dies wird Folgen für die Grundstückseigentümer haben. „Wenn jetzt jemand einen Bauantrag stellt, dann können wir sagen, dass sich die Gemeinde in einem Aufstellungsverfahren für einen B-Plan befindet. Die Baubehörde muss das dann berücksichtigen“, so der Bürgermeister. Die ersten Reaktionen von Bürgern beziehungsweise Grundstückseigentümern gebe es bereits. „Wir hatten schon den einen oder anderen, der sich kundig gemacht hat“, sagte Garn. Die einen hätten gemeint, dass es gut sei, dass nicht alles zugebaut wird, andere kritisieren die Einschränkungen.

Allerdings wird die Gemeinde nicht in allen Bereichen die Bebaubarkeit mittels solcher Pläne beeinflussen können. Das wäre zu teuer. Allein für die vier neuen B-Pläne muss sie eine sechsstellige Summe aufbringen. Und es fehlt auch noch an Personalkapazitäten im Bauamt für das Verfahren. Garn ist jedoch guter Hoffnung, dass sich das Personalproblem relativ zeitnah lösen lässt. Erst einmal soll die Planung mit Hilfe externer Büros angeschoben werden.

Dass grüne Freiflächen erhalten bleiben ist auch aus einem ganz speziellen Grund wichtig. So hatte vor einem Jahr erst der Grabenbeauftragte der Gemeinde Marcel Höhne Alarm geschlagen. Er kritisierte damals, dass es innerhalb der Gemeinde an Flächen fehlt, wo das Wasser versickern kann. Viele Bereiche würden unnötig mit Pflaster und Bitumen versiegelt. Nicht nur bei Starkregen wie unlängst sind Mulden und Gräben dann überfordert, läuft Wasser in die Keller.

Von Andreas Kaatz

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