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Havelland Gülper Havel soll wieder fließen
Lokales Havelland Gülper Havel soll wieder fließen
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19:00 28.11.2016
Damit in der Gülper Havel das Wasser fließen kann, wurden an der Wehranlage sämtliche Nadeln gezogen.  Quelle: Foto: Norbert Stein
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Gülpe

 Westlich von Gülpe bildete die Havel früher ein Binnendelta mit bis zu fünf parallelen Gewässerarmen. Nach der Einrichtung des Warnauer Polders blieben mit der Stromhavel und der bis heute naturnahen Gülper Havel nur zwei weitgehend von einander getrennte Hauptarme übrig. Mit dem Wiederanschluss der Pirre und eines weiteren, südlich davon gelegenen alten Flussarmes wurde bereits in den letzten Jahren daran gearbeitet, diese Trennung aufzuheben. Weitere Vorhaben werden mit dem großen Nabu-Projekt zur Renaturierung der unteren Havelniederung realisiert.

Mit einem neuen Staukonzept, dem Rückbau von Uferverwallungen und der bereits erfolgten Stilllegung des Einlasswehres Molkenberg wird die Verbindung zwischen den Flussarmen und der Aue optimiert. Reaktivierte Flussrinnen verbessern den Wasserdurchfluss im Winterhalbjahr. Eine ganzjährig durchströmte und als Fließgewässer aufgewertete Gülper Havel gehört zu den erklärten Zielen der Renaturierung. An deren Umsetzung wird nun gearbeitet.

Das Nadelwehr in der Gülper Havel hat eine von Naturschützen, Wasserexperten, Landwirten und Kommunalpolitikern gewollte Ruhepause eingelegt. Sämtliche 276 Holznadeln sind aus den Wehrböcken gezogen und einem Schuppen eingelagert. So soll es n den kommenden Monaten bleiben. „Die Gülper Havel soll sich frei fließen“, erklärt Winfried Rall, der Geschäftsführer des Wasser und Bodenverbandes Untere Havel/Brandenburger Havel die Funktionspause der Wehranlage. Der Verband betreibt das Gülper Nadelwehr im Auftrag des Landesumweltamtes. Die Gülper Havel ist ein Landesgewässer. Der Stau am Gülper Nadelwehr beeinflusst wesentlich die Wasserstände im Umland, der Großen Grabenniederung und weiteren Flächen zwischen Parey und Gülpe. Die Stauhöhe legt die Wasserbehörde des Landkreis Havelland fest. Für 2016 waren 1,70 Meter als Sommerstau festgelegt worden. Weil der Sommer sehr trocken war, hatte die Gülper Havel über Wochen aber nur eine Wasserstand von einem Meter. Sandbänke und zugewachsene Uferbereiche sorgen zudem schon seit längerer Zeit für zusätzliche Probleme.

Mit dem Legen der Wehrnadeln soll die Gülper Havel mehr Fließgeschwindigkeit bekommen und sich selbst von Sandbänken und Bewuchs im Uferbereich befreien. „Einen Versuch ist es wert“, meint Enrico Vogt, der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Gülpe, hat aber doch Zweifel ob die gewünschte Wirkung eintritt.

Der Betrieb bewirtschaftet entlang der Gülper Havel und der Großen Grabenniederung viele Flächen. Eine seit Jahren von den Gemeinden und dem Amt Rhinow geforderte Räumung lehnt das Landesumweltamt ab, weil die Gülper Havel zu einem Naturschutzgebiet gehört. Auch Wassertouristen dürfen mit handbetriebenen Booten aus Rücksicht auf brütende Vögel erst ab dem 1. Juni auf der Gülper Havel fahren. Motorboote sind auf dem Nebenarm der Havel gänzlich verboten. Zur Gewässerregulierung wurde zudem ein neuer Stau im Großen Grenzgraben eingerichtet.

Von Norbert Stein

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