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Havelland Gutachter nimmt Grundwasserpegel ins Visier
Lokales Havelland Gutachter nimmt Grundwasserpegel ins Visier
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10:48 22.02.2018
Der Gutachter Stephan Hannappel beim Ablesen des Grundwasserpegels an einer Messstelle im Rathenower Stadtwald. Quelle: Markus Kniebeler
Rathenow

Im Rathenower Stadtwald waren in den vergangenen Tagen die Brunnenbohrer aktiv. Grund der Aktion ist nicht die Wasserförderung. Die Bohrspezialisten haben den Auftrag, Messstellen einzurichten, an denen der Grundwasserpegel abgelesen werden kann.

Die Arbeiten sind der Auftakt der Grundwasseruntersuchung, die von den Rathenower Stadtverordneten Ende des Jahres in Auftrag gegeben wurde. Der Diplom-Geologe Stephan Hannappel aus Berlin will in den kommenden zwei Jahren herausfinden, was die Ursachen für die hohen Grundwasserstände rund um Rathenow sind. Um dann, in einem zweiten Schritt, Maßnahmen zu benennen, die eine Senkung des Pegels bewirken könnten.

Bevor irgendwelche Schlüsse gezogen werden können, müssen Daten gesammelt werden. Zu diesem Zweck sind die Messstellen eingerichtet worden. Sechs davon befinden sich in unmittelbarer Nähe der B 188, die siebte wurde in der Nähe der Wolzensees installiert.

Pegelbestimmung per Hand oder automatisch

Das Prinzip ist denkbar einfach. In das Bohrloch, das bis zu 13 Meter in die Tiefe geht, wird ein PVC Rohr – Durchmesser 8 Zentimeter – gesetzt. Das mit Filterschlitzen versehene Rohr ist wasserdurchlässig. Um den Pegel abzulesen, muss oben ein mit einem Senkblei versehenes Maßband herabgelassen werden. Sobald das Blei auf Wasser trifft, gibt es ein Signal.

Nun muss der Prüfer nur noch ablesen, wie tief das Band herabgelassen wurde. Einige Messstellen sind sogar mit einem automatischen Messsystem ausgerüstet, das den Pegel alle 15 Minuten aufzeichnet.

28 Messstellen im Stadtforst gibt es schon. In den vergangenen Tagen wurden sieben weitere neu installiert. Quelle: Markus Kniebeler

Wolzensee wird künftig regelmäßig kontrolliert

Neben den sieben neu eingerichteten Messstellen werden 28 bereits vorhandene genutzt. Glücklicherweise sei deren Zahl rund um das Rathenower Wasserwerk sehr groß, sagt Hannappel. Die Einrichtungen, die der Kontrolle der Wasserqualität dienen, könnten mit Genehmigung des Wasserverbandes für die Pegelmessung genutzt werden.

Doch damit der Datenerhebung nicht genug. Denn nicht nur der Grundwasserpegel soll in den kommenden beiden Jahren regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem sind Pegelkontrollen an zwölf Oberflächenwassermessstellen vorgesehen. Am Wolzensee etwa wird der Wasserstand künftig regelmäßig kontrolliert, ebenso an diversen Entwässerungsgräben und an der Havel.

„Das Wasser- und Grundwassergeschehen ist eine komplexe Angelegenheit“, sagt der Gutachter. Um etwa das Zusammenspiel von Niederschlägen, unter- und überirdischen Pegelständen bewerten zu können, müsse an möglichst vielen Orten möglichst regelmäßig gemessen werden.

Kontrolle einmal pro Monat

Einmal im Monat macht ein von Hannappel beauftragter Mitarbeiter sich auf die Rundtour zu den genannten 47 Messstellen, um die aktuellen Pegel zu notieren. Die Messstellen sind in einem Gebiet konzentriert, das für die Grundwasserentwicklung in den östlichen Rathenower Stadtteilen von entscheidender Bedeutung ist. Wenn an den Messstellen im Stadtwald, die etliche hundert Meter entfernt von den Grundstücken in der Waldsiedlung oder in Neufriedrichsdorf liegen, der Pegel steigt, dann wird mit etwas Verzögerung auch in den östlichen Stadtgebieten das Grundwasserniveau steigen.

Zu Konsequenzen kann und will Hannappel jetzt noch nichts sagen. „Erst einmal brauchen wir die Daten“, sagt er. Später dann geht es an die Analyse. Und erst dann können verlässliche Aussagen darüber getroffen werden, ob und wie die hohen Pegelstände im Ostteil der Stadt vermindert werden können.

Von Markus Kniebeler

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