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Havelland Güterbahnhof ohne Nutzer
Lokales Havelland Güterbahnhof ohne Nutzer
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18:07 17.03.2017
Seit Jahren dem Verfall preisgegeben: Der Güterbahnhof in der Rathenower Verladestraße. Quelle: Fotos: Markus Kniebeler
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Rathenow

Wenn man von Westen auf den Rathenower Hauptbahnhof zusteuert, passiert man ein Backsteingebäude, das die besten Zeiten hinter sich hat. Die Adresse gibt einen Hinweis auf den ehemaligen Zweck des von Bauzäunen umstellten Bauwerks: Verladestraße. Es handelt sich um den ehemaligen Güterbahnhof, über den bis zur Wende die Stadt Rathenow mit wichtigen Waren versorgt wurde.

In den Blick geraten ist die Immobilie jüngst im Wirtschaftsausschuss, als die Parksituation rund um den Hauptbahnhof Thema war (MAZ berichtete). Rathenows Wirtschaftsamtsleiter Alexander Goldmann hatte dargelegt, dass die vorhandenen Pkw-Stellplätze sehr gut ausgelastet seien. Und darauf hingewiesen, dass es auf der Nordseite des Bahnhofs so gut wie keine Flächen gebe, um weitere Parkplätze anzulegen. Allein das Güterbahnhof-Gelände, das an den vorhandenen Parkplatz angrenze, eigne sich theoretisch für eine Erweiterung. Allerdings gehöre das Grundstück nicht der Stadt, sondern der Deutschen Bahn. Von daher seien die Handlungsmöglichkeiten begrenzt.

Aber bestünde nicht die Möglichkeit, die Liegenschaft von der Bahn zu erwerben, den Bahnhof abzureißen und das Grundstück zum Parkplatz umzuwandeln? „Das ist derzeit keine Option“, stellte Alexander Goldmann am Freitag auf MAZ-Nachfrage klar. Der alte Güterbahnhof stehe unter Denkmalschutz. Selbst wenn die Stadt das Gelände kaufe, werde sie den Bahnhof nicht abreißen dürfen. Und hätte also nichts gewonnen.

Der Eigentümer macht keinen Hehl daraus, dass er den Bahnhof gerne loswerden will. „Die Deutsche Bahn strebt den Verkauf an“, heißt es knapp in einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der MAZ. Pläne, den Bahnhof abzureißen, gebe es wegen des Denkmalschutzstatus nicht.

Warum der Güterbahnhof ein bedeutendes Baudenkmal ist, erklärt Marie-Luise Buchinger vom Landesamt für Denkmalpflege. Es handele sich bei dem Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, um ein wichtiges Zeugnis der Rathenower Stadtgeschichte. Die Bahnhofsanlagen – insbesondere der Hauptbahnhof und der Güterbahnhof – seien damals als Ensemble errichtet worden, was heute noch auf den ersten Blick erkennbar sei. Nicht nur an dem beide Gebäude prägenden Backstein könne man die Verwandtschaft ablesen. Auch andere architektonische Details lassen Buchinger zufolge den Willen zur einheitlichen Gestaltung erkennen. Von der „feinen architektonischen Gliederung“ über die Dachneigung bis zur Giebelgestaltung reichten die Gemeinsamkeiten.

Die gesamte Bahnhofsanlage, die 1991 unter Schutz gestellt wurde, spiegelt nach Auskunft der Denkmalschützerin den Bedeutungszuwachs wider, den Rathenow Ende der 19./Anfang des 20. Jahrhunderts erfahren habe. Damals habe sich Rathenow vor allem wegen der optischen Industrie zu einer boomenden Stadt entwickelt. Der prächtige Bahnhof sei Ausdruck eines gewachsenen städtischen Selbstbewusstseins.

Davon ist, zumindest wenn man den verfallenden Güterbahnhof betrachtet, heute nicht mehr viel zu spüren. Die Deutsche Bahn hat klar gestellt, dass es ihrerseits keine Pläne gibt, das Gebäude zu nutzen. Sollte es ihr gelingen, die Liegenschaft zu verkaufen, dann muss der künftige Besitzer sich Gedanken darüber machen, was er mit dem Denkmal anstellt. Es gebe viele Beispiele dafür, wie Denkmalschutz und moderne Nutzung vereinbart werden können, hat Marie-Luise Buchinger gesagt. Es muss sich nur jemand finden, der dazu bereit und in der Lage ist. Die Stadt Rathenow, so viel ist jedenfalls klar, wird es nicht sein.

Von Markus Kniebeler

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