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Havelland Grünes Licht für Grundwasser-Gutachten
Lokales Havelland Grünes Licht für Grundwasser-Gutachten
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18:04 01.09.2017
Treibende Kräfte bei der Suche nach eine Lösung des Grundwasserproblems: Rolf Ursinus und Uwe Berner von der BI Grundwasser.. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Im Kampf gegen hohe Grundwasserstände rund um Rathenow ist ein entscheidender Durchbruch gelungen. Am Donnerstagabend beschlossen die Mitglieder des Umweltausschusses, ein Gutachten in Auftrag zu geben, das Aufschluss geben soll über die Ursachen der hohen Grundwasserstände. In einem zweiten Schritt sollen Strategien zur Vermeidung von Zuständen entwickelt werden, die im Winter 2010/11 die Stadt in Atem gehalten hatten. Damals waren in den östlichen Stadtgebieten dutzende Keller sowie Leitungsschächte der Rathenower Wärmeversorgung in den Grundwasserfluten versunken. Ein Millionenschaden.

Rathenows 1. Beigeordneter Hans-Jürgen Lemle, auf dessen Tisch das Grundwasserthema liegt, war sichtlich erleichtert, als das Gutachten einstimmig beschlossen worden war. Über das Thema sei heftig debattiert worden, so Lemle – mit Stadtverordneten, Anwohnern und Mitgliedern der Bürgerinitiative Grundwasser. Bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses, in dem festgeschrieben ist, was genau der Gutachter untersuchen soll, sei sogar um einzelne Worte gerungen worden. Am Ende habe man einen Kompromiss gefunden, mit dem alle Beteiligten leben können.

Sollte der Beschluss des Ausschusses in der Stadtverordnetenversammlung am 13. September bestätigt werden, dann wird im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung ein Büro ermittelt, von dem das Gutachten erstellt werden soll. 65 000 Euro, aufgeteilt in drei Jahresscheiben, stehen für die Untersuchung zu Verfügung. Das Geld wird vom Landkreis Havelland bereitgestellt. Der Zuwendungsbescheid wurde der Stadt Rathenow bereits zugestellt.

Dass es sich um keine unnötige Ausgabe halten wird, machte Manfred Loew, Sprecher der Bürgerinitiative Grundwasser, in einem eindringlichen Appell deutlich. „Momentan fehlen beim Grundwasserpegel 27 Zentimeter, bis die ersten Keller vollaufen“, sagte Loew. Wenn jetzt ein durchschnittliches Winterhalbjahr mit einem Pegelanstieg um 40 Zentimeter folge, dann werde das Wasser wieder in etlichen Kellern stehen.

Mit dem Gutachten soll genau das verhindert werden. Untersuchungsgegenstand ist der Wasserhaushalt rund um Rathenow – und zwar über einen Zeitraum von drei Jahren. Wenn klar ist, wie sich der Grundwasserpegel in Rathenow zusammensetzt und welche Faktoren ihn beeinflussen, soll es eine Empfehlung geben. Unter anderem wird es darum gehen, das Grabensystem so instand zu setzen, dass in regenreichen Jahren das Oberflächenwasser schnell ableitet und so der Druck vom Grundwasserpegel genommen werden kann.

Hans-Jürgen Lemle kündigte an, dass in Rathenow eine projektbegleitende Arbeitsgruppe gebildet werde, die den Auftrag erhalte, den Gutachter bei seiner Arbeit zu unterstützen und diesen für bestimmte Dinge zu sensibilisieren. Diese Arbeitsgruppe werde ganz nah an der Untersuchung dran sein.

Weil das Gutachten aber frühestens in drei Jahren erste Ergebnisse liefert, der Grundwasserpegel aber jetzt schon gefährlich hoch ist, veranstaltet die Bürgerinitiative Grundwasser am 14. September eine Bürgerversammlung in der Gaststätte Fortschritt, Semliner Straße. In dies soll über die aktuelle Situation informiert werden

Von Markus Kniebeler

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