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„Gut für uns, gut für Deutschland“

Steinmeier nominiert für den Bundestag „Gut für uns, gut für Deutschland“

Das Ergebnis war vorhersehbar: Einstimmig ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (60) zum SPD-Spitzenkandidaten für den Wahlkreis 60 für die 2017 anstehende Bundestagswahl nominiert worden. Die Gerüchte um seine mögliche Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten spielten in Kloster Lehnin nur eine Nebenrolle.

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Der Außenminister auf seiner neuen Ruhebank mit Anne Böttcher (links), Margrit Spielmann und Barbara Weigel (rechts).

Quelle: André Wirsing

Kloster Lehnin. Der Direktkandidat frotzelte am Ende: „Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen.“ Kurz zuvor war Frank-Walter Steinmeier (60) einstimmig mit 51 Ja und einer Enthaltung wiederum zum SPD-Direktkandidaten im Wahlkreis 60 für die im kommenden Jahr anstehende Bundestagswahl bestimmt worden. Mitbewerber gab es keine.

Seine Arbeit rings um den Erdball als Bundesaußenminister und sein Engagement im eher ländlich geprägten Wahlkreis passten nicht nur, sondern gehörten sogar zusammen, betonte er in seiner Bewerbung. Die internationalen Krisen seien auch hier in Deutschland angekommen, schürten Ängste und Sorgen der Menschen. Dennoch gebe es keine Alternativen zum Verhandeln: „Auch in Syrien werden Kanonen keinen Frieden bringen.“ Die Flüchtlinge aufzunehmen sei nicht leicht, und es könnten nicht jedes Jahr knapp eine Million von ihnen nach Deutschland kommen. Gleichwohl „dürfen wir dem rechten Pöbel nicht die Straßen und Plätze überlassen“. Die AfD halte er für eine gefährliche Partei und einen politischen Gegner, mit dem man sich auseinandersetzen müsse. „Die größere Sorge, die mir den Schlaf raubt, sind nicht deren Prozentpunkte, vielmehr die Furcht, dass ein totgeglaubtes Ungeheuer wieder aufwacht – der Nationalismus.“ Er nähre sich nur aus dem Futter Angst. „Diesen Brandsatz müssen wir in der Wahlkabine löschen.“

Splitter vom Parteitag

Junge Menschen sind nicht politikverdrossen, vielmehr sehr interessiert, sagt Steinmeier. Am Abend vor dem Parteitag hat er persönlich Maximilian Eichmüller (15) in die SPD aufgenommen. Er ist der Sohn von Ortsvereinschef Carsten Eichmüller. Die Eltern mussten beide unterschreiben, dass Max aufgenommen werden darf.

Um Aufnahme gebeten hat nun auch das Galmer Künstlerpaar Annette und Gerhard Göschel aus dem Milower Land, die ebenfalls ihre Aufnahmeanträge persönlich vom Außenminister überreicht bekommen haben.

Der alte und neue Spitzenkandidat durfte sich auch über Gaben freuen. Bewohner der Fliedners-Werkstätten haben dem Vielreisenden eine rote Ruhebank gebaut, die Leiterin Brabara Weigel an Steinmeier übergab. Die dazugehörenden Kissen nähte die Awo-Landesgeschäftsführerin und Bad Belziger SPD-Chefin Anne Böttcher.

Im Land Brandenburg regiere die SPD seit 26 Jahren, und dieser Erfolg werde auch bundespolitisch wahrgenommen. „Wir haben die stabile 3 am Anfang, die Brandenburger SPD steht besser da als im ganzen Rest der Republik.“ Vor 20 Jahren habe man über die hohe Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst diskutiert, jetzt gehe es in einem nächsten Schritt um die Gebührenfreiheit für Kindertagesstätten, sagte er unter Beifall der Delegierten in Kloster Lehnin. Im nächsten Sommer werde er mit den Teams von Rathenow bis Jüterbog, von Brandenburg an der Havel bis Bad Belzig einen ganz starken Wahlkampf führen. Steinmeier mahnte seine Genossen, nicht untereinander, sondern mit den Gegnern zu streiten.

Natürlich bekam er auch Zuspruch von allen Seiten. SPD-Landeschef Dietmar Woidke würdigte Steinmeier als „Brückenbauer in Richtung Osten“ und hervorragenden Bundestagsabgeordneten seit 2009 im Wahlkreis. Landtagsabgeordneter Ralf Holzschuher sagte, der Kandidat sei „gut für uns und gut für Deutschland“. Erik Stohn aus Teltow-Fläming nahm Bezug auf Parteichef Gabriels Voirschlag, Steinmeier möge Bundespräsident werden, „wir sind ganz stolz darauf, dass du dafür im Gespräch bist“.

Die Delegierten beschlossen zudem die Vorschläge für die SPD-Landesliste, die am 22. Februar 2017 beschlossen werden soll: Neben Steinmeier steht der Name der Brandenburger Rechtsanwältin Marianne Rehda darauf.

Von André Wirsing

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